Gestern Abend saß ich vor dem Fernseher und verfolgte die ersten Hochrechnungen. In Rheinland-Pfalz wird es spannend wie selten zuvor. CDU und SPD liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, das die politische Landschaft im Südwesten neu ordnen könnte. Die Zahlen ändern sich im Minutentakt, und die Spannung ist greifbar.
Nach aktuellen Prognosen liegt die CDU hauchdünn vor der SPD. Die Christdemokraten erreichen etwa 31 Prozent, die Sozialdemokraten folgen mit rund 30 Prozent dicht dahinter. Ein Ergebnis zum Nägelkauen. Alexander Schweitzer, der SPD-Spitzenkandidat, zeigt sich kämpferisch: „Wir geben erst auf, wenn das letzte Kreuz ausgezählt ist.» Seine Worte spiegeln die Stimmung wider. Auch bei der CDU herrscht verhaltener Optimismus. Die Grünen müssen mit deutlichen Verlusten rechnen und landen bei etwa 8 Prozent. Das Mainzer Weinviertel, traditionell eine SPD-Hochburg, könnte diesmal anders wählen. Bei meinem letzten Besuch dort spürte ich die Unzufriedenheit vieler Bürger. Wirtschaftliche Sorgen und Zukunftsängste bestimmen die Gespräche.
Die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz zeigt einmal mehr, wie volatil die politische Stimmung geworden ist. Koalitionsverhandlungen werden kompliziert und langwierig. Für die Menschen im Land beginnt nun das Warten. Wer regiert künftig an der Mainzer Staatskanzlei? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Rheinland-Pfälzer, sondern ganz Deutschland.