Im Brandenburger Wald ist es stiller geworden – nicht nur zwischen den Bäumen. Die Zahl der Adoptionen erreicht hier einen besorgniserregenden Tiefstand. Nur 113 Kinder fanden 2025 eine neue Familie, 14 weniger als im Jahr zuvor. Dabei wollen so viele Menschen ein Kind aufnehmen. Eine Erklärung für die insgesamt sinkenden Fallzahlen ist der anhaltende Rückgang der ‚klassischen‘ Fremdadoptionen, teilt das Statistische Bundesamt mit. Die Fortschritte in der Reproduktionsmedizin sind ein Grund, doch die Sehnsucht nach einem Kind bleibt.
Über 60 Prozent der Adoptierten waren jünger als drei Jahre. Mehr als die Hälfte der Adoptionen erfolgte innerhalb der Familie, etwa durch Stiefeltern. Für Paare, die ein fremdes Kind adoptieren möchten, wird der Weg jedoch immer länger und steiniger. Internationale Verfahren können Jahre dauern. Das Ministerium für Bildung und Jugend weiß um die Belastung: „Bewerbende erleben häufig die unbestimmte Wartephase nach einer erfolgreichen Registrierung als herausfordernd.” Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einem wartenden Paar in Potsdam – ihre Hoffnung war greifbar, die Unsicherheit ebenso.
Gleichzeitig blickt man kritisch auf die Vergangenheit. „Die Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels beginnt gerade erst”, heißt es zum Adoptionswesen vor dem Haager Übereinkommen. Während wir heute um jedes einzelne Kind ringen, mahnen uns die Schatten von gestern, wie zerbrechlich das Recht auf eine sichere Familie sein kann. Dieser Kontrast zwischen damals und heute, zwischen Mangel und Verantwortung bestimmt unsere gegenwärtige Debatte – und verlangt von uns beides: Mitgefühl und größte Sorgfalt.
- Sinkende Fallzahlen bei Adoptionen
- Über 60 Prozent der Adoptierten waren jünger als drei Jahre
- Mehr als die Hälfte der Adoptionen innerhalb der Familie
- Internationale Verfahren dauern Jahre
- Heranwachsen in unsicheren Wartephasen
- Aufarbeitung der Vergangenheit im Adoptionswesen
| Jahr | Anzahl der Adoptionen | Änderung |
|---|---|---|
| 2024 | 127 | – |
| 2025 | 113 | -14 |