Vor 17.083 Menschen in der ausverkauften Alten Försterei begann für die Frauen von Union Berlin die zweite Bundesliga-Saison mit einer schweren Aufgabe – und einer klaren Niederlage. Gegen den seit 43 Spielen ungeschlagenen Serienmeister FC Bayern München setzten sich die Münchnerinnen am Ende mit 4:1 (1:0) durch. Der große Rahmen, die Rekordkulisse und der Mut der Unionerinnen konnten die sportliche Überlegenheit der Gäste nicht aufwiegen.
Das Eröffnungsspiel der 37. Frauen-Bundesliga-Saison war ein Ereignis. 14 Fahnenträger zogen vor Anpfiff über den Rasen, riesige Wimpel mit den Klubemblemen wurden entrollt. Nie zuvor hatten mehr Zuschauer ein Bundesligaspiel der Union-Frauen verfolgt. Die Stimmung war fantastisch, die Enttäuschung am Ende dennoch groß. „Ein 1:4 ist sehr deutlich“, musste Cheftrainerin Marie-Louise Eta nach ihrem Bundesliga-Debüt auf der Union-Bank einräumen.
Die Partie begann vielversprechend für die Köpenickerinnen. Trotz der frühen Bayern-Dominanz in der Ballbesitzstatistik hatte Union die erste Großchance. In der 7. Minute brach Eileen Campbell durch, schob den Ball aber knapp am Tor von Ena Mahmutovic vorbei. Die frühe Führung, die dem Plan von Trainerin Eta entsprochen hätte, blieb aus. Stattdessen traf die deutsche Nationalspielerin Klara Bühl in der 26. Minute mit einem perfekt platzierten Freistoß aus 20 Metern ins lange Eck. Torhüterin Cara Bösl hatte keine Chance.
Nach der Pause entschieden die Münchnerinnen das Spiel innerhalb von 13 Minuten. Pernille Harder traf in der 47. Minute mit einem flachen Schuss von der Strafraumkante, ehe Glodis Viggosdottir in der 60. Minute nach einer Ecke auf 3:0 erhöhte. Union ließ den Kopf nicht hängen und wurde belohnt: Nele Bauereisen erzielte in der 79. Minute den Anschlusstreffer zum 1:3 und brachte die Alte Försterei noch einmal zum Beben. In der Schlussminute machte Sophie Proost mit dem 4:1-Endstand jedoch alles klar.
Für Marie-Louise Eta war es das erste Spiel als Cheftrainerin von Union Berlin. Im Vorfeld hatte sie Mut, frühes Pressing und schnelles Umschalten gefordert. In der ersten Halbzeit war dieser Plan phasenweise gut zu erkennen. „Was mir besonders gut gefallen hat, war, dass die Mannschaft weitergemacht und nicht die Köpfe hängen gelassen hat“, sagte Eta. Sie sah im aggressiven Gegenpressing gute Ansätze. Das Team habe den Gegner mehrfach unter Druck gesetzt und daraus gefährliche Umschaltmomente entwickelt. Im eigenen Ballbesitz habe jedoch stellenweise der Mut gefehlt, noch einen Schritt mehr zu wagen.
Nach der Pause und den zwei schnellen Gegentreffern nahm der Meister dann bewusst Tempo aus dem Spiel, kontrollierte die Räume und überließ Union mehr harmlosen Ballbesitz. Die Analyse von Union-Verteidigerin Samantha Steuerwald nach dem Spiel war ebenso klar wie selbstkritisch: „Gekillt haben uns die Standards.“ Das erste Gegentor aus einem Freistoß und das 3:0 nach einer Ecke seien vermeidbar gewesen. „Das werden wir uns anschauen und daraus lernen.” Offensiv sah sie jedoch Lichtblicke: „Man hat gesehen, dass wir einen guten Zug nach vorne haben. Was noch gefehlt hat, waren das Tor und die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.”
Der FC Bayern München setzte mit diesem Sieg eine beeindruckende Serie fort. Seit 43 Bundesligaspielen sind die Münchnerinnen nun ungeschlagen. Für Union Berlin ist die Niederlage gegen den absoluten Topfavoriten der Liga zwar kein Weltuntergang, aber eine deutliche Messlatte. Der Teamgeist und die kämpferische Leistung, besonders nach dem 0:3, sind positive Aspekte, auf die Trainerin Eta aufbauen kann.
Die große Kulisse hat gezeigt, dass das Interesse an den Fußballerinnen in Köpenick riesig ist. Jetzt geht es darum, aus den Fehlern zu lernen und in den kommenden, etwas ausgeglicheneren Partien die Punkte zu holen, die für die eigenen Saisonziele nötig sind. Das nächste Spiel wird zeigen, ob Union die Lektionen aus der Bayern-Pleite schon umsetzen konnte.
- Eröffnungsspiel der 37. Frauen-Bundesliga-Saison
- 14 Fahnenträger zogen über den Rasen
- Rekordkulisse von 17.083 Zuschauern
- Klara Bühl traf mit Freistoß
- Nele Bauereisen erzielte Anschlusstreffer
- Sophie Proost machte alles klar mit dem 4:1
| Spiel | Ergebnis | Datum |
|---|---|---|
| Union Berlin vs FC Bayern München | 1:4 | Unbekannt |