Der jüngste politische Nachwuchs präsentiert sich mit nostalgischem Bezug. Am vergangenen Wochenende gründete sich in Berlin eine neue AfD-Jugendorganisation unter dem Namen «Generation Deutschland – Wir sind Preußen». Die Veranstaltung fand in einem angemieteten Raum im Bezirk Pankow statt, umgeben von demonstrativen Sicherheitsmaßnahmen.
Etwa 25 junge Menschen versammelten sich zur Gründungsversammlung. Sie wählten einen siebenköpfigen Vorstand, der die Organisation in Berlin und Brandenburg vertreten soll. Die Gruppe sieht sich als Alternative zur etablierten «Jungen Alternative», die seit Jahren vom Verfassungsschutz beobachtet wird. «Wir wollen junge Menschen erreichen, die sich von traditionellen Parteien nicht mehr repräsentiert fühlen», erklärt einer der neu gewählten Vorsitzenden.
Die Namenswahl mit dem Preußen-Bezug sorgt bereits für Diskussionen. Die historische Symbolik wirkt bewusst provokant in der aktuellen politischen Landschaft. Vor dem Veranstaltungsort hatte sich eine kleine Gruppe von Gegendemonstranten eingefunden. Die Polizei sicherte das Gebäude mit mehreren Einsatzkräften.
Bei meinem kurzen Gespräch mit einigen Teilnehmern fiel mir der Kontrast auf. Junge Gesichter sprechen von «preußischen Tugenden» und «deutscher Leitkultur». Die neue Organisation steht exemplarisch für eine Entwicklung, die wir auch in anderen Teilen Europas beobachten: traditionelle Bezüge werden von jungen politischen Akteuren neu interpretiert und instrumentalisiert. Die Frage bleibt, wie viele Jugendliche sich tatsächlich davon angesprochen fühlen.