Gestern Abend im Rhein-Energie-Stadion: Eine Entscheidung sorgt für Aufruhr. Der 1. FC Köln verliert knapp gegen Borussia Dortmund. Doch das Ergebnis ist Nebensache. Der Videoassistent steht im Mittelpunkt. Die Szene wird die Fans noch tagelang beschäftigen.
Es lief die 67. Minute. Kölns Stürmer geht im Strafraum zu Boden. Für viele ein klarer Elfmeter. Der Schiedsrichter winkt ab. Der VAR schaltet sich nicht ein. «Ich verstehe die Welt nicht mehr», sagte FC-Trainer Steffen Baumgart nach dem Spiel sichtlich frustriert. Die Bank tobte. Die Südkurve pfiff. Auf der Tribüne diskutierten Nachbarn hitzig. Mein Sitznachbar schüttelte nur den Kopf. «Das ist nicht mehr mein Fußball», murmelte er.
Der BVB nutzte die Verunsicherung geschickt aus. In der 81. Minute fiel das entscheidende Tor. Die Gäste jubelten. Die Heimfans fühlten sich betrogen. Solche Momente polarisieren den deutschen Fußball. Die Technologie sollte Gerechtigkeit bringen. Stattdessen entfacht sie neue Debatten. Ich erinnere mich an früher. Da gab es klare Fehlentscheidungen. Aber auch weniger Wut. Die Erwartungen sind heute höher.
Der VAR bleibt umstritten. Er verändert unsere Fußballkultur grundlegend. Emotionen werden ausgebremst. Jubel kommt verzögert. Manchmal gar nicht. Vielleicht müssen wir akzeptieren: Perfektion im Stadion gibt es nicht. Auch nicht mit Videobeweis.