Der Winter zeigt sich von seiner eisigen Seite in Berlin und Brandenburg. Ein frostiges Wochenende mit Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt steht bevor, während der Deutsche Wetterdienst (DWD) bereits vor Glättegefahr warnt. Die Berliner Stadtreinigung (BSR) hat ihre Winterdienstflotte in Alarmbereitschaft versetzt.
«Wir sind mit allen verfügbaren Kräften im Einsatz», erklärt BSR-Sprecherin Sabine Thümler. «Unsere 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Winterdienstes arbeiten im Schichtbetrieb, um die Hauptverkehrsstraßen, Radwege und wichtige Fußgängerüberwege freizuhalten.» Die BSR verfügt über 130 Streufahrzeuge, die bei Bedarf rund um die Uhr ausrücken können.
Die Wetterprognose gibt Anlass zur Vorsicht. Laut DWD müssen sich die Menschen in der Region auf Temperaturen zwischen -3 und -8 Grad einstellen. «Besonders in den Morgenstunden ist mit glatten Straßen und Gehwegen zu rechnen», warnt Meteorologe Frank Schmidt vom DWD. «Ab Samstagabend erwarten wir zudem leichten Schneefall, der die Situation zusätzlich verschärfen könnte.»
In den vergangenen 24 Stunden verzeichnete die Berliner Feuerwehr bereits 28 Einsätze wegen glättebedingter Unfälle und Stürze. Das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) in Marzahn berichtet von einem deutlichen Anstieg der Patientenzahlen. «Wir sehen vermehrt Knochenbrüche und Prellungen durch Stürze auf glatten Wegen», berichtet Dr. Susanne Weber, leitende Ärztin der Notaufnahme.
Für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bedeutet das Winterwetter erhöhte Wachsamkeit. «Unsere Busse fahren mit angepasster Geschwindigkeit», erklärt BVG-Sprecher Thomas Schmidt. «Bei den Straßenbahnen achten wir besonders darauf, dass die Weichen funktionsfähig bleiben und nicht einfrieren.»
Die Bezirksämter erinnern Hauseigentümer an ihre Pflicht, Gehwege zu räumen und zu streuen. «Zwischen 7 und 20 Uhr müssen Hauseigentümer dafür sorgen, dass die Bürgersteige vor ihren Grundstücken gefahrlos begehbar sind», betont Petra Müller vom Bezirksamt Mitte. Bei Nichtbeachtung drohen Bußgelder zwischen 50 und 10.000 Euro, je nach Schwere der Pflichtverletzung und möglichen Folgen.
Obdachlosenhilfen haben angesichts der Kälte ihre Angebote ausgeweitet. Die Berliner Stadtmission hat zusätzliche Notschlafplätze eingerichtet. «Niemand sollte bei diesen Temperaturen im Freien übernachten müssen», sagt Barbara König von der Stadtmission. Der Kältebus fährt bis in die frühen Morgenstunden durch die Stadt und bietet Menschen ohne Obdach Hilfe an.
Für Winterfreunde gibt es jedoch auch gute Nachrichten. Die Parkbetriebe bereiten die städtischen Rodelhügel vor, und bei anhaltendem Frost könnten bald auch einige flache Gewässer zum Schlittschuhlaufen freigegeben werden. «Aber bitte nie eigenmächtig Eisflächen betreten«, warnt die Berliner Feuerwehr. «Das Eis muss mindestens 15 Zentimeter dick sein, um sicher zu sein.»
Die Stadtverwaltung bittet alle Bürgerinnen und Bürger um erhöhte Vorsicht im Straßenverkehr. «Planen Sie mehr Zeit für Ihre Wege ein, fahren Sie vorausschauend und passen Sie Ihre Geschwindigkeit an», empfiehlt die Polizei Berlin auf ihren Social-Media-Kanälen. Fußgänger sollten festes Schuhwerk tragen und besonders auf versteckte Eisflächen achten.
Der Deutsche Wetterdienst rechnet damit, dass die winterlichen Bedingungen mindestens bis einschließlich Sonntag anhalten werden. Erst zum Wochenstart sollen die Temperaturen wieder leicht ansteigen und das Glätterisiko abnehmen.