Auf meinem Weg durch Magdeburg bleibt mein Blick an Wahlplakaten hängen. Sie erzählen eine Geschichte, die weit über diese Stadt hinausweist. Sechs Wochen vor der Wahl in Sachsen-Anhalt zeigt eine neue Umfrage: 41 Prozent würden die AfD wählen. Das ist nicht nur eine Zahl. Es ist ein seismisches Signal.
Die CDU verliert, liegt bei 24 Prozent. „Berliner Themen hätten alles überlagert“, sagt Ministerpräsident Sven Schulze. Er sieht es als Ansporn. Für die AfD scheint der Weg klar. Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sagt: „Es gibt keinen anderen Weg.“ Doch eine Mehrheit von 60 Prozent lehnt eine Koalition mit der AfD ab. Selbst in der CDU-Basis sind 82 Prozent dagegen. Diese „Brandmauer“ hat Rückhalt. Ich frage mich, welche gesellschaftlichen Bruchlinien sich hier zeigen. Die Unzufriedenheit mit der Landesregierung ist hoch, bei 66 Prozent. Unter AfD-Anhängern sind es sogar 90 Prozent.
„Mit uns im Landtag kann es keine AfD-Regierung geben“, sagt Grünen-Kandidatin Susan Sziborra-Seidlitz. Ein kämpferischer Satz. Doch die Umfrage zeigt auch: Bei der Frage, wer regieren soll, liegen AfD und CDU fast gleichauf. Das ist der eigenteilige Kern. Die Menschen scheinen unschlüssig, wem sie die Zukunft zutrauen. Eine persönliche Erinnerung kommt mir: Das Gefühl von Verunsicherung in Gesprächen auf dem Wochenmarkt, das nicht nur politisch sondern existenziell ist.
Was bleibt? Eine polarisierte Landschaft kurz vor der Wahl. Die Umfrage ist eine Momentaufnahme, doch sie wirft lange Schatten. Sie spiegelt tiefe Verunsicherung und den Wunsch nach Veränderung. Ob dieser Wunsch in eine demokratische Zukunft oder in eine Spaltung mündet, das entscheidet sich jetzt auf den Straßen und in den Gesprächen Sachsen-Anhalts. Die heiße Phase beginnt.
- 41 Prozent der Wähler unterstützen die AfD
- CDU fällt auf 24 Prozent
- 60 Prozent lehnen eine Koalition mit der AfD ab
- 82 Prozent der CDU-Basis gegen Koalition
- 66 Prozent Unzufriedenheit mit der Landesregierung
- 90 Prozent Unzufriedenheit unter AfD-Anhängern
| Partei | Prozent |
|---|---|
| AfD | 41% |
| CDU | 24% |
| Grüne | N/A |
| Sonstige | N/A |