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Nachrichten Lokal > Nachrichten > Berlin > Basketball-WM in Berlin: Alba-Spielerinnen streben nach Medaille
Berlin

Basketball-WM in Berlin: Alba-Spielerinnen streben nach Medaille

Julia Becker
Zuletzt aktualisiert: August 19, 2026 3:59 p.m.
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Basketball-Weltmeisterschaft in Berlin

Es ist Mitte August, und die Luft in der Max-Schmeling-Halle riecht nach Holz, Lack und Ambition. Auf dem Parkett dribbeln, passen und werfen Spielerinnen in den Trikots von Alba Berlin und der deutschen Nationalmannschaft. In wenigen Wochen wird dieser Ort zum Zentrum der Basketball-Welt. Vom 4. bis 13. September findet hier und in der Arena am Ostbahnhof die Basketball-Weltmeisterschaft der Frauen statt. Für Berlin ist es ein sportliches Großereignis von historischer Dimension. Für zwei Spielerinnen des lokalen Clubs Alba Berlin könnte es der Karrierehöhepunkt werden: Nina Rosemeyer und Alina Hartmann haben gute Chancen, im deutschen Team vor heimischer Kulisse zu spielen.

„Es ist mega, dass das in Berlin stattfindet“, sagt Nina Rosemeyer. Die 26-Jährige spielt seit fünf Jahren für Alba. Ihr Gesicht ist konzentriert, aber ein Lächeln liegt darunter. „Ich finde es super, dass man hier – im eigenen Land – den Frauen-Basketball so pushen kann und auch, dass so viele Freunde und Familie zu den Spielen kommen können.“ Die Bedeutung des Turniers für die Stadt geht über den Sport hinaus. Es ist eine Chance, Berlin als weltoffene Sportmetropole zu präsentieren und einer breiten Öffentlichkeit die Faszination des Frauen-Basketballs nahezubringen. Der Deutsche Basketball Bund (DBB) rechnet mit ausverkauften Hallen und einem Millionenpublikum vor den Fernsehern.

Hintergrund und Kontext: Der lange Weg zur Weltbühne

Die Austragung einer Basketball-WM in Deutschland, insbesondere in Berlin, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis jahrelanger Arbeit und eines gewachsenen Selbstbewusstseins. Noch vor einer Dekade wäre ein solches Ereignis kaum denkbar gewesen. Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft rangierte oft im europäischen Mittelfeld, die öffentliche Wahrnehmung war gering, und die finanziellen Ressourcen begrenzt. Das hat sich gründlich geändert.

Ein entscheidender Wendepunkt war die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2024 in Paris – die erste Teilnahme überhaupt für die deutschen Basketballerinnen. Dieser Erfolg unter der damaligen Trainerin Lisa Thomaidis war eine Sensation und bewies, dass Deutschland international mithalten kann. Der aktuelle Bundestrainer Olaf Lange, ein Berliner Urgestein mit großer Erfahrung, hat diesen Prozess seit seinem Amtsantritt vor knapp einem Jahr weiter vorangetrieben. Unter seiner Führung hat sich das Team taktisch verfeinert und spielt einen mutigen, variablen Basketball.

  • Fünf deutsche Spielerinnen in der WNBA
  • Satou Sabally (Dallas Wings)
  • Leonie Fiebich (Los Angeles Sparks)
  • Steigende Mädchen-Anmeldungen
  • Öffentliches Interesse an Frauen-Basketball
  • Karrierehöhepunkt für Nachwuchsspielerinnen

Dennoch stehen der deutschen Mannschaft vor der WM große Herausforderungen bevor. Die Konkurrenz aus den USA, China, Australien oder Frankreich ist enorm. Zudem kämpft das Team mit Verletzungssorgen. Die Berliner Schwestern Nyara und Satou Sabally, absolute Leistungsträgerinnen, sind angeschlagen. Ihr Einsatz bei der WM gilt als fraglich. Die Rückkehr von Kapitänin Marie Gülich nach einem Kreuzbandriss im letzten Testspiel war daher ein wichtiges positives Signal. „Man muss alles geben – tausend Prozent. Hundert Prozent reichen manchmal nicht“, beschreibt Nina Rosemeyer die erforderliche Mentalität.

Perspektiven und Gemeinschaftsauswirkungen

Die Anwesenheit von Alba-Spielerinnen im Nationalteam hat eine besondere symbolische Kraft für Berlin. Alba Berlin ist mehr als ein Basketballclub; er ist eine städtische Institution, tief verwurzelt in den Kiezen. Seine Jugendprogramme, die „Alba‐Grundschulliga“, erreichen tausende Kinder. Wenn nun Spielerinnen aus diesem System auf der größten Bühne stehen, schließt sich ein Kreis. Es zeigt jungen Sportlerinnen in Marzahn, Neukölln oder Charlottenburg: Der Weg von der Schul-AG zur WM ist möglich.

Alina Hartmann, die seit Anfang des Jahres für Alba spielt, empfindet die Heim-WM als „fast noch besonderer als Olympia“. Die 30-Jährige war Teil des historischen Olympia-Teams in Paris. „Wir haben vor zwei Jahren schon gesagt: Das ist das Allergrößte. Jetzt aber vor den eigenen Fans zu Hause zu spielen – jetzt, wo ich auch in Berlin wohne – ist super besonders“, sagt sie. Diese Verbindung zwischen internationalem Spitzensport und lokaler Verwurzelung ist ein wertvolles Gut. Sie schafft Identifikation.

Für die Stadt Berlin bietet die WM eine enorme wirtschaftliche und imagefördernde Chance. Hotels, Gastronomie und der Einzelhandel in den Vierteln um die Spielstätten – Friedrichshain, Prenzlauer Berg – profitieren von den anreisenden Fans und Delegationen. Die geschätzten 40.000 zusätzlichen Übernachtungen und der erwartete Medienwert in dreistelliger Millionenhöhe sind wichtige Impulse. Doch der wahre Gewinn liegt im Immateriellen: im Gemeinschaftsgefühl, im Stolz und in der langfristigen Förderung des Sports.

Die Auswirkungen sind auch sozialer Natur. Große Sportevents können integrative Kraft entfalten. Basketball ist in Berlin ein Sport der Vielfalt, gespielt in urbanen Parks und modernen Hallen von Menschen unterschiedlichster Herkunft. Die WM kann diese inklusive Kraft sichtbar machen und dazu beitragen, Räume für Begegnung zu schaffen. Vereine und Initiativen planen bereits Public Viewings, Schulprojekte und „Try Basketball“-Aktionen, um den Funken überspringen zu lassen.

Lokalpolitische Dimensionen und Organisation

Die erfolgreiche Bewerbung und Ausrichtung der WM ist auch ein Verdienst der Berliner Politik und Verwaltung. Der Senat, vertreten durch die Sportverwaltung, hat die Bewerbung aktiv unterstützt und stellt erhebliche Mittel für die Infrastruktur, Sicherheit und Veranstaltungslogistik bereit. Die Kooperation zwischen dem DBB, den beteiligten Hallenbetreibern und den Bezirksämtern Friedrichshain-Kreuzberg und Pankow muss reibungslos funktionieren.

Kritische Stimmen fragen natürlich nach den Kosten und der Nachhaltigkeit des Events. Die Verantwortlichen betonen, dass beide Spielstätten – Max-Schmeling-Halle und Arena am Ostbahnhof – ohnehin existieren und modernisiert wurden. Es handelt sich nicht um teure Neubauten, die später verfallen könnten. Vielmehr geht es darum, bestehende Infrastruktur optimal zu nutzen. Ein Erfolg der WM könnte zudem weitere Großevents nach Berlin locken und den Standort langfristig stärken.

Politisch überparteilich getragen, steht das Event für ein Berlin, das trotz aller Haushaltsnöte handlungsfähig und attraktiv für die Welt sein will. Für die regierende CDU und den sportpolitischen Sprecher ist es eine Gelegenheit, Pragmatismus und Gestaltungswillen zu demonstrieren. Für die oppositionellen Grünen und SPD geht es darum, Themen wie Inklusion, Nachhaltigkeit bei der Veranstaltungsausrichtung und Breitensportförderung mit dem Event zu verbinden.

Was kommt nun? Ziele und Bürgerbeteiligung

Das sportliche Ziel der deutschen Mannschaft ist klar. „Das große Ziel ist natürlich eine Medaille“, sagt Nina Rosemeyer unumwunden. Alina Hartmann analysiert nüchtern: „Wir haben so viel Diversität auf allen Positionen… Wir sind unberechenbar, haben viele verschiedene Stärken und können deshalb für so ziemlich jede Nation eine Gefahr darstellen.“ Der finale Kader wird am 1. September bekannt gegeben. Bis dahin kämpfen Rosemeyer, Hartmann und ihre Konkurrentinnen in den Trainingslagern um jeden Platz.

Für die Berliner Bürgerinnen und Bürger beginnt jetzt die Phase der aktiven Teilhabe. Tickets für viele Spiele sind noch erhältlich. Wer keine Karte bekommt, kann die Spiele in den zahlreichen Public-Viewing-Area, die etwa am Alexanderplatz oder in ausgewählten Parks geplant sind, verfolgen. Lokale Vereine laden zu Schnuppertrainings ein, und Museen wie das Deutsche Sport & Olympia Museum planen begleitende Ausstellungen.

Die WM ist eine Einladung, Basketball neu zu entdecken – oder überhaupt zu entdecken. Sie ist eine Chance, für zwei Wochen den globalen Puls des Sports in der eigenen Stadt zu spüren und deutsche Spielerinnen anzufeuern, die vielleicht gerade von der Nachwuchsarbeit des Kiezlubbs um die Ecke geprägt wurden. „Vor allem wollen wir aber die Momente genießen – das ganze Drumherum in Berlin“, sagt Nina Rosemeyer. Diesen Moment des puren, verbindenden Sports kann die ganze Stadt mit ihr teilen. Es geht um mehr als Punkte und Rebounds. Es geht um ein Stück Berliner Sommermärchen, das auf dem Parkett geschrieben werden soll.


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VonJulia Becker
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Julia ist eine engagierte Reporterin für den Süden Deutschlands mit Schwerpunkt auf München und Stuttgart. Sie schreibt über lokale Kulturveranstaltungen, das wirtschaftliche Stadtleben und Geschichten von Menschen, die ihre Region prägen. Ihre Beiträge zeichnen sich durch Nähe, Empathie und starke persönliche Perspektiven aus.
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