In Essen-Steele ist in der Ruhr ein Mann ertrunken. Das Unglück geschah am Montagabend und ist bereits der dritte tödliche Wasservorfall in der Region in diesem Sommer. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft warnt eindringlich davor, die Gefahren des Flusses zu unterschätzen.
Was in Essen-Steele passiert ist Am Montag, dem 3. August, gegen 17:30 Uhr, beobachteten mehrere Menschen einen Mann in Höhe des Freibads Steele, der zum Schwimmen in die Ruhr ging und nicht wieder auftauchte. Ein anderer Mann versuchte noch, den in Not Geratenen aus dem Wasser zu ziehen. Ein Kanufahrer beobachtete die Szene und konnte der herbeigerufenen Feuerwehr genau den Suchbereich eingrenzen.
Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und DLRG starteten einen Großeinsatz mit Tauchern, Rettungsbooten und einem Hubschrauber mit Wärmebildkamera. Kurz darauf konnten sie den 34-Jährigen aus dem Wasser bergen. Er wurde vor Ort wiederbelebt und mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht, wo er jedoch noch am späten Abend verstarb, wie die Polizei gegenüber Radio Essen mitteilte. Die Ermittler gehen von einem tragischen Badeunfall aus. Es wird vermutet, dass der Mann Nichtschwimmer war.
Ein tragischer Sommer für die Region Dieser Vorfall reiht sich in eine Serie tragischer Unglücke ein. Erst im Mai ertrank in Steele ein Junge in der Ruhr, im Juni dann ein junger Mann im Baldeneysee. Drei Todesfälle innerhalb weniger Monate werfen ein grelles Licht auf die anhaltende Gefahr, die von dem Fluss ausgeht, der für viele Essenerinnen und Essener im Sommer eine scheinbar verlockende Abkühlung bietet.
Die Ruhr, die sich durch zahlreiche Stadtteile schlängelt, ist ein prägendes Element des Ruhrgebiets. Ihr Ufer in Steeler Ruhrtal ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Doch unter der idyllischen Oberfläche lauern Gefahren:
- starke, unsichtbare Strömungen
- plötzliche Tiefenunterschiede
- kaltes Wasser, das auch geübte Schwimmer verkrampfen lassen kann
- gefährliche Unterwasserhindernisse wie Fahrräder
- Unterwasserhindernisse wie Baumstämme
- lebensbedrohliche Strömungen
DLRG warnt: „Die Gefahren werden unterschätzt“ Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt seit Jahren mit Nachdruck vor dem Baden in der Ruhr. „Die Gefahren werden massiv unterschätzt“, erklärt ein Sprecher der DLRG Essen. „Die Ruhr ist kein Badesee. Die Wasserqualität ist eine Sache, die lebensbedrohlichen Strömungen eine ganz andere. Selbst an heißen Tagen kann das Wasser in tieferen Schichten sehr kalt sein und zu Kreislaufproblemen oder Krämpfen führen.“
Die Einsatzkräfte wissen, wovon sie sprechen. Jedes Sommerwochenende müssen sie zu Einsätzen an der Ruhr und am Baldeneysee ausrücken, um in Not geratene Schwimmer zu bergen. Oft enden diese Einsätze glücklich, manchmal, wie nun in Steele, tragisch. Die DLRG appelliert an die Vernunft der Bürgerinnen und Bürger: „Nutzen Sie die offiziellen Freibäder und Badeseen, die von Rettungsschwimmern bewacht werden. Dort ist die Sicherheit gewährleistet.“
Gemeinschaft in Steele unter Schock In Steele, einem Stadtteil mit starker Nachbarschaftskultur, geht die Nachricht vom erneuten Unglück tief. Anwohner am Ruhrufer sind bestürzt. „Man hört immer wieder von Jugendlichen, die hier reinspringen“, erzählt eine Anwohnerin, die ihren Namen nicht nennen möchte. „Es ist so fahrlässig. Jedes Mal hofft man, dass nichts passiert, und dann doch.“ Der Tod des 34-Jährigen, eines Mannes in der Mitte des Lebens, macht die Gefahr auf besonders schmerzhafte Weise greifbar.
Der Vorfall wirft auch Fragen auf: Reichen die Warnschilder aus? Werden die Gefahren in der öffentlichen Wahrnehmung und vor allem bei jungen Menschen ausreichend kommuniziert? Nach dem Tod des Jungen im Mai waren die Warnungen kurzzeitig lauter geworden, doch mit der Sommerhitze scheint die Sorglosigkeit zurückgekehrt zu sein.
Polizei und Stadt appellieren an Verantwortung Die Polizei Essen bestätigt den Unfallhergang und unterstützt die Warnung der DLRG. Ein Sprecher der Stadt Essen verweist auf die bestehende Beschilderung an gefährlichen Stellen und die ständigen Aufklärungskampagnen in Kooperation mit der DLRG. „Letztlich liegt es in der Verantwortung jedes Einzelnen, lebensgefährliche Risiken zu vermeiden“, so der Sprecher. „Die Ruhr ist eine Bundeswasserstraße und kein Badegewässer. Das Schwimmen ist dort aus gutem Grund verboten.“
Bürgerinnen und Bürger, die an der Ruhr einen Menschen in Not sehen, werden gebeten, sofort den Notruf 112 zu wählen und niemals selbst ohne Rettungsmittel ins Wasser zu gehen, um nicht selbst in Gefahr zu geraten.
Ein trauriger Appell zum Sommerende Der Sommer 2025 wird in Essen von diesen tragischen Vorfällen überschattet sein. Jeder Todesfall ist einer zu viel. Die wiederholten Unglücke sind ein schmerzhafter Appell an alle, die an heißen Tagen Abkühlung suchen: Die vermeintlich erfrischende Ruhr kann tödlich sein. Die sichere Alternative sind die städtischen Bäder und der bewachte Baldeneysee.
Die Hoffnung aller Rettungskräfte und der Stadtverwaltung ist nun, dass diese schreckliche Serie mit dem Ende des Sommers ein Ende findet und dass die deutlichen Warnungen endlich Gehör finden, bevor sich weitere Familien von einem geliebten Menschen verabschieden müssen.