Am Millerntor herrscht Hochspannung. Das kommende Zweitligaspiel zwischen Schalke 04 und Dynamo Dresden wurde offiziell als Hochrisikobegegnung eingestuft. Die Polizei Gelsenkirchen greift zu strengen Sicherheitsmaßnahmen. Besonders einschneidend: Im Gästeblock wird ein komplettes Alkoholverbot verhängt. Für die rund 6.000 erwarteten Dresden-Fans bedeutet dies trockene Kehlen beim Stadionbesuch.
Die Rivalität zwischen beiden Fanlagern hat eine lange Geschichte. «Die Sicherheit aller Stadionbesucher hat absolute Priorität«, betont Einsatzleiter Thomas Lange. «Basierend auf Erfahrungswerten mussten wir entsprechende Vorkehrungen treffen.» Im Heimbereich bleibt der Ausschank von leichten alkoholischen Getränken erlaubt. Die unterschiedliche Behandlung sorgt für Diskussionen. Dynamos Fanbeauftragter kritisiert: «Wir verstehen die Sicherheitsbedenken, halten die einseitige Maßnahme aber für unverhältnismäßig.»
Neben dem Alkoholverbot setzt die Polizei auf strikte Fantrennung. Personalisierte Tickets und verstärkte Einlasskontrollen sollen Konfrontationen verhindern. Die Stimmung vor dem Spiel ist angespannt. Bei meinem Besuch am Trainingsgelände spüre ich die Nervosität bei Vereinsverantwortlichen beider Clubs.
Der Fall zeigt exemplarisch die Gratwanderung im modernen Fußball. Sicherheit ist unverzichtbar, doch zu restriktive Maßnahmen können die Fankultur beeinträchtigen. Das Spiel am Samstag wird zum Gradmesser. Nicht nur sportlich, sondern auch für das Sicherheitskonzept. Die Fans beider Lager stehen unter besonderer Beobachtung.