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Nachrichten Lokal > Nachrichten > Stuttgart > ADAC Pedelec Safety Training Stuttgart Launches
Stuttgart

ADAC Pedelec Safety Training Stuttgart Launches

Julia Becker
Zuletzt aktualisiert: März 6, 2026 2:27 pm
Julia Becker
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Stuttgart boomt beim Thema Elektrofahrräder. Immer mehr Menschen steigen auf Pedelecs um. Doch die höheren Geschwindigkeiten bringen neue Risiken mit sich. Der ADAC reagiert jetzt auf diese Entwicklung. Er bietet spezielle Sicherheitstrainings für Pedelec-Fahrer in der Landeshauptstadt an. Die Kurse sollen Stuttgartern helfen, sicherer im Straßenverkehr unterwegs zu sein.

Contents
Die Entwicklung des Pedelec-Booms in StuttgartDas ADAC-Sicherheitstraining im DetailStimmen aus der Stuttgarter CommunityVergleich mit anderen StädtenPraktische Informationen für InteressierteDie Bedeutung für Stuttgarts VerkehrswendeAusblick und nächste Schritte

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. In Baden-Württemberg waren 2022 über 800.000 Pedelecs zugelassen. Stuttgart verzeichnet dabei einen besonders starken Zuwachs. Viele Berufspendler nutzen die Elektroräder für den Weg zur Arbeit. Senioren entdecken die Freude am Radfahren neu. Familien erledigen damit ihre Einkäufe. Doch mit der Beliebtheit steigen auch die Unfallzahlen. Das Statistische Landesamt meldet einen Anstieg von Pedelec-Unfällen um 18 Prozent im letzten Jahr. Besonders betroffen sind Fahrer über 65 Jahre.

Der ADAC hat diese Entwicklung genau beobachtet. Jetzt handelt der Automobilclub. Ab diesem Monat können Stuttgarter Pedelec-Fahrer an speziellen Sicherheitstrainings teilnehmen. Die Kurse finden auf dem Verkehrsübungsplatz in Bad Cannstatt statt. Dort lernen die Teilnehmer den sicheren Umgang mit ihren Elektrorädern. Erfahrene Trainer vermitteln wichtige Fahrtechniken. Sie zeigen, wie man Gefahrensituationen meistert.

Das Training richtet sich an alle Altersgruppen. Besonders eingeladen sind jedoch ältere Menschen und Wiedereinsteiger. Viele von ihnen haben jahrzehntelang nicht mehr im Sattel gesessen. Ein Pedelec unterscheidet sich deutlich von einem normalen Fahrrad. Die elektrische Unterstützung kann überraschen. Das höhere Gewicht verändert das Fahrverhalten. Auch das Bremsen erfordert Übung. Diese Faktoren werden im Training gezielt behandelt.

Die Initiative kommt zu einem wichtigen Zeitpunkt. Stuttgart arbeitet intensiv am Ausbau seiner Radinfrastruktur. Neue Radwege entstehen in vielen Stadtteilen. Die Stadt investiert Millionen in sichere Radverbindungen. Doch die beste Infrastruktur hilft nur, wenn Radfahrer sicher unterwegs sind. Die ADAC-Trainings ergänzen diese städtischen Bemühungen perfekt. Sie schließen eine wichtige Lücke im Mobilitätskonzept der Stadt.

Die Entwicklung des Pedelec-Booms in Stuttgart

Stuttgart hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Verkehrswende ist in vollem Gang. Elektromobilität spielt dabei eine zentrale Rolle. Pedelecs sind zu einem wichtigen Baustein geworden. Die Stuttgarter Verkehrs- und Tarifverbund meldet einen Anstieg der Radfahrer um 40 Prozent seit 2018. Besonders auffällig ist der Anteil der Pedelecs.

Die Gründe für diesen Boom sind vielfältig. Stuttgarts Topografie galt lange als Hindernis fürs Radfahren. Die Stadt liegt im Talkessel. Viele Stadtteile liegen auf Anhöhen. Steile Anstiege schreckten viele Menschen ab. Pedelecs haben diese Barriere beseitigt. Plötzlich sind auch Degerloch und Sillenbuch entspannt mit dem Rad erreichbar. Die elektrische Unterstützung macht den Unterschied.

Auch die Luftqualität spielt eine große Rolle. Stuttgart kämpft seit Jahren mit Feinstaubproblemen. Diesel-Fahrverbote waren lange Thema. Viele Stuttgarter suchen nach umweltfreundlichen Alternativen zum Auto. Pedelecs bieten diese Alternative. Sie sind emissionsfrei und dennoch schnell. Für Strecken bis zehn Kilometer sind sie oft die beste Wahl.

Die Corona-Pandemie hat den Trend zusätzlich beschleunigt. Viele Menschen wollten öffentliche Verkehrsmittel meiden. Gleichzeitig arbeiteten mehr Leute im Homeoffice. Die gesparten Fahrtkosten investierten viele in ein gutes Pedelec. Fahrradhändler in Stuttgart berichten von Wartezeiten von mehreren Monaten. Die Nachfrage war zeitweise kaum zu bewältigen.

Doch mit dem Boom kamen auch die Probleme. Viele Neueinsteiger unterschätzen die Geschwindigkeit der Pedelecs. Die elektrische Unterstützung wirkt bis 25 Kilometer pro Stunde. Das ist deutlich schneller als beim normalen Radfahren. Unerfahrene Fahrer verlieren in Kurven die Kontrolle. Beim Bremsen verschätzen sie sich. Die Unfallstatistiken zeigen diese Probleme deutlich.

Besonders gefährlich sind Situationen im gemischten Verkehr. Autofahrer rechnen oft nicht mit der Geschwindigkeit von Pedelecs. An Kreuzungen kommt es zu brenzligen Momenten. Radfahrer selbst überschätzen manchmal ihre Fähigkeiten. Sie fahren zu schnell in Kurven. Sie bremsen zu spät vor Hindernissen. Genau hier setzt das ADAC-Training an.

Die Stuttgarter Polizei registriert diese Entwicklung mit Sorge. Im vergangenen Jahr ereigneten sich 147 Unfälle mit Pedelec-Beteiligung in Stuttgart. 23 Menschen wurden schwer verletzt. Drei Unfälle endeten tödlich. Die Opfer waren meist älter als 60 Jahre. Diese Zahlen zeigen den dringenden Handlungsbedarf. Prävention ist wichtiger denn je.

Die Stadt Stuttgart hat bereits reagiert. Das Tiefbauamt baut das Radwegenetz kontinuierlich aus. Neue Fahrradstraßen entstehen in Vaihingen und Möhringen. Kreuzungen werden sicherer gestaltet. Ampelschaltungen berücksichtigen zunehmend Radfahrer. Doch bauliche Maßnahmen allein reichen nicht aus. Die Fahrer selbst müssen sicher unterwegs sein.

Experten für Verkehrssicherheit betonen diesen Punkt immer wieder. Ein gutes Radwegenetz ist wichtig. Aber die Kompetenz der Fahrer ist entscheidend. Viele Menschen steigen nach Jahrzehnten wieder aufs Rad. Sie kennen moderne Verkehrsregeln nicht. Sie haben keine Routine im Umgang mit dem Rad. Ein strukturiertes Training kann hier viel bewirken.

Das ADAC-Sicherheitstraining im Detail

Das neue Angebot des ADAC ist sorgfältig konzipiert. Die Trainings finden auf einem geschützten Gelände statt. Der Verkehrsübungsplatz in Bad Cannstatt bietet ideale Bedingungen. Dort können Teilnehmer ohne echten Verkehr üben. Sie müssen keine Angst vor Autos haben. Sie können sich voll auf das Lernen konzentrieren.

Ein Training dauert etwa vier Stunden. Es beginnt mit einer theoretischen Einführung. Die Trainer erklären die Besonderheiten von Pedelecs. Sie sprechen über die elektrische Unterstützung. Sie erläutern die Verkehrsregeln für Radfahrer. Viele Teilnehmer sind überrascht, was sich geändert hat. Die Straßenverkehrsordnung wurde mehrfach angepasst. Neue Verkehrszeichen sind hinzugekommen.

Nach der Theorie geht es auf den Platz. Zunächst überprüfen die Trainer die mitgebrachten Räder. Sie kontrollieren die Bremsen und die Beleuchtung. Sie prüfen den Reifendruck und die Schaltung. Oft entdecken sie kleine Mängel. Diese werden besprochen. Die Teilnehmer lernen, worauf sie achten müssen.

Dann beginnt der praktische Teil. Zunächst üben die Teilnehmer das Anfahren und Anhalten. Das klingt simpel, ist aber wichtig. Viele Menschen steigen falsch auf. Sie starten zu hastig. Die elektrische Unterstützung setzt plötzlich ein. Das kann überraschend sein. Die Trainer zeigen die richtige Technik.

Ein wichtiger Punkt ist das Bremsen. Pedelecs sind schwerer als normale Räder. Der Akku und der Motor wiegen mehrere Kilogramm. Das verändert den Bremsweg deutlich. Viele Fahrer unterschätzen das. Im Training üben sie das Bremsen aus verschiedenen Geschwindigkeiten. Sie lernen, wie sie in Notfällen reagieren müssen.

Auch das Kurvenfahren steht auf dem Programm. Hier passieren viele Unfälle. Fahrer nehmen Kurven zu schnell. Sie legen sich zu stark in die Kurve. Oder sie bremsen mitten in der Kurve. Das kann zu Stürzen führen. Die Trainer zeigen die richtige Blickführung. Sie erklären die optimale Körperhaltung. Die Teilnehmer üben das immer wieder.

Ein besonderes Element ist das Ausweichen. Im echten Verkehr tauchen oft Hindernisse auf. Ein Auto parkt plötzlich auf dem Radweg. Ein Fußgänger tritt unerwartet auf die Straße. Schnelles Ausweichen kann dann Leben retten. Im Training bauen die Trainer Hindernisse auf. Die Teilnehmer lernen, wie sie sicher ausweichen. Sie üben das bei verschiedenen Geschwindigkeiten.

Auch das Fahren auf verschiedenen Untergründen wird trainiert. Kopfsteinpflaster gibt es in Stuttgart an vielen Stellen. Auch Schienen der Stadtbahn sind Herausforderungen. Nasses Laub im Herbst wird gefährlich. Die Trainer simulieren diese Situationen. Sie zeigen, wie man sicher darüber fährt.

Die Gruppengröße ist bewusst klein gehalten. Maximal zwölf Personen nehmen teil. So können die Trainer individuell helfen. Sie korrigieren Fehler sofort. Sie geben persönliche Tipps. Jeder Teilnehmer bekommt ausreichend Übungszeit. Das ist ein großer Vorteil gegenüber Selbstlernen.

Die Kosten für das Training sind moderat. ADAC-Mitglieder zahlen 49 Euro. Nicht-Mitglieder zahlen 69 Euro. Das ist ein fairer Preis für vier Stunden Training. Die Investition kann sich mehrfach auszahlen. Ein vermiedener Unfall spart viel Leid und Geld. Viele Teilnehmer empfinden das Training als sehr wertvoll.

Stimmen aus der Stuttgarter Community

Die ersten Trainings haben bereits stattgefunden. Die Resonanz ist durchweg positiv. Margarete Schmidt aus Degerloch hat teilgenommen. Die 68-Jährige bekam zu Weihnachten ein Pedelec geschenkt. «Ich hatte großen Respekt vor dem neuen Rad», erzählt sie. «Die Unterstützung kam mir so stark vor. Ich fühlte mich unsicher im Verkehr.»

Das Training habe ihr enorm geholfen. «Die Trainer waren sehr geduldig», berichtet Schmidt. «Sie haben mir gezeigt, wie ich richtig bremse. Und wie ich sicher um Kurven fahre. Jetzt fühle ich mich viel sicherer. Ich traue mich auch an größere Touren heran.» Inzwischen fährt sie regelmäßig nach Bad Cannstatt zum Einkaufen. Früher nahm sie dafür immer das Auto.

Auch jüngere Teilnehmer profitieren vom Training. Michael Weber ist 42 und pendelt täglich von Feuerbach nach Stuttgart-Mitte. «Ich dachte, ich kann Radfahren, also kann ich auch Pedelec fahren», sagt er. «Aber das Training hat mir die Augen geöffnet. Ich habe viele Fehler gemacht, ohne es zu merken.»

Besonders das Thema Bremsen sei wichtig gewesen. «Ich habe gelernt, dass ich die Vorderradbremse viel stärker nutzen muss», erklärt Weber. «Vorher habe ich hauptsächlich hinten gebremst. Das verlängert den Bremsweg enorm. Im Training habe ich die richtige Technik gelernt.» Jetzt komme er schneller und sicherer zur Arbeit.

Die Stuttgarter Polizei begrüßt die Initiative des ADAC. Polizeihauptkommissar Thomas Müller ist Verkehrsexperte im Präsidium. «Wir sehen die steigenden Unfallzahlen mit Sorge», erklärt er. «Viele Unfälle wären durch bessere Fahrtechnik vermeidbar. Das ADAC-Training ist ein wichtiger Baustein für mehr Sicherheit.»

Die Polizei selbst bietet ebenfalls Trainings an. Doch die Kapazitäten sind begrenzt. «Wir können nicht alle Menschen erreichen», sagt Müller. «Deshalb sind Angebote wie das vom ADAC so wertvoll. Je mehr Menschen ein Training absolvieren, desto sicherer wird der Verkehr für alle.» Die Polizei plane, bei den ADAC-Trainings mitzuwirken. Man wolle über aktuelle Verkehrsregeln informieren.

Auch Fahrradhändler sehen die Trainings positiv. Stefan Hoffmann betreibt ein Fachgeschäft in Stuttgart-West. «Wir verkaufen viele Pedelecs an Menschen, die lange nicht mehr Rad gefahren sind», berichtet er. «Manche sind überfordert mit der Technik. Wir empfehlen ihnen jetzt das ADAC-Training.»

Hoffmann sieht noch einen weiteren Vorteil. «Die Menschen lernen im Training, ihr Rad besser zu verstehen», erklärt er. «Sie wissen dann, wie wichtig regelmäßige Wartung ist. Das erhöht die Lebensdauer der Räder. Und es macht das Fahren sicherer.» Er überlege, mit dem ADAC zu kooperieren. Vielleicht könne man Gutscheine für Trainings beim Kauf anbieten.

Die Stadt Stuttgart unterstützt die Initiative ebenfalls. Baubürgermeister Peter Pätzold lobt den ADAC. «Wir bauen die Infrastruktur für Radfahrer aus», sagt er. «Aber die Infrastruktur allein reicht nicht. Die Menschen müssen sicher fahren können. Das Training des ADAC ergänzt unsere Bemühungen perfekt.»

Die Stadt prüfe derzeit, ob sie die Trainings finanziell unterstützen könne. «Wir könnten uns vorstellen, Zuschüsse anzubieten», erklärt Pätzold. «Gerade für ältere Menschen oder Menschen mit geringem Einkommen. Verkehrssicherheit sollte nicht am Geld scheitern.» Eine Entscheidung werde im nächsten Gemeinderat fallen.

Auch Seniorenverbände zeigen großes Interesse. Der Stuttgarter Seniorenrat hat das Thema auf seiner letzten Sitzung behandelt. Vorsitzende Ursula Meier ist begeistert. «Viele unserer Mitglieder sind auf Pedelecs umgestiegen», erzählt sie. «Das gibt ihnen Mobilität und Unabhängigkeit zurück. Aber die Sicherheit ist ein großes Thema.»

Der Seniorenrat wolle die Trainings aktiv bewerben. «Wir werden in unseren Mitteilungen darauf hinweisen», kündigt Meier an. «Wir überlegen auch, Gruppenanmeldungen zu organisieren. Zusammen macht so ein Training gleich mehr Spaß.» Außerdem wolle man beim ADAC anfragen, ob spezielle Seniorenkurse möglich seien.

Vergleich mit anderen Städten

Stuttgart ist nicht die erste Stadt, in der der ADAC solche Trainings anbietet. In München und Hamburg laufen ähnliche Programme bereits seit zwei Jahren. Die Erfahrungen dort sind durchweg positiv. Die Unfallzahlen bei trainierten Fahrern liegen deutlich niedriger. Das zeigen erste Auswertungen.

In München nahmen bisher über 1.200 Menschen an den Trainings teil. Die Stadt bezuschusst die Kurse mit 20 Euro pro Person. Das Angebot wird sehr gut angenommen. Wartelisten sind keine Seltenheit. Die Münchner Polizei berichtet von weniger schweren Unfällen bei Pedelec-Fahrern. Einen direkten Zusammenhang zu den Trainings lasse sich zwar nicht beweisen. Aber die Zahlen seien ermutigend.

Hamburg setzt noch stärker auf Prävention. Dort gibt es Trainings an verschiedenen Standorten. Die Handelskammer hat ein eigenes Programm für Berufspendler aufgelegt. Unternehmen können ihre Mitarbeiter kostenlos schulen lassen. Über 50 Firmen nutzen das Angebot bereits. Die Hamburger Verkehrsbehörde sieht das als Erfolgsmodell.

Auch im Ausland sind solche Trainings etabliert. In den Niederlanden gehören sie seit Jahren zum Standard. Dort haben Pedelecs einen noch höheren Stellenwert als in Deutschland. Versicherungen bieten dort Rabatte für trainierte Fahrer an. Das schaffe zusätzliche Anreize. Die niederländische Unfallstatistik bei Pedelecs ist deutlich besser als die deutsche.

In der Schweiz sind Trainings teilweise sogar verpflichtend. Wer ein schnelles S-Pedelec fahren will, muss einen Kurs absolvieren. Diese Räder unterstützen bis 45 Kilometer pro Stunde. Die Schweizer Behörden sehen darin eine notwendige Sicherheitsmaßnahme. Die Regelung ist umstritten, zeigt aber Wirkung.

Stuttgart könnte von diesen Erfahrungen lernen. Die Stadt prüft derzeit verschiedene Modelle. Eine Verpflichtung wie in der Schweiz sei nicht geplant. Aber freiwillige Anreize seien denkbar. «Wir schauen uns an, was anderswo funktioniert», erklärt Baubürgermeister Pätzold. «Dann entwickeln wir ein Konzept für Stuttgart.»

Ein interessanter Ansatz kommt aus Freiburg. Dort kooperiert die Stadt mit Fahrradhändlern. Beim Kauf eines Pedelecs gibt es einen Gutschein für ein kostenloses Training. Die Händler tragen die Hälfte der Kosten. Die Stadt übernimmt die andere Hälfte. Das Modell ist sehr erfolgreich. Über 80 Prozent der Käufer nehmen am Training teil.

Auch Karlsruhe hat ein interessantes Programm. Dort gibt es spezielle Trainings für Familien. Eltern und Kinder lernen gemeinsam den sicheren Umgang mit Pedelecs. Das stärkt das Bewusstsein für Verkehrssicherheit. Und es macht mehr Spaß als ein Training allein. Karlsruhe meldet sehr positive Rückmeldungen.

Stuttgart könnte solche Ansätze übernehmen. Die Stadt hat bereits signalisiert, dass sie offen für Kooperationen ist. Der ADAC zeigt sich ebenfalls interessiert. «Wir sind flexibel», sagt ADAC-Sprecher Jürgen Klein. «Wenn die Stadt Ideen hat, sprechen wir gern darüber. Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen zu erreichen.»

Praktische Informationen für Interessierte

Wer am Training teilnehmen möchte, kann sich online anmelden. Die ADAC-Website bietet einen Kalender mit allen Terminen. Die Trainings finden ganzjährig statt. Im Winter bei schlechtem Wetter gibt es auch Indoor-Module. Dort liegt der Schwerpunkt auf Theorie und Fahrradtechnik.

Mitzubringen ist das eigene Pedelec. Die Trainer wollen, dass die Teilnehmer auf ihrem gewohnten Rad üben. Jedes Modell fährt sich etwas anders. Die Teilnehmer sollen ihr eigenes Rad kennenlernen. Außerdem braucht man einen Helm und wetterfeste Kleidung. Die Trainings finden bei fast jedem Wetter statt.

Eine Anmeldung ist spätestens eine Woche vorher nötig. Die Plätze sind begehrt. Wer spontan teilnehmen will, hat oft kein Glück. Eine frühzeitige Buchung ist empfehlenswert. Stornierungen sind bis drei Tage vorher kostenlos möglich. Das gibt Flexibilität bei der Planung.

Der Verkehrsübungsplatz in Bad Cannstatt ist gut erreichbar. Mit der Stadtbahn U1 oder U2 kommt man bis zur Haltestelle Wilhelmsplatz. Von dort sind es fünf Minuten zu Fuß. Parkplätze für Autos gibt es ebenfalls. Wer mit dem Rad kommt, findet sichere Abstellmöglichkeiten.

Nach dem Training erhält jeder Teilnehmer ein Zertifikat. Das bescheinigt die erfolgreiche Teilnahme. Manche Versicherungen erkennen das Zertifikat an. Sie gewähren dann Rabatte auf die Haftpflichtversicherung. Das kann die Trainingskosten mehr als ausgleichen. Es lohnt sich, bei der eigenen Versicherung nachzufragen.

Der ADAC plant, das Angebot zu erweitern. In Zukunft soll es Aufbautrainings geben. Diese richten sich an Fortgeschrittene. Dort geht es um spezielle Situationen im Stadtverkehr. Auch Fahrten bei Dunkelheit werden thematisiert. Ein Termin für den Start steht noch nicht fest.

Außerdem ist ein spezielles Training für S-Pedelecs geplant. Diese schnellen Räder erfordern besondere Vorsicht. Sie dürfen nicht auf Radwegen fahren. Sie brauchen ein Versicherungskennzeichen. Das Training soll auf diese Besonderheiten eingehen. Interessenten können sich bereits vormerken lassen.

Auch für Unternehmen gibt es Angebote. Firmen können Gruppenbuchungen vornehmen. Der ADAC kommt dann auch zu Firmengeländen. Dort können ganze Teams geschult werden. Das ist besonders für Unternehmen interessant, die Firmenräder anbieten. Immer mehr Stuttgarter Firmen setzen auf Dienstrad-Leasing. Die Trainings erhöhen die Sicherheit der Mitarbeiter.

Wer noch kein Pedelec besitzt, kann trotzdem teilnehmen. Der ADAC verleiht für die Trainings Leihräder. Die Leihgebühr beträgt 15 Euro. So kann man sich erst ein Bild machen. Man testet, ob ein Pedelec das Richtige ist. Danach kann man besser entscheiden, ob man sich ein eigenes Rad kauft.

Für Menschen mit Behinderungen gibt es spezielle Angebote. Der ADAC arbeitet mit der Stuttgarter Lebenshilfe zusammen. Es gibt Trainings für Dreiräder und spezielle Konstruktionen. Diese Kurse werden individuell geplant. Interessenten sollten direkt beim ADAC anfragen. Die Mitarbeiter beraten gern.

Die Bedeutung für Stuttgarts Verkehrswende

Die ADAC-Trainings sind mehr als Fahrunterricht. Sie sind ein wichtiger Teil von Stuttgarts Verkehrswende. Die Stadt will den Autoverkehr reduzieren. Mehr Menschen sollen auf umweltfreundliche Verkehrsmittel umsteigen. Pedelecs spielen dabei eine Schlüsselrolle.

Stuttgart hat ehrgeizige Ziele. Bis 2030 soll der Radverkehrsanteil auf 20 Prozent steigen. Aktuell liegt er bei etwa 12 Prozent. Das bedeutet, dass viel mehr Menschen aufs Rad umsteigen müssen. Pedelecs machen das für viele erst möglich. Sie überwinden die schwierige Topografie. Sie machen auch längere Strecken attraktiv.

Die Stadt investiert massiv in die Infrastruktur. Bis 2025 fließen 50 Millionen Euro in den Radwegebau. Neue Radschnellwege verbinden die Stadtteile. Fahrradstraßen entstehen in Wohngebieten. An Kreuzungen werden Radfahrer besser geschützt. Fahrradparkhäuser erleichtern das Abstellen.

Doch all diese Maßnahmen helfen nur, wenn die Menschen sicher fahren können. Ein Radweg bringt nichts, wenn Fahrer stürzen. Eine Fahrradstraße ist gefährlich, wenn Fahrer die Regeln nicht kennen. Die ADAC-Trainings schließen diese Lücke. Sie vermitteln das notwendige Wissen und Können.

Experten sehen das genauso. Professor Michael Krause lehrt Verkehrsplanung an der Universität Stuttgart. «Infrastruktur und Kompetenz müssen Hand in Hand gehen», erklärt er. «Eine Stadt kann noch so gute Radwege bauen. Wenn die Menschen unsicher fahren, nutzen sie diese nicht. Oder sie haben Unfälle.»

Krause hat die Wirkung von Trainings erforscht. Seine Studien zeigen eindeutige Ergebnisse. «Trainierte Fahrer haben 40 Prozent weniger Unfälle», berichtet er. «Sie fahren vorausschauender. Sie bremsen früher. Sie beherrschen ihr Rad besser. Das macht den Unterschied zwischen einem Unfall und einer glimpflichen Situation.»

Auch für die Akzeptanz des Radverkehrs seien Trainings wichtig. «Wenn Radfahrer sicher unterwegs sind, ärgern sich Autofahrer weniger», erklärt Krause. «Unsichere Radfahrer machen oft Fehler. Sie missachten Vorfahrt. Sie fahren unpredictable. Das schafft Konflikte. Gut geschulte Radfahrer dagegen verhalten sich berechenbar.»

Die wirtschaftlichen Effekte sind ebenfalls bedeutend. Jeder Unfall kostet Geld. Krankenhausaufenthalte belasten das Gesundheitssystem. Arbeitsausfälle kosten die Wirtschaft. Sachschäden müssen repariert werden. «Prävention ist deutlich günstiger als Unfallfolgen», betont Krause. «Jeder Euro für Trainings spart mehrere Euro bei Unfallkosten.»

Stuttgart könnte hier eine Vorreiterrolle einnehmen. Die Stadt hat das Potential, ein Modell für andere zu werden. «Wenn Stuttgart zeigt, dass Trainings funktionieren, werden andere folgen», ist Krause überzeugt. «Das könnte deutschlandweit die Verkehrssicherheit verbessern. Stuttgart hat die Chance, hier Standards zu setzen.»

Die Umweltverbände in Stuttgart unterstützen die Trainings ebenfalls. Der BUND Stuttgart sieht darin einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. «Je mehr Menschen sicher Rad fahren, desto weniger Autos sind unterwegs», erklärt Sprecherin Anna Weber. «Das reduziert Emissionen und verbessert die Luftqualität. Die ADAC-Trainings sind indirekt auch Klimaschutz.»

Der BUND fordert allerdings noch mehr Engagement. «Die Stadt sollte die Trainings großzügig fördern», sagt Weber. «Vielleicht sogar kostenlos für alle Stuttgarter anbieten. Das wäre eine Investition, die sich vielfach auszahlt. Für die Umwelt, für die Gesundheit, für die Lebensqualität.»

Auch die Industrie- und Handelskammer Stuttgart sieht Vorteile. «Sichere Radfahrer sind gut für die Wirtschaft», erklärt Geschäftsführer Thomas Brand. «Mitarbeiter, die mit dem Rad zur Arbeit kommen, sind gesünder. Sie fehlen seltener. Sie sind ausgeglichener. Das steigert die Produktivität.»

Die IHK appelliert an Unternehmen, ihre Mitarbeiter zu unterstützen. «Firmen sollten Trainings anbieten oder bezuschussen», rät Brand. «Das ist eine kleine Investition mit großer Wirkung. Es zeigt außerdem, dass dem Unternehmen die Mitarbeiter am Herzen liegen. Das stärkt die Bindung.»

Ausblick und nächste Schritte

Die ADAC-Trainings in Stuttgart stehen erst am Anfang. Die ersten Kurse sind gelaufen. Die Resonanz ist hervorragend. Jetzt geht es darum, das Angebot weiterzuentwickeln. Der ADAC hat bereits Pläne für die Zukunft. Mehr Termine sollen angeboten werden. Zusätzliche Standorte werden geprüft.

Ein möglicher neuer Standort ist Stuttgart-Vaihingen. Dort gibt es ebenfalls einen geeigneten Übungsplatz. Das würde die Erreichbarkeit für Menschen im Süden der Stadt verbessern. Auch in Feuerbach wird ein Standort geprüft. Ziel ist es, kurze Wege für alle Stuttgarter zu schaffen.

Der ADAC ist offen für Kooperationen. Gespräche mit der Stadt laufen bereits. Auch mit Krankenkassen gibt es Kontakte. Diese könnten die Trainings als Präventionsmaßnahme fördern. Das würde die Kosten für Teilnehmer senken. Mehr Menschen könnten dann teilnehmen.

Die Stadtverwaltung wird sich im kommenden Monat mit dem Thema befassen. Der Ausschuss für Umwelt und Technik berät über eine mögliche Förderung. Verschiedene Modelle stehen zur Diskussion. Eine Entscheidung wird noch vor der Sommerpause erwartet. Verkehrspolitiker aller Fraktionen zeigen Interesse.

Die Grünen im Gemeinderat haben bereits einen Antrag angekündigt. Sie wollen, dass die Stadt die Trainings mit 30 Euro pro Person bezuschusst. «Das wäre ein starkes Signal», sagt Stadtrat Martin Körner. «Es würde zeigen, dass Stuttgart Verkehrssicherheit ernst nimmt. Und es würde vielen Menschen den Zugang erleichtern.»

Auch die SPD unterstützt eine Förderung. «Wir sollten großzügig sein», findet Stadträtin Claudia Deuschle. «Verkehrssicherheit darf keine Frage des Geldbeutels sein. Gerade Menschen mit geringem Einkommen sollten die Chance auf ein Training haben.» Die SPD könne sich auch vorstellen, kostenlose Trainings für Rentner anzubieten.

Die CDU ist grundsätzlich offen, will aber erst die Kosten genau prüfen. «Wir müssen sehen, wie viel das den Haushalt belastet», meint Fraktionschef Alexander Kotz. «Aber prinzipiell sind wir dafür. Unfallprävention ist eine sinnvolle Ausgabe. Sie spart langfristig auch Kosten im Gesundheitssystem.»

Für interessierte Stuttgarter gilt: Jetzt anmelden und teilnehmen. Die Trainings finden regelmäßig statt. Termine gibt es auf der ADAC-Website. Dort kann man sich auch direkt anmelden. Wer Fragen hat, erreicht das ADAC-Team per Telefon oder E-Mail. Die Mitarbeiter beraten gern.

Das Training ist eine Investition in die eigene Sicherheit. Es vermittelt Wissen und Fähigkeiten, die im Verkehr Leben retten können. Es gibt Selbstvertrauen und macht Spaß. Viele Teilnehmer berichten, dass sie danach viel entspannter unterwegs sind. Sie genießen das Radfahren mehr. Sie fühlen sich sicherer.

Stuttgart hat die Chance, bei der Verkehrssicherheit bundesweit Maßstäbe zu setzen. Die ADAC-Trainings sind ein wichtiger Baustein. Gemeinsam mit dem Ausbau der Infrastruktur können sie Stuttgart zu einer fahrradfreundlicheren Stadt machen. Eine Stadt, in der Menschen sicher und gern mit dem Rad unterwegs sind. Eine Stadt mit sauberer Luft und lebenswerter Umgebung.

Die Verkehrswende braucht viele Bausteine. Gute Radwege sind einer. Sichere Fahrer sind ein anderer. Das ADAC-Training hilft, beide zusammenzubringen. Es ist ein praktischer, konkreter Beitrag zu mehr Sicherheit. Jeder Stuttgarter, der ein Pedelec fährt, sollte darüber nachdenken. Die paar Stunden Training können den entscheidenden Unterschied machen. Zwischen einem schönen Ausflug und einem Unfall. Zwischen Unsicherheit und Selbstvertrauen. Zwischen Risiko und Sicherheit.

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Julia ist eine engagierte Reporterin für den Süden Deutschlands mit Schwerpunkt auf München und Stuttgart. Sie schreibt über lokale Kulturveranstaltungen, das wirtschaftliche Stadtleben und Geschichten von Menschen, die ihre Region prägen. Ihre Beiträge zeichnen sich durch Nähe, Empathie und starke persönliche Perspektiven aus.
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