Hamburg-Eidelstedt atmet auf. Nach Monaten der Ungewissheit und schwierigen Berechnungen steht fest: Das traditionsreiche Poseidon Bad am Olloweg bekommt eine Zukunftsperspektive. Der Bezirk Eimsbüttel hat beschlossen, dem Schwimmverein Poseidon e.V. 100.000 Euro aus seinen Sondermitteln zur Verfügung zu stellen. Dieses Geld ist kein Geschenk, sondern eine kluge Investition in die soziale Infrastruktur des Stadtteils und den Klimaschutz der Hansestadt.
Das Freibad, eine grüne Oase im dichtbesiedelten Eidelstedt, steht vor einer der größten Herausforderungen seiner jüngeren Geschichte. Die technischen Anlagen, vor allem die Heizung, sind in die Jahre gekommen. In einer Zeit explodierender Energiepreise wird der Betrieb immer teurer und die notwendige Klimawende scheint in weite Ferne zu rücken. Genau hier setzt die Förderung an. Mit den 100.000 Euro sollen Wärmepumpen installiert werden – eine Schlüsseltechnologie für den klimafreundlichen und wirtschaftlich tragfähigen Betrieb des Bades.
Vereinsvorsitzender Thomas Ahme zeigt sich erleichtert und dankbar. Gegenüber dem NDR bezeichnete er die Zuwendung als einen wichtigen Baustein für die Modernisierung. «Diese Unterstützung durch den Bezirk gibt uns Planungssicherheit und zeigt, dass die Bedeutung unseres Bades für den Stadtteil erkannt wird», so Ahme. Der Antrag, über den in der Bezirksversammlung abgestimmt wurde, war ein Gemeinschaftswerk. Die Fraktionen von SPD, Grünen und CDU zogen an einem Strang, ein seltenes und bemerkenswertes Zeichen der Einigkeit in kommunalpolitischen Sachfragen. Sie folgten damit auch dem starken Engagement vieler Eidelstedter Familien und Vereine, die sich lautstark für den Erhalt ihres Bades eingesetzt hatten.
Die Summe von 100.000 Euro mag auf den ersten Blick hoch erscheinen, doch im Kontext der notwendigen Gesamtmodernisierung ist sie ein entscheidender Hebel. Sie stammt aus den sogenannten bezirklichen Sondermitteln, einem Fördertopf, den Vereine und Initiativen für gemeinnützige Projekte anzapfen können. Damit wird kein laufender Betrieb quersubventioniert, sondern eine konkrete, zukunftsweisende Investition getätigt. Neben den Wärmepumpen ist auch der Einbau einer neuen Wasserfilteranlage geplant. Beides zusammen senkt die Betriebskosten langfristig und verbessert die Umweltbilanz massiv.
Das langfristige Ziel des Vereins ist ambitioniert: Bis 2030 soll das Poseidon Bad klimaneutral betrieben werden. In einer Stadt, die sich wie Hamburg der «Fridays for Future»-Bewegung und ehrgeizigen Klimazielen verpflichtet fühlt, ist solch ein Vorhaben an einem solchen Ort von besonderer Symbolkraft. Es zeigt, dass die Klimawende nicht nur in großen Industrieanlagen stattfinden muss, sondern auch im alltäglichen Leben der Stadtteile – beim Schwimmen lernen der Kinder, beim Sonnenbad der Senioren, beim Freizeitsport der Jugendlichen.
Für die Menschen in Eidelstedt und den umliegenden Vierteln ist das Bad weit mehr als nur ein Schwimmbecken. Es ist ein zentraler sozialer Treffpunkt, ein Stück Lebensqualität und für viele Familien oft die einzige kostengünstige Möglichkeit für Badeausflüge in der warmen Jahreszeit. Die Schließung oder auch nur eine deutliche Verteuerung der Eintrittspreise hätte daher soziale Folgen gehabt, die über den reinen Verlust einer Freizeiteinrichtung hinausgehen. Die Bezirkspolitiker haben dies offenbar verstanden.
Die Entscheidung aus Eimsbüttel ist auch ein Signal an andere Stadtteile und Bezirke. Sie zeigt, dass die Sanierung und klimafreundliche Umrüstung der oft in die Jahre gekommenen kommunalen Infrastruktur – seien es Bäder, Bibliotheken oder Jugendzentren – eine Gemeinschaftsaufgabe ist. Ohne die Arbeit der oft ehrenamtlich geführten Vereine und das entschlossene Handeln der lokalen Politik geht es nicht. Die 100.000 Euro für das Poseidon Bad sind daher mehr als nur eine Finanzspritze. Sie sind ein Bekenntnis zum Stadtteilleben, zum Vereinsengagement und zu einer klimagerechten Zukunft, die für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich bleibt.
- Wärmepumpeninstallation
- Einbau einer neuen Wasserfilteranlage
- Kostensenkung der Betriebskosten
- Verbesserung der Umweltbilanz
- Zukunftsperspektive für das Poseidon Bad
- Stärkung des sozialen Treffpunkts im Stadtteil
| Investition | Betrag | Zweck |
|---|---|---|
| Sondermittel Bezirk | 100.000 Euro | Modernisierung Poseidon Bad |
| Wärmepumpen | Im Rahmen der 100.000 Euro | Klimafreundlicher Betrieb |
| Wasserfilteranlage | Im Rahmen der 100.000 Euro | Langfristige Kostensenkung |