Gestern Abend an der Tankstelle: 2,35 Euro für den Liter Diesel. Die Frau vor mir schüttelt nur noch den Kopf. Seit dem Irankrieg kennen die Preise nur eine Richtung – nach oben. Jetzt meldet sich die Eisenbahngewerkschaft EVG zu Wort. Ihre Forderung: Die Bahn soll endlich günstiger werden.
«Anstatt sich von den Ölkonzernen an der Nase herumführen zu lassen, muss die Politik das Staatsunternehmen Deutsche Bahn nutzen», sagt EVG-Chef Martin Burkert im Interview. Er schlägt konkret vor: 30 Prozent Rabatt aufs Deutschlandticket. Im Fernverkehr sogar bis zu 50 Prozent weniger. Seine Begründung leuchtet ein. Wenn Autofahren unbezahlbar wird, braucht es Alternativen. Schnell und wirksam.
Seit Ende Februar sind die Kraftstoffpreise um ein Drittel gestiegen. Die neue Regelung bringt wenig. Tankstellen dürfen nur noch einmal täglich erhöhen. Die erhoffte Entspannung? Fehlanzeige. Ich selbst fahre inzwischen öfter mit dem Regionalexpress. Aber auch da wird es teurer.
Die Politik diskutiert verschiedene Lösungen. Finanzminister Klingbeil will eine Übergewinnsteuer und Preisdeckel. Wirtschaftsministerin Reiche denkt an höhere Pendlerpauschale. Die Grünen setzen aufs Tempolimit. Alles Vorschläge, die erst wirken müssen.
Der Gedanke der Gewerkschaft ist simpel: Die Bahn gehört dem Staat. Also kann der Staat auch die Preise senken. Gerade jetzt, wo Menschen nach bezahlbarer Mobilität suchen. Vielleicht wäre das mal eine Entlastung, die sofort spürbar wäre. Ohne großes Bürokratie-Theater.