Die Arena verstummte. Der Stadionsprecher rief nach Ärzten. Auf dem Eis lag Edwin Tropmann regungslos. Was als Playoff-Partie begann, endete im völligen Chaos. Das Eishockeyspiel zwischen Ingolstadt und München zeigte die dunkle Seite des Sports.
Fabio Wagner, ausgerechnet ein Nationalspieler, checkte den 20-jährigen Tropmann brutal gegen den Kopf. Die Schiedsrichter ließen nach der Verletzung die letzten 100 Sekunden einfach ablaufen. An normales Eishockey war nicht mehr zu denken. Das Spiel stand bereits 7:2 für Ingolstadt. Insgesamt verhängten die Referees 175 Strafminuten – 125 davon gegen München. „Das hat mit Eishockey nichts zu tun», sagte Ingolstadts Manager Tim Regan später. „Das schadet unserem Produkt und der Gesundheit der Spieler.»
Ich habe schon viele hitzige Derbys erlebt. Aber solche Szenen gehen zu weit. Tropmann kam erst im Krankenwagen wieder zu sich. Er erlitt Kopf- und Nackenverletzungen. Wagner entschuldigte sich später per Video. Aber der Schaden war angerichtet. Schon vorher hatte Jeremy McKenna einen Gegner am Kopf getroffen. Gehirnerschütterung. Die Münchner Spieler mussten unter Polizeischutz das Stadion verlassen.
Der Sport lebt von Emotionen und Härte. Doch wenn Frust in blinde Aggression umschlägt, verlieren alle. Die Serie steht 2:2. Am Donnerstag geht es weiter. „Beide Seiten hoffen auf ein normales Spiel», so Red-Bull-Sportdirektor Christian Winkler. Die Frage bleibt: Was ist im Eishockey noch normal?