Ein plötzlicher Wintereinbruch hat Hamburg am Wochenende überrascht und für zahlreiche Probleme im Stadtgebiet gesorgt. Was zunächst als leichter Schneefall begann, entwickelte sich schnell zu einer ernsthaften Herausforderung für Verkehrsteilnehmer und Einsatzkräfte gleichermaßen.
Die Polizei Hamburg berichtete von über 40 witterungsbedingten Unfällen seit Samstagabend. «Glücklicherweise blieb es meist bei Blechschäden», erklärte Polizeisprecher Florian Schmidt. «Nur in drei Fällen wurden Personen leicht verletzt.» Besonders betroffen waren die Stadtteile Harburg und Bergedorf, wo mehrere Fahrzeuge von der Straße abkamen.
Der Winterdienst der Stadtreinigung Hamburg war mit rund 725 Mitarbeitern und 350 Fahrzeugen im Dauereinsatz. «Wir konzentrieren uns zunächst auf die Hauptverkehrsstraßen und ÖPNV-Strecken», sagte Andres Dressel, Leiter des Winterdienstes. «Erst danach können wir uns um Nebenstraßen und Gehwege kümmern.» Die Stadtreinigung verbrauchte nach eigenen Angaben bereits über 1.000 Tonnen Streusalz.
Auch der öffentliche Nahverkehr blieb nicht verschont. Die Hochbahn meldete Verspätungen auf fast allen Buslinien. «Einige Haltestellen in Hanglage konnten zeitweise nicht angefahren werden», teilte Hochbahn-Sprecherin Sandra Müller mit. Der S-Bahn-Verkehr verlief dagegen weitgehend planmäßig.
Für Hamburgs Bürgerinnen und Bürger bedeutet der Wintereinbruch zusätzliche Pflichten. Anwohner und Hauseigentümer sind verpflichtet, Gehwege vor ihren Grundstücken zwischen 7 und 20 Uhr von Schnee und Eis zu befreien. Bei Nichtbeachtung drohen Bußgelder zwischen 50 und 1.000 Euro, wie das Bezirksamt Hamburg-Mitte betont.
Der Deutsche Wetterdienst rechnet mit weiteren Schneefällen bis Dienstag. «Wir erwarten Temperaturen um den Gefrierpunkt und immer wieder Schneeschauer», prognostiziert Meteorologin Kerstin Müller. «Nachts muss mit Straßenglätte gerechnet werden.» Autofahrern wird empfohlen, ihre Fahrweise anzupassen und ausreichend Zeit für den Weg zur Arbeit einzuplanen.
Die Feuerwehr Hamburg verzeichnete ein erhöhtes Einsatzaufkommen. «Wir hatten mehrere Einsätze wegen umgestürzter Bäume, die unter der Schneelast nachgegeben haben», berichtet Feuerwehrsprecher Michael Arning. In Altona musste ein älteres Ehepaar gerettet werden, das auf einem vereisten Gehweg gestürzt war.
Trotz aller Herausforderungen freuen sich viele Hamburgerinnen und Hamburger über die weiße Pracht. In den Parks und im Stadtpark tummelten sich am Sonntag zahlreiche Menschen beim Schlittenfahren und Schneemann bauen. «So viel Schnee hatten wir lange nicht mehr», freute sich Familienvater Thomas Bergmann im Gespräch mit unserer Zeitung. «Die Kinder sind begeistert.»
Wer kann, sollte jedoch zu Hause bleiben. Die Polizei rät, unnötige Fahrten zu vermeiden. «Wenn man unbedingt mit dem Auto fahren muss, sollte man die Geschwindigkeit deutlich reduzieren und ausreichend Abstand halten», empfiehlt Polizeisprecher Schmidt. «Und natürlich Winterreifen aufziehen – das ist bei diesen Bedingungen Pflicht.»
Auch die kommenden Tage bleiben winterlich in der Hansestadt. Die Stadtreinigung bittet um Geduld, falls nicht alle Straßen sofort geräumt werden können. Besonders ältere Menschen und Menschen mit Mobilitätseinschränkungen sollten vorsichtig sein und bei Bedarf Hilfe annehmen oder anfordern.
Das Winterwetter hat auch seine positiven Seiten. Fotograf Kai Müller schwärmte: «Hamburg im Schnee ist einfach wunderschön. Die verschneiten Alsterfontänen und die Binnenalster mit einer dünnen Eisschicht – das sieht man nicht alle Tage.» Zahlreiche Hamburger teilten am Wochenende ihre Winterimpressionen in den sozialen Medien.
Für die aktuellsten Informationen zur Wetterlage und zum Winterdienst empfiehlt die Stadt Hamburg ihre offizielle Website sowie die Social-Media-Kanäle der Stadtreinigung und des ÖPNV zu verfolgen.