In der Gemeinde Fehrbellin im Landkreis Ostprignitz-Ruppin spielte sich am vergangenen Wochenende eine dramatische Rettungsaktion ab. Ein 82-jähriger Mann wurde seit Freitagabend vermisst. Nach intensiver Suche konnte er am Samstagmorgen dank moderner Technologie lebend gefunden werden.
Der Rentner hatte am Freitag sein Zuhause verlassen, kehrte jedoch nicht zurück. Als Angehörige den Senior am Abend als vermisst meldeten, leitete die Polizei umgehend Suchmaßnahmen ein. Die Beamten setzten zunächst Suchhunde ein und durchkämmten die nähere Umgebung, doch ohne Erfolg.
«Bei vermissten älteren Menschen zählt jede Minute«, erklärt Polizeioberkommissarin Martina Schulz. «Besonders wenn medizinische Versorgung notwendig sein könnte oder die Wetterbedingungen schwierig sind.»
Am Samstagmorgen verstärkte die Feuerwehr die Suchmannschaft. Eine entscheidende Rolle spielte dabei der Einsatz einer Drohne mit Wärmebildkamera. Diese moderne Technologie ermöglicht es, Menschen auch in unübersichtlichem Gelände aus der Luft zu lokalisieren.
Gegen 10:30 Uhr kam dann die erlösende Nachricht: Der Vermisste wurde in einem Waldstück nahe Fehrbellin gefunden. Die Drohne hatte eine Wärmesignatur entdeckt, die die Einsatzkräfte direkt zum Senior führte.
Der 82-Jährige war gestürzt und konnte nicht mehr aufstehen. Er verbrachte die Nacht hilflos im Freien bei Temperaturen um die 8 Grad. Nach erster Einschätzung der Sanitäter war der Mann unterkühlt und erschöpft, aber ansonsten in stabilem Zustand.
«Ohne die Drohne hätten wir möglicherweise noch Stunden gesucht«, sagt Feuerwehrmann Thomas Weber, der an der Rettungsaktion beteiligt war. «In dem dicht bewachsenen Gebiet war der Mann vom Boden aus kaum zu sehen.»
Der Rentner wurde zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht. Laut Angaben der behandelnden Ärzte hat er den Vorfall ohne schwerwiegende Folgen überstanden und konnte nach kurzer Beobachtungszeit wieder entlassen werden.
Die erfolgreiche Rettungsaktion unterstreicht die wachsende Bedeutung von Drohnentechnologie bei Vermisstensuchen. Immer mehr Feuerwehren und Rettungsdienste in Brandenburg setzen auf diese Hilfsmittel, die besonders in unwegsamen Gelände oder bei schlechten Sichtverhältnissen wertvolle Dienste leisten.
«Der Einsatz moderner Technik kann in solchen Fällen Leben retten«, betont Klaus Müller vom Kreisfeuerwehrverband Ostprignitz-Ruppin. «Besonders für eine alternde Bevölkerung in ländlichen Regionen ist das ein wichtiger Sicherheitsfaktor.»
Laut Polizeistatistik werden in Brandenburg jährlich etwa 200 Senioren als vermisst gemeldet. Dank schneller Reaktion und guter Zusammenarbeit verschiedener Rettungskräfte können die meisten Fälle glücklich gelöst werden – wie auch diesmal in Fehrbellin.