Die Zeunerstraße in Essen-Bredeney atmet wieder auf. Seit Mittwochmittag, dem 12. August, ist die wichtige Verbindungsstraße nach wochenlanger Vollsperrung für den Verkehr freigegeben. Für die Anwohnerinnen und Anwohner sowie die vielen Pendler, die täglich diese Strecke nutzen, bedeutet dies das Ende eines unplanmäßigen und nervenaufreibenden Umweges. Die Straße, die im Juni zwischen Gillhausenstraße und Redtenbacherstraße kurzfristig komplett gesperrt werden musste, ist jetzt wieder befahrbar. Der Grund für die drastische Maßnahme war so unsichtbar wie gefährlich: Unter dem Asphalt hatten Fachleute bei Routineuntersuchungen massive Hohlräume entdeckt. „Es bestand akute Einsturzgefahr“, erklärt ein Sprecher des Tiefbauamtes der Stadt Essen. „Eine Vollsperrung war unumgänglich, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten.“
Die Sanierungsarbeiten gestalteten sich aufwändig. Die unterirdischen Hohlräume, vermutlich durch ausgewaschenes Erdreich entstanden, mussten mit einer speziellen Injektionstechnik verfüllt und stabilisiert werden. Erst danach konnte die Fahrbahndecke instand gesetzt werden. Während der gesamten Sperrung war der Verkehr im südlichen Essener Stadtteil Bredeney massiv beeinträchtigt. Der Schleichverkehr durch ruhige Wohngebiete nahm zu, und die Ausweichrouten wie die Alfredstraße oder die Bredeneyer Straße waren chronisch verstopft. Für die lokalen Geschäfte entlang der Zeunerstraße waren die vergangenen Wochen eine harte Probe. „Viele Kunden sind einfach weggeblieben“, berichtet eine Inhaberin eines Schreibwarenladens nahe dem Bredeneyer Kreuz. „Die Leute sind den Umweg nicht gefahren oder sie hatten keine Lust, im Stau zu stehen. Wir spüren das ganz deutlich an unseren Zahlen.“
Auch wenn die durchgehende Fahrbahn jetzt wieder nutzbar ist, sind die Arbeiten noch nicht vollständig abgeschlossen. An den Bushaltestellen „Bredeney“ und „Bredeneyer Kreuz“ laufen noch letzte Instandsetzungsarbeiten. Aus diesem Grund wird der Verkehr auf dem Teilstück zwischen der Redtenbacherstraße und dem Walter-Sasse-Weg noch einspurig in Richtung Werden geführt. Eine Ampelregelung sorgt dafür, dass der Verkehr aus beiden Richtungen abwechselnd passieren kann. Die Stadt bittet hier weiterhin um Geduld und erhöhte Aufmerksamkeit von Autofahrern, Radfahrern und Fußgängern. „Wir rechnen damit, dass auch diese letzten Maßnahmen in den kommenden Tagen abgeschlossen sein werden“, so der Tiefbauamts-Sprecher.
Die überraschende Sperrung der Zeunerstraße wirft ein Schlaglicht auf den Zustand der Essener Verkehrsinfrastruktur. Sie ist eine von vielen Hauptverkehrsadern in der Stadt, die unter der stetigen Belastung des täglichen Verkehrs und teils veralteter Unterbau-Substanz leiden. In den vergangenen fünf Jahren musste die Stadt Essen für über 15 vergleichbare, ungeplante Großbaustellen infolge von plötzlich auftretenden Schäden wie Hohlräumen, Rohrbrüchen oder instabilen Stützmauern mehr als 8 Millionen Euro aus dem Notfallbudget bereitstellen. Die Zeunerstraße ist dabei kein Einzelfall. Erst im vergangenen Frühjahr sorgte ein ähnliches Problem auf der Gladbecker Straße in Altendorf für wochenlange Chaos.
- Über 15 ungeplante Großbaustellen
- Mehr als 8 Millionen Euro Kosten
- Akute Einsturzgefahr festgestellt
- Hohlräume unter Asphalt entdeckt
- Stadt bittet um erhöhte Aufmerksamkeit
- Durchgehende Fahrbahn wieder nutzbar
Für die Bürgerinnen und Bürger bleibt die Frage, ob solche Vorfälle früher erkannt werden könnten. Die Stadt verweist auf ein regelmäßiges Inspektionsprogramm, das jedoch angesichts des enormen Straßennetzes von über 2.100 Kilometern Länge an Grenzen stoße. Moderne Technologien wie radar-gestützte Untergrunduntersuchungen werden bisher nur stichprobenartig eingesetzt, da sie kostspielig sind. „Prävention ist das beste Mittel“, sagt eine Verkehrsplanerin, die nicht namentlich genannt werden möchte. „Aber dafür braucht es langfristige und planbare Investitionen in die Infrastruktur, die über das reine Flickwerk hinausgehen.“
Die Freigabe der Zeunerstraße ist somit eine Erleichterung, aber kein Grund zur Entwarnung. Sie zeigt, wie verwundbar unser alltägliches Verkehrsnetz ist und wie schnell sich das Leben in einem Stadtteil durch eine gesperrte Straße verändern kann. Die Essener Stadtverwaltung wird die Erfahrungen aus diesem Vorfall nun nutzen, um ihr Inspektionsregime zu überprüfen. Für die Menschen in Bredeney heißt es erstmal: Durchkommen. Die Rückkehr zur Normalität auf der Zeunerstraße ist ein kleines, aber wichtiges Stück Lebensqualität, das nun zurückkehrt.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Bauarbeiten Start | Juni |
| Sperrungsdauer | Wochenlang |
| Betroffene Straßen | Gillhausenstraße, Redtenbacherstraße |
| Instandsetzung Kosten | Unbekannt |
| Status der Fahrbahn | Wieder nutzbar |
| Übrige Arbeiten | An Bushaltestellen |