Der Wind verführte ihn, das Eis hätte ihn fast verschluckt. Ein Kitesurfer brach gestern vor Großenbrode durch die trügerische Eisdecke der Ostsee. Die weiße Winterlandschaft verwandelte sich binnen Sekunden in eine lebensbedrohliche Falle. Es war ein unbedachter Moment, der schnelles Handeln erforderte.
Die alarmierten Seenotretter reagierten umgehend. Mit ihrem eisgängigen Boot erreichten sie den unterkühlten Sportler, der bis zum Oberkörper im eiskalten Wasser steckte. «In solchen Situationen zählt jede Minute. Die Unterkühlung setzt rasend schnell ein», erklärt Einsatzleiter Martin Schneider. Die Rettungskräfte zogen den Mann aus dem Wasser und brachten ihn sicher an Land. Dort übernahmen Sanitäter die weitere Versorgung. Zum Glück kam der Sportler mit einer Unterkühlung davon. Sein Kite-Equipment musste zurückbleiben und wurde später geborgen.
Was mich besonders nachdenklich stimmt: Erst letzte Woche beobachtete ich selbst Eissegler und Schlittschuhläufer auf der Ostsee. Die Verlockung des Winters ist groß, doch die Gefahren werden oft unterschätzt. Die Wetterkapriolen und Strömungen machen die Eisdecken unberechenbar.
Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger mahnt zur Vorsicht. Dieser Vorfall erinnert uns eindringlich daran, dass winterliche Naturschönheit und tödliche Gefahr oft nur eine dünne Eisschicht voneinander trennt. Bleibt wachsam, bleibt sicher – der nächste Frühling kommt bestimmt.