Die Nachricht vom Tod einer britischen Familie in Istanbul erschüttert. Im Hotelzimmer fanden Angestellte die leblose Familie. Der Vater, die Mutter und ihr zwölfjähriger Sohn kamen durch eine Methanol-Vergiftung ums Leben.
Die Staatsanwaltschaft hat nun Anklage gegen mehrere Personen erhoben. Im Zentrum steht der mutmaßliche Verkäufer eines gefälschten Alkoholgetränks. «Solche Tragödien entstehen oft durch kriminelle Machenschaften im Hintergrund des Tourismus», erklärt Rechtsexperte Mehmet Aydın aus Istanbul.
Die Familie hatte das vermeintliche Markengetränk vermutlich unwissentlich in einer touristischen Gegend erworben. Gefälschter Alkohol bleibt ein Problem in vielen Urlaubsregionen. Erst letzten Sommer unterhielt ich mich mit Hotelbesitzern in Antalya, die vor dem Kauf von Spirituosen außerhalb offizieller Geschäfte eindringlich warnten.
Bei den Angeklagten geht es um fahrlässige Tötung und illegalen Handel mit gefährlichen Substanzen. Die türkischen Behörden reagieren mit verschärften Kontrollen in Touristengebieten. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf Schattenseiten der Tourismusindustrie, die hinter der glänzenden Fassade oft verborgen bleiben.