Hamburg: Straßen rund um die neue Sternbrücke müssen länger gesperrt bleiben
Hamburg. Für alle, die auf ein baldiges Ende des Verkehrschaos im Bereich der neuen Sternbrücke gehofft hatten, gibt es eine herbe Enttäuschung. Die für Anfang September angekündigte Freigabe der zentralen Zufahrtsstraßen Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee wird sich deutlich verzögern. Die Hamburger Verkehrsbehörde bestätigte am Dienstag, dass die Straßen voraussichtlich erst Ende September wieder für den Verkehr freigegeben werden können. Dies verlängert eine der größten aktuellen Verkehrsbeeinträchtigungen in der Hansestadt um weitere Wochen.
Die Details der Verzögerung
Eigentlich sollte mit Abschluss der Markierungsarbeiten auf der neuen Brückenfahrbahn der Weg für die Öffnung der darunter liegenden Straßen frei sein. Doch bei den finalen Prüfungen und der technischen Abnahme der gesamten neuen Brückenkonstruktion haben sich unvorhergesehene Herausforderungen ergeben. Ein Sprecher der Verkehrsbehörde erklärte: «Die Sicherheit hat absolute Priorität. Bevor wir die Straßen unter der Brücke wieder freigeben, müssen wir hundertprozentig sicher sein, dass alle Gewerke – von der Statik bis zur elektrischen Installation – einwandfrei zusammenarbeiten. Diese finale Qualitätssicherung nimmt mehr Zeit in Anspruch als geplant.»
Konkret bedeutet das: Die Stresemannstraße und die Max-Brauer-Allee bleiben auf Höhe der Brücke für den Auto- und Radverkehr komplett gesperrt. Die vielbefahrenen Umleitungen über die Holstenstraße, den Neuen Kamp und die Budapester Straße behalten somit ihre Bedeutung. Für Anwohner und Gewerbetreibende in den betroffenen Stadtteilen Altona und St. Pauli ist dies eine weitere Belastungsprobe nach bereits monatelangen Bauarbeiten.
Auswirkungen auf den Stadtverkehr und die S-Bahn
Die Verlängerung der Sperrung wirkt sich wie ein Dominoeffekt auf den gesamten Verkehr im westlichen Zentrum aus. Der Verkehrsfluss auf den Ausweichrouten ist auch weiterhin stark beeinträchtigt, was zu längeren Stauzeiten besonders in den Stoßzeiten führt. Die Hamburger Verkehrsleitzentrale rät allen Pendlerinnen und Pendlern nach wie vor dringend, auf den öffentlichen Nahverkehr auszuweichen oder wenn möglich, flexiblere Arbeitszeiten zu nutzen.
Ein kleines Lichtblick gibt es jedoch für die Nutzer der S-Bahn. Während die Straßen darunter warten müssen, ist die neue Brücke selbst für den Schienenverkehr so gut wie fertig. Die Deutsche Bahn als Betreiberin der S-Bahn-Strecke bestätigte, dass die Testfahrten auf den neuen Gleisen planmäßig verlaufen. Die angestrebte Inbetriebnahme der S-Bahn-Linien S3 und S5 über die neue Sternbrücke zum Jahreswechsel 2026/2027 scheint damit weiterhin im Zeitplan zu liegen. «Die Arbeiten an der Brücke für den Schienenverkehr sind ein separater, fortgeschrittener Gewerk», so ein Bahnsprecher. Dies wäre die erste Etappe der lang ersehnten Rückkehr der S-Bahn nach Altona.
Reaktionen aus der betroffenen Nachbarschaft
In den Kiezen rund um die Baustelle stößt die Nachricht von der weiteren Verzögerung auf viel Unverständnis und Frust. «Man hat uns immer wieder Hoffnung auf ein baldiges Ende gemacht. Jetzt heißt es wieder warten. Der Lärm, der Staub und das Verkehrschaos vor der Haustür nerven einfach nur noch», sagt Michaela Berg, die in der Stresemannstraße einen Bioladen betreibt. Sie berichtet von spürbaren Einbußen, da viele Stammkunden den Weg durch das Baustellengewirr scheuten.
Auch die Bezirkspolitik reagiert kritisch. Der Altonaer Bezirksabgeordnete Thomas Fischer (SPD) fordert mehr Transparenz von der zuständigen Landesbehörde: «Die Menschen hier haben schon lange genug gelitten. Sie haben ein Recht auf eine klare und vor allem verlässliche Kommunikation. Warum wurden diese Verzögerungen nicht früher erkannt und kommuniziert?» Er pocht darauf, dass die nun genannte Frist Ende September unbedingt eingehalten werden müsse.
Was kommt als nächstes?
Die Verkehrsbehörde verspricht, den finalen Abnahmeprozess nun mit höchster Priorität zu beschleunigen, ohne dabei Kompromisse bei der Sicherheit einzugehen. Sobald alle Gutachten vorlägen und die Freigabe durch die Prüfingenieure erfolgt sei, könne die Räumung der Straßen und die Herrichtung der Fahrbahnen schnell gehen.
Für alle Autofahrerinnen und Autofahrer heißt es bis auf weiteres: Geduld bewahren und Alternativen prüfen. Die aktuelle Verkehrsführung bleibt unverändert bestehen. Die Stadt Hamburg appelliert erneut an das Verständnis der Bevölkerung und betont, dass die neue, moderne Sternbrücke nach ihrer vollständigen Fertigstellung ein zentraler und leistungsfähiger Verkehrsknoten für die gesamte Metropolregion sein wird – für die Schiene wie für die Straße. Bis es soweit ist, werden die Umleitungsschilder in Altona und St. Pauli noch ein paar Wochen länger stehen bleiben.
- Straßen bleiben gesperrt bis Ende September
- Verzögerungen aufgrund unvorhergesehener Herausforderungen
- Sicherheit hat höchste Priorität
- Umleitungen bleiben weiterhin wichtig
- Öffentlicher Nahverkehr empfohlen
- Inbetriebnahme S-Bahn-Linien im Zeitplan
| Aspekt | Status |
|---|---|
| Stresemannstraße | Vollsperrung bis Ende September |
| Max-Brauer-Allee | Vollsperrung bis Ende September |
| Testfahrten S-Bahn | Planmäßig |
| Inbetriebnahme S-Bahn-Linien | Geplant für 2026/2027 |
| Verkehrsumleitungen | Aktuell gültig |
| Öffentlicher Nahverkehr | Wird empfohlen |