Es war einer dieser magischen Fußballabende, wie sie nur der Pokal schreibt. Im ausverkauften Stadion an der Mercedes-Benz Arena lag noch die leichte Nervosität der ersten Pflichtspielsaison in der Luft. Schließlich wartete mit Hansa Rostock kein leichtes Los. Doch dann betrat ein junger Mann in den weißen VfB-Trikots mit der Nummer 19 die Bühne und schrieb innerhalb von 90 Minuten Geschichte. Dzenan Pejcinovic, der 25-Millionen-Euro-Neuzugang, erzielte in seinem ersten offiziellen Spiel für den VfB Stuttgart drei Tore und führte seine Mannschaft mit einem unwiderstehlichen 4:0-Sieg in die zweite Runde des DFB-Pokals. Damit knackte er einen Vereinsrekord, der seit über zwei Jahrzehnten Bestand hatte.
Für die über 50.000 Zuschauer im Stadion und die vielen Fans vor den Bildschirmen war es mehr als nur ein Fußballspiel. Es war die Geburtsstunde eines neuen Idols. Der 21-jährige Offensivspieler, der erst vor wenigen Wochen vom österreichischen Club RB Salzburg nach Stuttgart wechselte, zeigte von der ersten Minute an, warum der VfB so beharrlich um seine Dienste geworben hatte. Sein erstes Tor in der 18. Minute war ein Kunstwerk: Ein schneller Antritt am linken Flügel, ein geschicktes Ausspielen zweier Gegenspieler und dann ein abgezogener Schuss aus halblinker Position, der unhaltbar im langen Eck versank. Die Arena explodierte.
Doch Pejcinovic war noch nicht fertig. Kurz vor der Pause zeigte er seinen Instinkt vor dem Tor. Nach einer geschickten Ballstaffel mit Serhou Guirassy legte Deniz Undav den Ball perfekt in den Lauf des Neulings. Ohne zu zögern schob Pejcinovic eiskalt am Rostocker Torhüter vorbei zum 2:0 ein. Der Traumeinstand war perfekt, die Begeisterung grenzenlos. In der 82. Minute setzte er dann noch einen drauf und vollendete nach Vorarbeit von Chris Führich zum 4:0 und seinem persönlichen Hattrick.
Ein Rekord, der 24 Jahre Bestand hatte
Was Pejcinovic an diesem Abend vollbrachte, hat zuletzt vor 24 Jahren ein VfB-Spieler geschafft. Im Februar 2001 traf der damalige Winter-Neuzugang Adhemar in seinem ersten Bundesligaspiel für die Schwaben ebenfalls dreifach gegen den 1. FC Kaiserslautern. Der Brasilianer, der vom Club AD Sao Caetano kam, wurde damit sofort zum Fanliebling. Pejcinovic steht nun neben ihm in den Geschichtsbüchern des Vereins.
Sogar der legendäre Einstand von Carlos Mané aus dem Jahr 2016 wird damit übertroffen. Der Portugiese hatte damals in seinem ersten Zweitligaspiel gegen Greuther Fürth in der 1. und 4. Minute getroffen – ein Blitzstart, der bis heute in Erinnerung geblieben ist. Drei Tore in einer Partie setzen jedoch noch einen drauf.
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß zeigte sich nach dem Spiel zwar begeistert, mahnte aber auch zur Besonnenheit. „Das ist natürlich ein Superstart, aber gerade jetzt müssen wir die Füße auf dem Boden lassen“, sagte Hoeneß im ZDF-Interview. „Wir haben uns sehr um ihn bemüht, die Überzeugung war von Anfang an groß. Der Junge macht Spaß und es ist natürlich super für ihn, jetzt so reinzukommen.“
Bescheidenheit trotz Triumph
Was vielleicht noch mehr beeindruckte als die drei Tore selbst, war die Bescheidenheit des jungen Spielers nach dem Spiel. Statt sich selbst in den Vordergrund zu stellen, betonte Pejcinovic die Mannschaftsleistung: „Für mich ist auch wichtig, dass ich für die Mannschaft arbeite, dass ich meinen Teil für den Erfolg erledige. Das ist mir heute ganz gut gelungen.“
Diese Einstellung könnte der Schlüssel sein, warum der VfB so viel in den jungen Stürmer investiert hat. In einer Zeit, in der junge Fußballstars oft mit großer Publicity und noch größerem Ego einhergehen, wirkt Pejcinovic wie ein angenehmer Gegenentwurf. Sein Fokus liegt eindeutig auf dem Platz und dem Erfolg des Teams.
Für den VfB Stuttgart ist dieser Auftakt mehr als nur ein gelungener Pokaleinzug. Es ist ein Statement an die Konkurrenz und ein Beweis, dass die Verpflichtung von Pejcinovic ein strategischer Meilenstein sein könnte. In einer Saison, in der die Schwaben wieder um die vorderen Plätze in der Bundesliga mitspielen wollen, braucht es genau solche Spieler, die in entscheidenden Momenten den Unterschied machen können.
Die Fans in Stuttgart haben an diesem Abend einen neuen Helden gefunden. Doch wie so oft im Fußball geht es jetzt darum, aus einem Traumstart eine kontinuierliche Erfolgsgeschichte zu schreiben. Wenn Pejcinovic seine Leistungen bestätigen kann, dann haben die Schwaben nicht nur einen talentierten Stürmer verpflichtet, sondern vielleicht den Schlüsselspieler für eine erfolgreiche Ära. Die Reise hat gerade erst begonnen, aber der erste Schritt war spektakulär.
- Magischer Fußballabend
- 3 Tore in 90 Minuten
- Vereinsrekord geknackt
- Neues Idol geboren
- Bescheidenheit trotz Triumph
- Statement an die Konkurrenz
| Spieler | Tore | Team | Übertragene Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Dzenan Pejcinovic | 3 | VfB Stuttgart | Neues Idol |
| Adhemar | 3 | VfB Stuttgart | Fanliebling |
| Carlos Mané | 2 | VfB Stuttgart | Blitzstart |