Vom Spielfeldrand erlebt man erst, wie nah Triumph und Tragödie im Fußball beieinanderliegen. Der VfB Stuttgart beweist gegen den 1. FC Köln erneut seine Heimstärke mit einem 2:1-Erfolg in buchstäblich letzter Sekunde. Die Schwaben festigen damit ihren beeindruckenden vierten Tabellenplatz – bereits zum siebten Mal in dieser Saison punkteten sie in der Nachspielzeit.
Die MHP-Arena bebte, als Silas in der 94. Minute den Ball über die Linie drückte. «In solchen Momenten spürt man, warum wir diesen Sport so lieben», strahlte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß nach Spielende. Taktisch zeigte Stuttgart wieder seine bekannte Dominanz im Mittelfeld. Deniz Undav dirigierte das Spiel mit beeindruckender Übersicht. Die Kölner verteidigten lange geschickt im 5-3-2-System, fanden aber offensiv kaum statt. Statistisch spiegelte sich dies in nur drei Torschüssen wider.
Als der Kölner Ausgleich durch Waldschmidt in der 72. Minute fiel, schien die Partie zu kippen. «Wir haben uns nicht aufgegeben und an unsere Chance geglaubt», erklärte Matchwinner Silas später. Besonders beeindruckend war die Reaktion der Stuttgarter Fans. Selbst nach dem Ausgleich brandete bei jedem Angriff ohrenbetäubender Lärm auf. Direkt neben mir zündete ein Ultrablock bengalisches Feuer – die Emotionen kochten über.
Für den VfB könnte dieser Sieg goldwert im Kampf um die internationalen Plätze sein. Die Effektivität in den Schlussminuten wird zum entscheidenden Faktor dieser Saison. Köln hingegen muss sich nach der vierten Niederlage in Folge ernsthafte Abstiegssorgen machen. Der Fußball zeigt wieder einmal seine unberechenbare Schönheit – manchmal entscheiden wenige Sekunden über wochenlange Gefühlswelten.