Die Gerüchteküche brodelt rund um die Commerzbank-Arena in diesen Tagen. Während die Eintracht mit einem unerwarteten Sieg in Mannheim die Vorbereitung fortführte, hat sich hinter den Kulissen ein Transfermarathon abgezeichnet. Sportvorstand Markus Krösche und Trainer Adi Hütter stehen vor der mammutartigen Aufgabe, einen übervollen Kader zu verschlanken und gleichzeitig die letzten Puzzlestücke für eine wettbewerbsfähige Mannschaft zu setzen. Der neueste Coup: Die Verpflichtung von Raphael Onyedika.
Dieser Deal, über Wochen verhandelt, ist nun perfekt. Der 25-jährige Nigerianer wechselt für eine geschätzte Ablösesumme von zehn Millionen Euro vom FC Brügge an den Main. Sein Vertrag läuft bis 2031. Für die Eintracht ist dies ein strategisch kluger Schachzug, denn Onyedika gilt als einer der gefragtesten defensiven Mittelfeldspieler Europas. Sein Marktwert wird mit 23 Millionen Euro beziffert.
„Er überzeugt uns nicht nur mit seiner Robustheit und seinem strategischen Spielverständnis, sondern vor allem durch seine außergewöhnliche Konstanz“, schwärmte Markus Krösche bei der offiziellen Vorstellung. Die Zahlen geben ihm recht: In den letzten vier Spielzeiten kam Onyedika auf mindestens 42 Ligaeinsätze pro Jahr, dazu gesellen sich 24 Champions-League-Spiele und 26 Länderspiele für Nigeria. Er soll die ewige Baustelle im defensiven Zentrum der Hessen schließen.
Ein klarer Plan und eine harte Realität
Die Verpflichtung Onyedikas ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Trainer Adi Hütter machte nach dem 1:0-Testspielsieg beim SV Waldhof Mannheim unmissverständlich klar, dass der aktuelle Kader mit über 30 Profis zu groß ist. „Zwischen 20 und 23 Mann“ – so lautet sein Wunsch für die Bundesligaspielzeit. Ein überschaubarer Kreis, der ein intensives, zielführendes Training und eine stabile Gruppendynamik ermöglicht.
Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Eintracht in den verbleibenden Wochen der Transferperiode eine Verkaufsoffensive starten. Die Liste der Spieler, die den Verein verlassen sollen oder könnten, ist lang und beinhaltet teilweise prominente Namen:
- Arthur Theate
- Eric Dina Ebimbe
- Niels Nkounkou
- Ellyes Skhiri
- Fares Chaibi
- Jean-Matteo Bahoya
Diese radikale Verkleinerung ist notwendig, aber auch riskant. Sie stellt unter Beweis, dass die Verantwortlichen aus den Turbulenzen der vergangenen Saison gelernt haben und bereit sind, unbequeme Entscheidungen zu treffen. Der Druck auf Krösche, für diese Spieler noch passende und finanziell tragbare Abnehmer zu finden, ist immens.
Die andere Seite: Burkardt bleibt, Baum bleibt
Inmitten dieser Transferwirren sendet Adi Hütter aber auch klare Signale der Kontinuität und des Vertrauens in den eigenen Nachwuchs. Jonathan Burkardt, matchwinner in Mannheim mit seinem Tor zum 1:0, ist und bleibt eine tragende Säule. Sein unbändiger Wille, sein Torriecher und sein immenser Laufaufwand machen ihn für Hütter unverzichtbar.
Noch deutlicher wurde der Trainer bei Elias Baum. Um den 20-jährigen Mittelfeldspieler hatte es in den letzten Wochen überraschende Gerüchte gegeben, die ihn sogar mit Borussia Dortmund in Verbindung brachten. Hütter stellte sich nach dem Testspiel schützend vor den Youngster: „Er bleibt hier. Du musst einem Spieler aus dem eigenen Nachwuchs die Chance geben, wenn er die Qualität hat. Und er hat die Qualität.“
Diese Aussage ist ein Bekenntnis zum eigenen Ausbildungsweg und ein wichtiges Signal an die gesamte Jugendabteilung. Gleichzeitig unterstreicht sie die sportliche Einschätzung, dass Baum bereits jetzt eine Alternative für den Bundesligakader darstellt. Seine geschmeidige Aktion, die zum Siegtor von Burkardt führte, zeigte genau diese Qualität.
Der lange Weg zurück zur Normalität
Die Eintracht steht an einem Wendepunkt. Die Ära der großen, teuren Kader mit vielen Einzelspielern scheint vorbei zu sein. Stattdessen setzen Krösche und Hütter auf einen schlanken, homogenen und leistungsbereiten Kreis von 20-23 Spielern. Die Verpflichtung eines Topspielers wie Onyedika und das Festhalten an Identifikationsfiguren wie Burkardt und Baum sollen den Kern bilden.
Die größte Herausforderung der kommenden Wochen wird es sein, die geplanten Abgänge umzusetzen. Der Transfermarkt ist für verkaufswillige Klubs derzeit kein einfaches Pflaster. Gelingt es der Eintracht jedoch, ihren Kader auf das gewünschte Maß zu verschlanken und dabei die finanziellen Ziele nicht aus den Augen zu verlieren, könnte dies die Grundlage für eine konstantere und fokussiertere Saison sein.
Für die Fans in Frankfurt bedeutet dies eine Zeit des Abschieds von einigen bekannten Gesichtern, aber auch die Hoffnung auf einen frischen, geschlossenen Teamgeist. Die Weichen sind gestellt. Jetzt muss die schwierige Umsetzung folgen. Die Zeit bis zum Start der Bundesliga wird zeigen, ob der mutige Plan der Verantwortlichen aufgeht.
| Name der Spieler | Status |
|---|---|
| Arthur Theate | Verkaufskandidat |
| Eric Dina Ebimbe | Wechselt bald |
| Niels Nkounkou | Wechselt bald |
| Ellyes Skhiri | Verkaufskandidat |
| Fares Chaibi | Verkaufskandidat |
| Jean-Matteo Bahoya | Verkaufskandidat |