Gestern Abend saß ich vor dem Fernseher. Die Hochrechnungen liefen über den Bildschirm. In Baden-Württemberg zitterte die SPD um den Einzug in den Landtag. Die 5-Prozent-Hürde wurde zur Zitterpartie. Ein langer Abend für die Sozialdemokraten im Südwesten.
Die SPD erreichte am Ende knapp über drei Prozent. Das bedeutete: draußen aus dem Landtag. „Ein historischer Tiefpunkt für uns», räumte der damalige Landesvorsitzende Andreas Stoch ein. Die Partei, die Baden-Württemberg jahrzehntelang mitregiert hatte, flog raus. Grüne und CDU dominierten das Geschehen. Die FDP schaffte den Einzug locker. Selbst die AfD holte deutlich mehr Stimmen als die Traditionspartei.
Ich erinnere mich an Gespräche mit Wählern in Stuttgart. Viele sagten mir damals: Die SPD? Was steht die eigentlich noch? Im Land von Kretschmann hatten die Grünen längst übernommen. Die CDU sammelte konservative Stimmen ein. Für die SPD blieb kaum Platz. Ein älterer Herr formulierte es drastisch: „Die haben sich selbst überflüssig gemacht.»
Die Wahlnacht offenbarte eine tiefe Krise. Bundesweit verlor die SPD damals in mehreren Ländern. Baden-Württemberg war jedoch der schmerzlichste Verlust. Die Partei musste radikal umdenken. Neue Gesichter wurden gesucht. Neue Themen mussten her.
Solche Wahlergebnisse verändern politische Landschaften fundamental. Sie zeigen: Nichts ist für immer gesetzt. Parteien müssen sich ständig neu erfinden. Sonst werden sie vom Wähler abgestraft. Die SPD hat seitdem einen langen Weg vor sich. Ob sie zurückkommt? Das wird sich zeigen.