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Nachrichten Lokal > Nachrichten > Stuttgart > VfB Stuttgart: 8-Millionen-Euro-Deal für Milosevic – Wechsel zu Sporting Braga
Stuttgart

VfB Stuttgart: 8-Millionen-Euro-Deal für Milosevic – Wechsel zu Sporting Braga

Julia Becker
Zuletzt aktualisiert: August 18, 2026 6:59 p.m.
Julia Becker
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Stuttgart könnte bald einen bemerkenswerten wirtschaftlichen Erfolg aus einem Spielerverkauf verbuchen, der die komplexen Mechanismen und oft harten Realitäten des modernen Profifußballs widerspiegelt. Der junge serbische Stürmer Jovan Milosevic, der dem VfB Stuttgart seit 2023 angehört, steht laut mehreren Berichten, darunter der portugiesischen Zeitung „A Bola“ und dem englischen Journalisten Ben Jacobs, vor einem Wechsel zum portugiesischen Erstligisten Sporting Braga. Das Besondere: Während Milosevic für die Schwaben in zwei Jahren lediglich sechs Pflichtspiele absolvierte, könnte der Verein durch seinen Verkauf einen finanziellen Gewinn von rund 6,8 Millionen Euro erzielen.

Ein kurzes Stuttgart-Kapitel mit langem finanziellen Nachhall

Die Zahlen erzählen eine klare Geschichte von Investition und Rückfluss. Der VfB Stuttgart hatte Milosevic im Sommer 2023 von seinem serbischen Heimatverein Vojvodina Novi Sad für eine geschätzte Ablöse von 1,2 Millionen Euro verpflichtet. Der jetzt 21-Jährige unterschrieb damals einen Vertrag bis 2029. In der Bundesliga konnte sich der Angreifer jedoch nie durchsetzen. Sein letzter Einsatz datiert vom Januar 2024 – eine einzige Minute beim 5:2-Sieg gegen RB Leipzig. Angesichts starker Konkurrenz im Stuttgarter Sturm um Spieler wie Serhou Guirassy und Deniz Undav wurde Milosevic in der Folge mehrfach verliehen, um Spielpraxis zu sammeln.

Diese Leihstationen erwiesen sich jedoch als entscheidend für seine Entwicklung und letztlich für seine heutige Marktattraktivität. Nach einer ersten Leihe zum FC St. Gallen in der Schweiz folgte ein sehr erfolgreiches Jahr bei Partizan Belgrad von Januar bis Dezember 2025. In 30 Pflichtspielen erzielte Milosevic beeindruckende 19 Tore und zeigte sein Potenzial. Eine anschließende halbjährige Leihe zu Werder Bremen in der Rückrunde der Saison 2025/26 war zwar weniger spektakulär, aber dennoch solid: In 13 Bundesligaspielen gelangen ihm drei Tore und eine Vorlage. Diese Leistungen, erbracht unter den Augen europäischer Scouts, haben seinen Marktwert gesteigert.

Nun, so die übereinstimmenden Medienberichte, haben sich der VfB Stuttgart und Sporting Braga auf eine Transferablöse in Höhe von acht Millionen Euro geeinigt. Milosevic soll in Portugal einen Fünfjahresvertrag unterzeichnen. Für den VfB bedeutet dies, nach Abzug der damaligen Anschaffungskosten, einen satten finanziellen Gewinn. Eine offizielle Bestätigung der Vereine steht zwar noch aus, doch die Berichte erscheinen plausibel.

Was der Deal für Stuttgart bedeutet – mehr als nur Buchgewinn

Für die Verantwortlichen des VfB Stuttgart, insbesondere Sportdirektor Fabian Wohlgemuth und Geschäftsführer Alexander Wehrle, ist dieser potenzielle Transfer ein Beleg für eine erfolgreiche und nachhaltige Transferpolitik. Es zeigt das Modell, junge Talente mit Potenzial zu einem moderaten Preis zu verpflichten, sie gegebenenfalls durch gezielte Leihgaben weiterzuentwickeln und sie dann mit Gewinn zu verkaufen, wenn sie im eigenen, oft hochkarätigen Kader keinen Platz finden.

„Dieser mögliche Deal ist ein Musterbeispiel für kluge Klubführung“, analysiert ein lokaler Sportjournalist, der den VfB seit Jahren begleitet. „Man identifiziert ein Talent, gibt ihm die Chance, sich in Leihstationen zu beweisen, und realisiert am Ende einen deutlichen Wertgewinn. Diese Erlöse sind essentiell für die wirtschaftliche Gesundheit eines Bundesligisten und können in neue Verstärkungen oder die Jugend investiert werden.“

Der Gewinn aus dem Milosevic-Deal fließt in die Transferkasse des Vereins und stärkt die finanziellen Möglichkeiten für die anstehende Kaderplanung. In einer Zeit, in welcher die Einnahmen aus TV-Geldern und Sponsoring nicht unbegrenzt steigen, sind solche intelligenten Transfers ein wichtiger Baustein für die Wettbewerbsfähigkeit.

Die andere Seite der Medaille: Der Weg des Spielers

Während der VfB wirtschaftlich profitiert, ist die Geschichte für Jovan Milosevic persönlich eine andere. Sein Traum, sich in der Bundesliga und bei einem Top-Klub wie dem VfB Stuttgart durchzusetzen, hat sich nicht erfüllt. Sein Weg führte ihn nach seiner Ankunft fast direkt in die Leihstationen. Dennoch nutzte er diese Chancen, vor allem bei Partizan Belgrad, hervorragend, um seine Qualitäten unter Beweis zu stellen.

Sporting Braga, regelmäßiger Teilnehmer im europäischen Wettbewerb und bekannt für seine gute Talentförderung, scheint nun der nächste logische Schritt für seine Karriere zu sein. Die Primeira Liga gilt als eine technisch anspruchsvolle Liga, die oft ein Sprungbrett für weitere Wechsel in noch stärkere Ligen ist. Für Milosevic ist der Wechsel eine neue Chance, sich in einem neuen Umfeld zu etablieren und seine Entwicklung fortzusetzen.

Ein Lehrstück für die Zukunft

Der Fall Milosevic ist für die Stuttgarter Fans ein interessantes Lehrstück über die moderne Ökonomie des Fußballs. Nicht jeder verpflichtete Spieler wird zum Stammspieler und Idol. Einige erfüllen eine andere, aber ebenso wichtige Rolle: Sie sind Investitionen, deren Wert durch gezielte Entwicklung und einen späteren Verkauf gesteigert wird. Dieser Gewinn sichert den Klub finanziell ab und schafft Spielraum für andere Transfers.

Der voraussichtliche Abschied von Jovan Milosevic ist somit kein Zeichen von Misserfolg, sondern im Gegenteil ein Indikator für ein funktionierendes, durchdachtes System im Umfeld des sportlichen Kerns. Die Stuttgarter können sich über eine sehr gute finanzielle Transaktion freuen, während der Spieler selbst in Portugal eine neue Perspektive erhält. In der nüchternen Welt des Profifußballs ist das oft der beste Kompromiss für alle Beteiligten.

Wichtige Faktoren des Transfers

  • Transferablöse von 8 Millionen Euro
  • Vertrag über 5 Jahre bei Sporting Braga
  • Ursprünliche Ablöse von 1,2 Millionen Euro
  • 14 Pflichtspiele in der Bundesliga
  • Leihstationen in der Schweiz, Serbien und Deutschland
  • Steigerung seines Marktwerts
Leihstation Liga Tore Spiele
FC St. Gallen Schweiz N/A N/A
Partizan Belgrad Serbien 19 30
Werder Bremen Deutschland 3 13
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VonJulia Becker
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Julia ist eine engagierte Reporterin für den Süden Deutschlands mit Schwerpunkt auf München und Stuttgart. Sie schreibt über lokale Kulturveranstaltungen, das wirtschaftliche Stadtleben und Geschichten von Menschen, die ihre Region prägen. Ihre Beiträge zeichnen sich durch Nähe, Empathie und starke persönliche Perspektiven aus.
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