In der Nacht zum Mittwoch wurden Anwohner in Barmbek-Süd durch laute Knallgeräusche aus dem Schlaf gerissen. Am Morgen dann die erschreckende Entdeckung: Ein Wohnhaus in der Straße Maxwelldamm weist mehrere Einschusslöcher auf. Die Polizei hat umgehend Ermittlungen eingeleitet und den Bereich weiträumig abgesperrt.
Gegen 3:30 Uhr bemerkten mehrere Bewohner die verdächtigen Geräusche. «Es klang wie eine Reihe von Knallern, aber irgendwie anders», berichtet Maria Schmidt, die im Nachbarhaus wohnt. «Erst dachte ich an Silvesterböller, aber dafür ist es ja noch viel zu früh.»
Am Vormittag rückte ein Großaufgebot der Polizei an. Spezialkräfte der Spurensicherung in weißen Schutzanzügen untersuchen seither die Fassade des betroffenen Mehrfamilienhauses. Nach ersten Erkenntnissen wurden mindestens vier Projektile auf das Gebäude abgefeuert. Die Einschusslöcher befinden sich im Bereich des zweiten und dritten Stockwerks.
«Wir können derzeit weder Angaben zur Art der Waffe noch zum möglichen Tatmotiv machen», erklärt Polizeisprecherin Lena Müller. «Unsere Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Wir bitten Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, sich umgehend mit uns in Verbindung zu setzen.»
Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die betroffenen Wohnungen waren zum Tatzeitpunkt bewohnt. Eine junge Familie mit zwei Kindern wohnt direkt hinter einer der beschädigten Fassadenteile. «Ich kann es immer noch nicht fassen», sagt Thomas Weber, der mit seiner Familie im dritten Stock wohnt. «Wir haben geschlafen, als es passierte. Der Gedanke, dass meine Kinder in Gefahr waren, macht mich fassungslos.»
Die Polizei befragt derzeit alle Hausbewohner und Anwohner der umliegenden Gebäude. Auch die Videokameras der nahegelegenen Geschäfte werden ausgewertet. Die Beamten hoffen auf Hinweise, die zur Identifizierung des Täters oder der Täter führen könnten.
Der Vorfall sorgt für große Verunsicherung im sonst so ruhigen Barmbek-Süd. «Hier ist normalerweise nichts los», berichtet der Kioskbesitzer Mehmet Yilmaz, dessen Geschäft sich nur wenige Meter vom Tatort entfernt befindet. «Viele meiner Stammkunden sind beunruhigt. So etwas haben wir hier noch nie erlebt.»
Bezirksamtsleiterin Stefanie Berg zeigt sich bestürzt: «Solche Vorfälle haben in unserem Bezirk keinen Platz. Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger hat höchste Priorität. Wir stehen in engem Austausch mit der Polizei und bieten den Betroffenen Unterstützung an.»
Die Polizei bittet Personen, die zwischen 3:00 und 4:00 Uhr morgens verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich Maxwelldamm/Barmbek-Süd gesehen haben, sich beim Hinweistelefon unter 040-4286-56789 zu melden. Auch scheinbar unwichtige Beobachtungen könnten für die Ermittlungen wertvoll sein.
Bis zur Klärung des Falls bleibt eine verstärkte Polizeipräsenz im Viertel. Beamte des Polizeikommissariats 31 werden in den kommenden Tagen vermehrt Streife fahren, um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu stärken.