Supercup Hamburg: DBB-Team dominiert Kroatien
In der vollbesetzten Barclays Arena herrschte am Samstagabend eine besondere Atmosphäre. Knapp 9.000 Basketballfans sorgten für ein Meer aus Schwarz-Rot-Gold. Sie kamen, um Welt- und Europameister zu sehen. Was sie bekamen, war eine Demonstration der Stärke. Das deutsche Basketball-Nationalteam gewann das Finale des „Turkish Airlines Supercup“ mit einem deutlichen 98:76 (51:40) gegen Kroatien.
Der Sieg war nicht nur das Ergebnis herausragender Einzelleistungen, sondern eine geschlossene Mannschaftsanstrengung vom ersten Sprungball an. Ein klarer Verbesserungsschritt gegenüber dem holprigen Einzug ins Finale zwei Tage zuvor.
Ein Start, der keine Fragen offenließ
Während Bundestrainer Álex Mumbrú nach dem Auftaktsieg gegen Tschechien noch Unzufriedenheit mit der Reaktionszeit seiner Mannschaft geäußert hatte, schien das Problem am Samstag gelöst. „Heute waren wir vom ersten Moment an präsent“, sagte Mumbrú nach dem Spiel gegenüber Nachrichten Lokal. „Die Konzentration, die Verteidigung, die Kommunikation auf dem Feld – das war auf dem Niveau, das wir von uns erwarten. Das macht mich besonders stolz.“
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Deutschland begann das Spiel mit einer 12:0-Laufzeit und zwang Kroatien in den ersten fünf Minuten zu sechs Ballverlusten. Die deutsche Defensive, angeführt von Isaac Bonga und Niels Giffey, ließ den kroatischen Angriffen, orchestriert von NBA-Star Mario Hezonja, kaum Raum zum Atmen. Die Kroaten fanden bis zur Mitte des ersten Viertels nicht in ihren Rhythmus.
Thiemann und Schröder führen souverän
Auf der Offensivseite war die deutsche Spielmacherqualität überragend. Kapitän Dennis Schröder (Charlotte Hornets), der im Finale nur 25 Minuten spielte, steuerte 15 Punkte und neun Assists bei. „Wir wollten heute von Beginn an unseren Stempel aufdrücken“, sagte Schröder nach dem Spiel. „Wir haben gelernt, dass wir auch ohne die volle Trainingszeit zusammenkommen und dominant spielen können. Das gibt uns Rückenwind für die Qualifikation.“
Die effizienteste Waffe des Abends war jedoch Johannes Thiemann. Der neue FC-Bayern-Spieler, der erst vor wenigen Tagen aus Japan zurückgekehrt war, warf 22 Punkte bei einer Trefferquote von über 70 Prozent. Seine Präsenz unter dem Korb, sowohl in der Offensive als auch in der Defensive, war ein entscheidender Faktor.
„Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, wieder in diesem Trikot zu spielen und vor dieser Kulisse zu gewinnen“, sagte Thiemann. „Die Jungs haben mich super integriert. Wir haben eine besondere Chemie in diesem Team, das macht Spaß.“
Gemeinschaftsleistung und Blick nach vorn
Ein besonderes Augenmerk verdient die Leistung der gesamten Mannschaft. Mumbrú rotierte erneut durch und gab allen zwölf aktiven Spielern bedeutende Einsatzzeiten. Jeder trug etwas zum Sieg bei, sei es durch harte Verteidigung, wichtige Dreier oder kluge Pässe. Die Tiefe des Kaders, eine der größten Stärken der deutschen Mannschaft, war erneut sichtbar.
Für die Kroaten, die am Freitag noch die Türkei in einem Herzschlagfinale bezwungen hatten, war die deutsche Abwehr zu dominant. Mario Hezonja, ihr Topscorer, kam auf 18 Punkte, wurde aber durchgehend von mehreren deutschen Verteidigern bedrängt und musste 19 Würfe für seine Punktausbeute aufbringen.
Der Supercup-Sieg in Hamburg ist für das DBB-Team mehr als nur ein Titelerfolg in einem Vorbereitungsturnier. Er ist ein wichtiges psychologisches Signal in einem Jahr ohne große Endrunde und dient als Brücke zu den entscheidenden WM-Qualifikationsspielen in der kommenden Woche.
Das sagt Hamburgs Sport-Szene
Der Supercup war ein voller Erfolg für den Standort Hamburg. Die Barclays Arena war an beiden Abenden nahezu ausverkauft. „Wir haben gezeigt, dass Hamburg eine Basketball-Stadt ist“, sagte ein Sprecher der Arena gegenüber Nachrichten Lokal. „Die Stimmung war fantastisch, und die Organisation des Events durch den Deutschen Basketball Bund war erstklassig.“
Lokale Basketballvereine nutzten das Event, um für den Sport zu werben. „So ein Event inspiriert unzählige Kinder, selbst zum Ball zu greifen“, sagte Matthias Loibl, Jugendtrainer beim BC Hamburg. „Die Präsenz der Nationalmannschaft in unserer Stadt ist ein riesiger Schub für die gesamte Basketball-Community hier.“
Für Bundestrainer Mumbrú bleibt die Arbeit nach dem Triumph. „Der Pokal ist schön, aber er ist nicht das Ziel“, resümierte er. „Das Ziel ist, uns zu verbessern und für die Qualifikation bereit zu sein. Heute war ein Schritt in die richtige Richtung. Aber nächste Woche zählt nur eins: gewinnen.“
Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft verlässt Hamburg mit einem Titel im Gepäck und dem klaren Beweis, dass die Gold-Generation auch 2025 hungrig und dominant ist. Für die Fans in der Barclays Arena und im ganzen Land war es ein eindrucksvolles Sommer-Wochenende, das die Vorfreude auf die kommenden Aufgaben und letztlich auf die Olympischen Spiele 2028 weiter anheizt.
Schlüsselpunkte
- Deutsches Team gewinnt Supercup mit 98:76 gegen Kroatien.
- Starke Leistungen von Schröder und Thiemann.
- Defensive ließ Kroatien kaum Chancen.
- Teamarbeit und tiefer Kader entscheidend für den Sieg.
- Positives Signal für bevorstehende WM-Qualifikation.
- Veranstaltung stärkt Basketball-Community in Hamburg.
Spielstatistik
| Team | Punkte | Bälle verloren | Rebounds |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 98 | 10 | 40 |
| Kroatien | 76 | 15 | 32 |