Vom 18. bis 27. September 2026 wird Frankfurt zur Bühne für eine der wichtigsten Fragen unserer Zeit: Wie sieht und schmeckt unser Essen in der Zukunft? Das Foodtura-Festival, mittlerweile eine feste Größe im Kalender der Stadt, kehrt mit einem ambitionierten Programm zurück. Rund 50 Veranstaltungen – von Workshops und Kochkursen über besondere Dinner bis zu Mitmachaktionen für Familien – laden die Frankfurter Bürgerinnen und Bürger ein, über den Tellerrand zu blicken. Das Besondere: Viele dieser Angebote sind kostenfrei und damit für alle Teile der Stadtgesellschaft zugänglich.
Initiiert von Klimagourmet und der Initiative Gastronomie Frankfurt (IGF) mit Unterstützung des städtischen Wirtschaftsdezernats, verfolgt Foodtura ein klares Ziel. „Foodtura verbindet Menschen und macht Mut: zu neuen Ideen, mehr Miteinander und einer Ernährung, die Zukunft mitdenkt“, beschreibt Claudia Stiefel vom Kommunikationsstudio Ubermut, eine der Mit-Initiatorinnen, den Geist des Festivals. Es ist mehr als eine Reihe kulinarischer Events; es ist eine Plattform für den gesellschaftlichen Dialog über Nachhaltigkeit, Gemeinschaft und regionale Wertschöpfung direkt vor unserer Haustür.
Das Herzstück des Festivals schlägt auch in diesem Jahr im Massif Central in der Bethmannstraße, das als Festivalzentrum dient. Die Eröffnungsparty am 18. September läutet zehn intensive Tage ein. Ein Highlight ist der neu konzipierte „Foodtura Playground“ am 19. September. Von 13 bis 18 Uhr verwandeln lokale Initiativen und Kreative das Massif Central in einen lebendigen Markt der Möglichkeiten mit Mitmachständen, Mini-Workshops und Kostproben. Am selben Abend wird dort ein mehrgängiges, rein pflanzliches Menü serviert, das von Menschen mit und ohne Fluchterfahrung gemeinsam zubereitet wird – ein starkes Symbol für die verbindende Kraft des Essens.
Die Frankfurter Gastronomieszene zeigt sich von ihrer innovativsten Seite. Das Restaurant Kismet im Nordend veranstaltet einen exklusiven Supper Club, das Tonka lädt gemeinsam mit der Genossenschaft „Die Kooperative“ zu einem zehngängigen Farm-to-Table-Dinner, und der Verein Bionales widmet sich in einem Fine-Dining-Menü hessischen Hülsenfrüchten. Wer selbst aktiv werden möchte, findet ein breites Workshop-Angebot:
- Die Kunst der Fermentation bei „A Pinch of Salt“
- Verarbeitung von altem Brot zu traditionellem Kwas bei „Frajda Pierogi“
- Entdeckung regionaler „Superfood“-Alternativen bei „Scape“
- Wilde Kräuter und regionale Zutaten bei „Fleckenbühler“
- Nachhaltige Kochtechniken im „Küchenlabor“
- Herstellung von Pflanzenmilch bei „Veggie Dreams“
Ein zentrales Anliegen des Festivals ist die Bildung. Spezielle Angebote für Schulen und Kitas bringen Kindern nachhaltige Ernährung spielerisch nahe, etwa bei Apfelbaum-Suchen oder Picknicks mit regionalen Produkten. Doch das Festival denkt auch an diejenigen, die unser tägliches Essen zubereiten: Eine Fachkonferenz am 21. September im Upper East Site beschäftigt sich mit der Zukunft der inhabergeführten Gastronomie. Themen wie der Einsatz Künstlicher Intelligenz, neue Führungskulturen und langfristige Kundenbindung stehen hier im Fokus und zeigen, dass nachhaltige Ernährung auch faire Arbeitsbedingungen und zukunftssichere Betriebe umfasst.
Was das Foodtura-Festival von anderen kulinarischen Events unterscheidet, ist sein tiefer lokaler und sozialer Anker. Es ist kein kommerzielles Großevent, sondern ein Gemeinschaftsprojekt, das von zahlreichen Frankfurter Akteuren getragen wird. Es schafft Begegnungsräume – wie das Stadtteilpicknick in Ginnheim, das im vergangenen Jahr Menschen unterschiedlichster Hintergründe zusammenbrachte. In einer Stadt, die von Diversität lebt, aber auch soziale Spannungen kennt, sind solche niedrigschwelligen Treffpunkte von unschätzbarem Wert. Sie stärken das Wir-Gefühl und machen globale Themen wie Klimaschutz und Ressourcenschonung im eigenen Viertel erlebbar.
Das Festival trifft damit den Nerv einer gesellschaftlichen Entwicklung, die auch in Frankfurt immer spürbarer wird: Der Wunsch nach Transparenz, Regionalität und einem bewussteren Konsum. Es bietet Antworten auf die Frage, was jeder Einzelne tun kann, und verwandelt abstrakte Debatten in konkrete Geschmackserlebnisse und handfestes Wissen. Indem es Profis, Hobbyköche, Familien und Neugierige zusammenbringt, fördert es den Austausch und die demokratische Teilhabe an der Gestaltung unserer Ernährungswende.
| Datum | Veranstaltung | Ort |
|---|---|---|
| 18. September 2026 | Eröffnungsparty | Massif Central |
| 19. September 2026 | Foodtura Playground | Massif Central |
| 21. September 2026 | Fachkonferenz | Upper East Site |
| 27. September 2026 | Abschlussveranstaltung | Massif Central |
| TBA | Exklusive Supper Club | Kismet |
| TBA | Farm-to-Table-Dinner | Tonka |
Das komplette Programm mit allen 50 Veranstaltungen, Terminen und Details zur Anmeldung finden Interessierte auf der offiziellen Website des Foodtura-Festivals. Für Frankfurterinnen und Frankfurter, die mehr über die Zukunft ihres Essens erfahren und diese aktiv mitgestalten möchten, sind diese zehn Tage im September eine einzigartige Gelegenheit. Es geht um mehr als gutes Essen – es geht um die Zukunft unserer Stadtgemeinschaft.