Article – Es war ein Abend der scharfen Worte und präzisen Parodien. Der Kabarettist Christoph Sieber brachte das Mindener Publikum zum Lachen, Nachdenken und manchmal auch zum betroffenen Schweigen. Mit seinem Programm «Mensch bleiben» traf er genau den Nerv unserer Zeit.
Der Saal füllte sich schnell mit Erwartung. Sieber betrat die schlichte Bühne und nahm sofort Kontakt zum Publikum auf. Seine Themen: Politik, Gesellschaft, die kleinen Absurditäten des Alltags. Zwischen scharfzüngigen Beobachtungen glänzte er mit Imitationen bekannter Persönlichkeiten. «In einer Zeit, in der Politik oft wie Kabarett wirkt, muss Kabarett manchmal ernsthafter sein als Politik», sagte Sieber während einer ruhigeren Passage.
Besonders beeindruckend waren seine Seitenhiebe gegen soziale Ungleichheit. Die Lachmuskeln strapazierte er mit seiner Parodie von Friedrich Merz. Auch vor lokalen Themen machte er nicht halt. «Minden ist wie ein guter Whisky – unscheinbar im ersten Moment, aber mit Tiefe und Charakter», scherzte er, was ihm sofort Sympathiepunkte einbrachte. Ich musste an meinen ersten Besuch in Minden denken. Damals hatte ich ähnliche Gedanken.
Die Wirtschaftskrise, Klimawandel und gesellschaftliche Spaltung – Sieber verpackte ernste Themen in zugänglichen Humor. Der Applaus am Ende war mehr als verdient. In Zeiten, in denen wir täglich mit schweren Nachrichten konfrontiert werden, erinnerte uns dieser Abend daran, dass kritisches Denken und Lachen keine Gegensätze sein müssen. Manchmal sind sie sogar die besten Verbündeten.