Hamburg. Wer von Hamburg aus Richtung Asien reisen möchte, bekommt ab dem kommenden Jahr neue Möglichkeiten. Die jordanische Fluggesellschaft Royal Jordanian, die erst seit Ende März am Airport Hamburg aktiv ist, plant bereits eine deutliche Aufstockung ihrer Verbindungen in die jordanische Hauptstadt Amman. Von dort aus erschließt sich ein dichtes Streckennetz weiter in den Nahen und Fernen Osten. Diese Expansion findet trotz der anhaltend angespannten politischen Lage in der Nahost-Region statt und unterstreicht die strategische Bedeutung Hamburgs als Luftverkehrsdrehscheibe im Norden Deutschlands.
Für die Hansestadt und ihre Wirtschaft ist diese Entwicklung von großer Bedeutung. Ein erweitertes Streckenangebot stärkt nicht nur die internationale Anbindung der Metropolregion sondern bringt auch spürbare Vorteile für Handel, Tourismus und die Attraktivität des Standorts. Geschäftsreisende profitieren von direkteren Verbindungen zu wichtigen Wirtschaftszentren in Asien während Urlauber neue Reiserouten entdecken können. Der Flughafen Hamburg selbst festigt seine Position im Wettbewerb mit anderen deutschen Airports und schafft damit langfristig Arbeitsplätze und Wertschöpfung in der Region.
Ein schneller Start mit großen Plänen
Royal Jordanian hat den Flughafen Hamburg erst am 30. März dieses Jahres in ihr Streckennetz aufgenommen. Seitdem verbindet eine Maschine des Typs Airbus A320 die Elbe mit Amman. Die bisherige Frequenz von drei Flügen pro Woche erwies sich offenbar schnell als erfolgreich sodass die Airline nun nachlegt. Ab März 2025 soll das Angebot voraussichtlich auf fünf wöchentliche Verbindungen ausgebaut werden. Das bedeutet an zwei zusätzlichen Tagen pro Woche die Chance von Hamburg aus in den Nahen Osten zu fliegen.
„Wir sind sehr zufrieden mit der Aufnahme des Hamburger Flugbetriebs“, erklärt ein Sprecher der Fluggesellschaft. „Die Nachfrage aus Norddeutschland nach Verbindungen in den Nahen Osten und darüber hinaus nach Asien ist deutlich spürbar. Mit der Erhöhung der Frequenz reagieren wir auf diese Nachfrage und bieten unseren Passagieren mehr Flexibilität.“ Die Entscheidung für den Ausbau trotz der regionalen Spannungen zeigt das Vertrauen der Airline in die Hamburger Drehkreuz-Funktion und die Stabilität der Geschäftsbeziehungen.
Amman: Das Tor nach Asien
Die Bedeutung dieser neuen Flüge liegt weniger im Zielort Amman selbst sondern vielmehr in dessen Funktion als Drehkreuz. Der Queen Alia International Airport in der jordanischen Hauptstadt ist ein wichtiger Umsteigepunkt für Reisende aus Europa in Richtung Asien. Von Amman aus bedient Royal Jordanian zahlreiche Ziele im Nahen Osten, wie beispielsweise:
- Dubai
- Doha
- Kuwait-Stadt
- Bangkok
- Manila
- Neu-Delhi
Für viele norddeutsche Unternehmen, die enge Handelsbeziehungen in diese Wachstumsregionen unterhalten, verkürzt sich damit die Reisezeit deutlich. Statt Umwege über große Drehkreuze wie Frankfurt oder München in Kauf nehmen zu müssen bietet sich eine direktere Route. „Gerade für mittelständische Unternehmen aus Hamburg und Schleswig-Holstein ist eine gute Anbindung an asiatische Märkte existenziell“, betont ein Hamburger Wirtschaftssenator. „Jede Verbesserung der Luftverkehrsverbindungen ist ein konkretes Standortargument.“
Der Flughafen Hamburg im Wettbewerb
Die Gewinnung und Expansion von Royal Jordanian ist ein strategischer Erfolg für den Flughafen Hamburg. In den letzten Jahren stand der Airport im Schatten der großen deutschen Drehkreuze Frankfurt und München. Die Ansiedlung einer ausländischen Airline mit spezifischer Asia-Kompetenz eröffnet ein neues Marktsegment. „Unser Ziel ist es, das Portfolio für unsere Passagiere kontinuierlich zu erweitern“, sagt eine Flughafensprecherin. „Langstreckenverbindungen, insbesondere in wirtschaftlich starke Regionen wie Asien, haben für uns hohe Priorität.“
| Jahr | Passagiere |
|---|---|
| 2021 | 10 Millionen |
| 2022 | 13 Millionen |
| 2023 (Prognose) | 15 Millionen |
Was bedeuten die neuen Flüge für Hamburger Bürger?
Die Auswirkungen dieser luftverkehrspolitischen Entscheidung sind auch im Alltag der Stadt spürbar. Zum einen stärkt ein attraktiver internationaler Flughafen das Image Hamburgs als weltoffene und global vernetzte Metropole. Zum anderen schaffen die zusätzlichen Flugbewegungen und das potenziell steigende Passagieraufkommen Arbeitsplätze – nicht nur bei der Fluggesellschaft und am Airport selbst sondern auch in Zulieferbetrieben, im Sicherheitsdienst, im Einzelhandel oder im Hotelgewerbe.
Für reiselustige Bürgerinnen und Bürger erweitert sich der Horizont. Urlaubsziele, die bisher nur mit mehrmaligem Umsteigen oder langen Anreisen zu anderen Flughäfen erreichbar waren, rücken näher. Familien, die Verwandte in Asien haben profitieren von direkteren Verbindungen. Gleichzeitig wirft die Zunahme des Flugverkehrs auch Fragen zum Thema Nachhaltigkeit und Lärmbelastung auf, die in den betroffenen Stadtteilen wie Niendorf oder Langenhorn diskutiert werden müssen. Der Flughafen verweist hier auf die kontinuierliche Modernisierung seiner Flotte mit leiseren und effizienteren Maschinen, die auch Royal Jordanian einsetzt.
Ausblick: Eine wachsende Verbindung
Der geplante Ausbau der Royal-Jordanian-Verbindung ab März 2025 ist ein deutliches Zeichen für die dynamische Entwicklung des Hamburger Luftverkehrsmarktes. Sie zeigt, dass auch Airlines aus politisch sensiblen Regionen Hamburg als verlässlichen und nachfragestarken Partner schätzen. Sollte die Verbindung weiterhin so erfolgreich laufen ist es durchaus vorstellbar, dass in Zukunft auch größere Maschinen oder sogar tägliche Flüge ins Spiel kommen könnten.
Für Hamburg ist dies eine Chance sich im harten Wettbewerb der deutschen Flughäfen ein eigenes, starkes Profil zu erarbeiten – nicht als Massendrehkreuz sondern als spezialisierter und effizienter Gateway in bestimmte Weltregionen. Die neuen Flüge nach Amman und darüber hinaus nach Asien sind mehr als nur ein zusätzliches Angebot im Flugplan. Sie sind ein Stück Standortpolitik, die Hamburgs Rolle in der globalisierten Welt weiter festigt. Die nächsten Monate werden zeigen, wie die Passagiere aus Norddeutschland dieses neue Tor zur Welt annehmen.