Ein großflächiger Stromausfall hat am Dienstagmorgen Teile von Berlin lahmgelegt. Betroffen waren mehrere Stadtteile im Osten der Hauptstadt, darunter Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Treptow-Köpenick. Der Stromausfall sorgte für erhebliche Störungen im öffentlichen Nahverkehr und beeinträchtigte zahlreiche Haushalte und Unternehmen.
Alexander Dobrindt, der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, reagierte mit deutlichen Worten auf den Vorfall. «Wir werden zurückschlagen», erklärte Dobrindt gegenüber Journalisten. Der Politiker sieht in dem Stromausfall möglicherweise einen gezielten Angriff auf die kritische Infrastruktur Deutschlands.
Ersten Untersuchungen zufolge könnte ein Brand in einer Stromtrasse der Auslöser gewesen sein. Die Berliner Feuerwehr und Polizei waren mit einem Großaufgebot vor Ort. Die genauen Umstände werden derzeit noch ermittelt. Experten der Stromnetzbetreiber arbeiten mit Hochdruck an der Wiederherstellung der Versorgung.
Dobrindt forderte eine umfassende Aufklärung des Vorfalls und kündigte verstärkte Maßnahmen zum Schutz der kritischen Infrastruktur an. «Wir müssen unsere Stromnetze besser schützen und die Sicherheitsmaßnahmen deutlich verstärken», betonte der CSU-Politiker. Er sieht in dem Vorfall ein Warnsignal für die Verletzlichkeit moderner Großstädte.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner zeigte sich besorgt über den Vorfall und versprach eine gründliche Untersuchung. «Die Sicherheit unserer Infrastruktur hat höchste Priorität», erklärte Wegner. Er dankte den Einsatzkräften für ihre schnelle Reaktion und bat die betroffenen Bürgerinnen und Bürger um Geduld.
Viele Berliner mussten am Dienstag improvisieren. Schulen und Kindergärten in den betroffenen Gebieten blieben teilweise geschlossen, der Straßenbahnverkehr wurde eingestellt und zahlreiche Ampeln fielen aus. Besonders betroffen waren auch Krankenhäuser, die auf Notstromaggregate umschalten mussten.
Sicherheitsexperten warnen seit langem vor der Anfälligkeit des Stromnetzes. «Ein längerer, großflächiger Stromausfall kann schnell zu einer ernsthaften Krise führen», erklärt Prof. Dr. Martin Schulz von der Technischen Universität Berlin. Er fordert mehr Investitionen in die Sicherheit und Robustheit der Energieinfrastruktur.
Die Bundesregierung hat den Vorfall zum Anlass genommen, das Thema Infrastruktursicherheit erneut auf die Tagesordnung zu setzen. Bundesinnenministerin Nancy Faeser kündigte an, die Schutzmaßnahmen für kritische Infrastrukturen zu überprüfen und gegebenenfalls zu verstärken.
Für die Berliner Bevölkerung bleibt die Hoffnung auf eine schnelle Normalisierung der Lage. Die Netzbetreiber rechnen damit, die Stromversorgung im Laufe des Tages schrittweise wiederherstellen zu können. Bis dahin werden die Bürgerinnen und Bürger gebeten, unnötige Fahrten zu vermeiden und bei Bedarf Nachbarschaftshilfe zu leisten.
Dobrindts entschlossene Reaktion zeigt, wie ernst die Politik solche Vorfälle nimmt. «Wir lassen nicht zu, dass unsere Infrastruktur zum Spielball von Kriminellen oder gar Terroristen wird», betonte er. Die kommenden Tage werden zeigen, ob es sich um einen technischen Defekt oder tatsächlich um Sabotage handelte.