Die sächsische Landeshauptstadt gedenkt heute des 13. Februars 1945, als Dresden bei schweren Luftangriffen der Alliierten weitgehend zerstört wurde. Tausende Menschen fanden dabei den Tod. Wie in den vergangenen Jahren steht das Gedenken unter dem Motto «Erinnern, um zu verstehen».
Bereits am Nachmittag bildeten etwa 10.000 Dresdnerinnen und Dresdner eine Menschenkette rund um die Altstadt. Hand in Hand standen die Teilnehmer für fünf Minuten schweigend beieinander. Die Kette reichte vom Albertinum über die Carolabrücke bis zur Synagoge und weiter zum Rathaus. Oberbürgermeister Thomas Klein bezeichnete die Veranstaltung als «wichtiges Zeichen für Frieden, Versöhnung und gegen das Vergessen».
Gleichzeitig läuteten die Glocken der Frauenkirche und weiterer Kirchen der Stadt. Die Frauenkirche, die nach ihrer Zerstörung im Krieg erst 2005 wiederaufgebaut wurde, bleibt bis in die späten Abendstunden für stilles Gedenken geöffnet. Hunderte Menschen legten bereits am Nachmittag weiße Rosen und Kerzen auf dem Neumarkt nieder.
«Dresden muss ein Ort der Mahnung bleiben, ohne die deutsche Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg zu relativieren», sagte Sachsens Ministerpräsidentin Anna Schmidt bei ihrer Ansprache. Sie betonte die Verpflichtung, aus der Geschichte zu lernen und sich gegen jede Form von Hass und Gewalt zu stellen.
Am Abend sind weitere Gedenkveranstaltungen geplant. Um 21:45 Uhr, dem Zeitpunkt des ersten Angriffs vor 81 Jahren, wird es eine Schweigeminute geben. Anwohner stellen traditionell Kerzen in ihre Fenster, um der Opfer zu gedenken.
Wie in den Vorjahren sind auch mehrere Demonstrationen angemeldet. Das Bündnis «Dresden Nazifrei» hat zu einer Kundgebung am Hauptbahnhof aufgerufen, um rechtsextremen Gruppen entgegenzutreten, die den Gedenktag für ihre Zwecke instrumentalisieren wollen. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort, um die verschiedenen Veranstaltungen abzusichern.
An diesem historisch bedeutsamen Tag zeigt sich Dresden als Stadt, die ihre schmerzhafte Vergangenheit nicht vergisst, aber daraus Kraft für eine friedliche Zukunft schöpft. Die Ereignisse des 13. Februars 1945 sind tief im kollektiven Gedächtnis der Stadt verankert und mahnen bis heute an die verheerenden Folgen von Krieg und Gewalt.
«Besonders wichtig ist mir, dass wir diesen Tag nicht nur zum Gedenken nutzen, sondern aktiv für Toleranz und Menschlichkeit eintreten», erklärte eine 68-jährige Teilnehmerin der Menschenkette. «Ich komme jedes Jahr hierher, weil ich glaube, dass wir nur gemeinsam verhindern können, dass sich solche Schrecken wiederholen.»
Die Gedenkveranstaltungen werden noch bis in die späten Abendstunden fortgesetzt. Wir berichten weiter über die Entwicklungen dieses bewegenden Tages in Dresden.