Gerade war ich noch auf dem Rad unterwegs. Der Leveringhauser Weg, eine schmale Landstraße, eigentlich ein Idyll. Doch gestern Nachmittag sah es hier anders aus. Zwischen halb eins und halb sechs stand die Polizei da, unübersehbar. Sie maß das Tempo der vorbeifahrenden Autos. Das Ergebnis ist mehr als bemerkenswert.
525 Fahrzeuge passierten die Kontrollstelle. 111 davon waren zu schnell – das ist mehr als jedes fünfte Auto. Achtzehn Verstöße waren so gravierend, dass ein Ordnungswidrigkeitenverfahren droht. Der Spitzenreiter? Ein Dortmunder Pkw, der mit 58 km/h durch die eigentlich auf 30 km/h begrenzte außerörtliche Strecke brauste. Fast doppelt so schnell wie erlaubt. „Es geht hier nicht ums Kassefüllen, sondern um die Sicherheit aller,“ sagte mir ein Polizist vor Ort. „Gerade auf solchen schmalen Wegen ist ein Unfall mit überhöhter Geschwindigkeit oft schwer.“
Ich erinnere mich an eine ähnliche Messung vor einigen Jahren in einem anderen Stadtteil. Damals hieß es oft: „Da wird ja nie kontrolliert.” Vielleicht ist genau das das Problem. Die routinierte Nachlässigkeit. Man kennt die Strecke, es ist ruhig – also tritt man etwas fester auf. Doch wer rechnet schon mit einem Radfahrer hinter der nächsten Kurve oder mit einem Reh, das aus dem Feld springt? Meine persönliche Erfahrung als Radfahrerin auf solchen Wegen ist oft geprägt von einem mulmigen Gefühl, wenn Autos knapp und schnell vorbeiziehen.
Diese Zahlen von Leveringhausen sind ein klares Signal. Sie spiegeln eine bundesweit zu beobachtende Tendenz wider: Nach Jahren der Pandemie, mit weniger Verkehr, scheint bei einigen das Gefühl für angemessene Geschwindigkeit abhandengekommen zu sein. Es zeigt, dass Verkehrserziehung und -überwachung keine einmalige Sache sind, sondern eine Daueraufgabe für die Gemeinschaft. Letztlich entscheidet sich Sicherheit im Straßenverkehr nicht nur an Messstellen, sondern im Bewusstsein jedes einzelnen Fahrers, bevor er den Zündschlüssel dreht.
- Die Kontrollstelle ist unübersehbar.
- 525 Fahrzeuge passierten die Kontrolle.
- 111 Fahrzeuge waren zu schnell.
- Achtzehn Verstöße drohen mit einem Ordnungswidrigkeitenverfahren.
- Der Spitzenreiter überschritt die Geschwindigkeit fast doppelt.
- Die Sicherheitslage auf schmalen Straßen ist kritisch.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Kontrollzeit | Zwischen halb eins und halb sechs |
| Gesamtzahl Fahrzeuge | 525 |
| Zu schnell | 111 |
| Gravierende Verstöße | 18 |
| Höchste Geschwindigkeit | 58 km/h |
| Erlaubte Geschwindigkeit | 30 km/h |