Als der Nebelschleier über dem Trainingsgelände in Bad Cannstatt langsam weicht, offenbart sich eine konzentrierte VfB-Mannschaft. Sebastian Hoeneß steht am Spielfeldrand, beobachtet jede Bewegung seiner Spieler mit Argusaugen. Die kommenden Wochen könnten für den VfB Stuttgart goldwert sein. Laut Statistik treffen die Schwaben auf gleich fünf Teams aus der unteren Tabellenhälfte.
«Wir schauen nur von Spiel zu Spiel», betont Hoeneß beim Pressegespräch. Eine Phrase, die jeder Trainer bemüht – doch die Realität verspricht Potenzial. Beginnend mit dem Heimspiel gegen Aufsteiger St. Pauli am Sonntag öffnet sich ein Fenster der Möglichkeiten. Die Hamburger konnten bisher nur einen Punkt sammeln. Es folgen Duelle gegen Wolfsburg, Union Berlin, Bochum und Hoffenheim. Teams, die allesamt unter den Stuttgartern rangieren.
Angelo Stiller, Dreh- und Angelpunkt im Mittelfeld, sieht es nüchtern: «Jedes Bundesligaspiel ist schwer, egal gegen wen.» Dennoch ist in seiner Stimme Zuversicht zu hören. Die Mannschaft wirkt eingespielt trotz Champions-League-Belastung. Beeindruckend war die Intensität beim Training gestern. Selbst nach 90 Minuten sprinteten Undav und Co. noch mit voller Kraft.
Die Defensive stabilisiert sich zunehmend. Nur drei Gegentore in den letzten vier Pflichtspielen sprechen eine klare Sprache. Mit dieser Kombination aus Abwehrstärke und Offensivpower könnten die kommenden Wochen zur Punkteernte werden. Der VfB hat die Chance, sich oben festzubeißen. In Stuttgart träumt man wieder – leise zwar, aber mit wachsender Überzeugung.