In Trier wogt heute ein Meer aus Farben und Klängen durch die Straßen. Der Rosenmontagszug 2026 verwandelt unsere Altstadt in einen quirligen Freudentaumel. Menschen jeden Alters drängen sich am Straßenrand, fangen Kamelle und wippen im Takt der Musikkapellen. Die klirrende Februarluft tut der Stimmung keinen Abbruch – im Gegenteil, sie macht die Wangen rot und die Herzen warm.
«Dieser Rosenmontag übertrifft alle unsere Erwartungen», strahlt Karnevalspräsident Michael Berens, während sein prachtvoll verzierter Wagen an mir vorbeizieht. Die Wagenbauer haben sich dieses Jahr selbst übertroffen. Besonders der Wagen «Trierer Stadtgeschichten» begeistert mit seinen liebevollen Details. Als langjährige Beobachterin des Trierer Karnevals fällt mir auf, wie sehr sich das Publikum verändert hat. Neben alteingesessenen Narren sehe ich zahlreiche Neubürger und internationale Gesichter. Die Fastnacht verbindet quer durch alle Gesellschaftsschichten. Gestern noch Fremde, heute Freunde im gemeinsamen Jubel. Ein kleines Mädchen neben mir fängt gekonnt eine Tüte Gummibärchen und teilt sofort mit seinem Nachbarn. Dieser spontane Moment rührt mich mehr als jede große Geste.
Die Fußgruppen der Trierer Vereine glänzen mit kreativen Kostümen und mitreißenden Choreografien. Die «Heideröschen» tanzen in perfekter Synchronität, während die «Moselfalken» mit ihren ausgefallenen Masken für Staunen sorgen. Der Zug wird noch bis in den frühen Abend durch die Straßen ziehen, aber schon jetzt ist klar: Dieser Rosenmontag schreibt ein neues Kapitel in Triers Karnevalsgeschichte. In Zeiten, die oft von Trennendem geprägt sind, zeigt unsere Stadtgemeinschaft heute ihre schönste Seite. Helau und von Herzen!