Die Zeiten ändern sich rasant. Wo früher Spielplätze und Straßenkreide regierten, herrschen heute TikTok und Instagram. Die SPD will nun durchgreifen: Ein Social-Media-Verbot für alle unter 14 Jahren steht zur Debatte. Als Mutter zweier Teenager beobachte ich diesen digitalen Wandel mit gemischten Gefühlen.
Smartphones sind längst mehr als nur Telefone. Sie sind Identitätsstifter, soziale Verbindung und manchmal auch digitales Gefängnis. «Wir müssen den Schutzraum für Kinder in der digitalen Welt deutlich stärken», erklärt Serpil Midyatli, stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende. Die Partei reagiert damit auf alarmierende Studienergebnisse: Immer mehr Kinder leiden unter Konzentrationsschwächen und Schlafproblemen. Vergangene Woche erlebte ich selbst, wie meine Tochter um Mitternacht noch angespannt auf neue Likes wartete.
Die Plattformbetreiber stehen ebenfalls in der Kritik. Sie nutzen ausgeklügelte Algorithmen, um junge Nutzer möglichst lange auf ihren Seiten zu halten. Trotzdem bleiben Fragen offen: Wie soll ein Verbot kontrolliert werden? Werden wir Kinder nicht ungewollt ins digitale Abseits drängen?
Die digitale Welt ist gekommen, um zu bleiben. Ein pauschales Verbot löst die tieferliegenden Probleme nicht. Vielleicht brauchen wir weniger Verbote und mehr digitale Bildung – für Kinder und Erwachsene gleichermaßen. In einer Welt voller Bildschirme müssen wir gemeinsam lernen, wann es Zeit ist aufzublicken und das Leben jenseits des Displays zu entdecken.