Es war einer dieser typischen Pokalabende, an denen die Nerven blank liegen und die Luft knistert vor Spannung, auch wenn die Tabellenplatzierung etwas anderes vermuten lässt. Der Zweitligist Hertha BSC hat sich in der ersten Runde des DFB-Pokals 2025 einen zähen und hart erkämpften Einzug in die nächste Runde gesichert. Beim Drittligisten 1. FC Saarbrücken setzte sich die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl erst im Elfmeterschießen mit 4:2 durch, nachdem es nach regulärer Spielzeit und Verlängerung 1:1 gestanden hatte. Für die Berliner bleibt damit der besondere Traum vom Finale im eigenen Olympiastadion lebendig. Saarbrücken hingegen, das in der vergangenen Saison bis ins Halbfinale vorstieß, musste diesmal eine frühe Niederlage hinnehmen.
Die Begegnung verlief genau so, wie man es von einer Pokalpartie erwartet: mit viel Leidenschaft, Überraschungsmomenten und einem dramatischen Finale. Hertha begann die Partie bestimmend und zeigte vor allem über die rechte Seite mit Deyovaisio Zeefuik gefährliche Ansätze. Zweimal hatte der Außenverteidiger in der frühen Phase die Chance zur Führung. Zunächst vereitelte Saarbrückens Torhüter Kevin Broll mit einer starken Parade aus kürzester Distanz (4. Minute), kurz darauf scheiterte Zeefuik selbst am Aluminium (16.). Auch Sebastian Grönning verfehlte aus günstiger Position das Tor (25.). Trotz dieser deutlichen Überlegenheit und Kontrolle über das Spielgeschehen fehlte es den Berlinern in der ersten Halbzeit an der notwendigen Konsequenz im Abschluss.
Auf der anderen Seite zeigte der 1. FC Saarbrücken, warum er als unberechenbarer Pokalspezialist gilt. Die Mannschaft stand kompakt, ließ wenig Raum und wartete geduldig auf Konterchancen. Eine solche hatte Kapitän Florian Pick (12.), und auch Abdenego Nankishi ließ kurz vor der Pause eine große Möglichkeit aus (42.). Die Berliner gingen mit dem besseren Spiel, aber ohne Torvorsprung in die Kabine.
Nach dem Seitenwechsel setzte Hertha seinen Kurs fort. Die Initiative blieb klar bei den Gästen aus der Hauptstadt, doch das alte Problem der vergebenen Chancen setzte sich fort. Kevin Sessa war zweimal nah dran (51., 55.), doch der Durchbruch wollte einfach nicht gelingen. Bis zur 69. Minute. Dann traf Paul Seguin mit einem absolut sehenswerten Distanzschuss, der unhaltbar im Winkel einschlug und die Berliner verdient in Führung brachte. Es sah nach dem entscheidenden Treffer aus, doch der Pokal hat seine eigenen Gesetze.
In der Nachspielzeit der regulären Spielzeit schlug Saarbrücken zurück. Philip Fahrner erzielte in der 92. Minute den Ausgleich und schickte die Partie in eine nervenaufreibende Verlängerung. In diesen zusätzlichen 30 Minuten ermattete das Spiel sichtlich. Große Torchancen blieben Mangelware. Ein Kopfball von Pascal Klemens (92.) für Hertha und ein Schuss von Luca Schuler (112.) für Saarbrücken, der zu zentral auf Keeper Marius Gersbeck traf, waren die einzigen nennenswerten Momente. Das Elfmeterschießen musste entscheiden.
Hier wurde Hertha-Keeper Marius Gersbeck zum Matchwinner. Der Torwart parierte zwei der Saarbrücker Elfmeter sicher und gab seiner Mannschaft so den Rückenwind für den Sieg. Alle Berliner Schützen trafen sicher, sodass Hertha BSC am Ende mit 4:2 im Elfmeterschießen die Oberhand behielt und sich den Ticket für die zweite Pokalrunde sicherte.
| Aspekte der Partie | Details |
|---|---|
| Team | Hertha BSC |
| Gegner | 1. FC Saarbrücken |
| Ergebnis | 1:1 nach regulärer Spielzeit, 4:2 im Elfmeterschießen |
| Tore | Paul Seguin (Hertha), Philip Fahrner (Saarbrücken) |
| Held des Spiels | Marius Gersbeck (Hertha) |
| Besondere Statistiken | 2 Elfmeter pariert |
Diese Partie war ein Spiegelbild der aktuellen Situation bei Hertha BSC. Sie zeigte die spielerische Überlegenheit und die guten Ansätze unter Stefan Leitl, aber auch die anhaltende Schwäche in der Chancenverwertung, die in der Liga schon oft Punkte gekostet hat. Der Sieg, so hart erkämpft er war, gibt dem Team jedoch einen enormen psychologischen Schub. Der Pokalweg geht weiter, und mit jedem weiteren Sieg wächst der ganz besondere Traum, das Finale im eigenen Stadion zu erleben – eine Motivation, die die gesamte Saison beflügeln kann.
- Intensive Pokalabende
- Hertha BSC sichert sich den Einzug
- Spannendes Elfmeterschießen
- Marius Gersbeck als Matchwinner
- Chancenverwertung bleibt ein Problem
- Traum vom Finale im Olympiastadion
Für den 1. FC Saarbrücken ist das Turnier dagegen früh beendet. Nach der märchenhaften Halbfinalreise des Vorjahres mussten die Saarländer diesmal eine enttäuschende Niederlage hinnehmen. Sie kämpften aber, wie es ihre Pokal-Tradition verlangt, bis zur letzten Sekunde und bewiesen erneut, dass sie für jeden Gegner eine unangenehme Hürde sind.
Hertha BSC kann nun mit einem guten Gefühl in die kommenden Aufgaben blicken. Der Fokus liegt nun wieder voll auf der 2. Liga, wo der Aufstieg das absolute Saisonziel bleibt. Aber im Hinterkopf schwelt nun wieder verstärkt der Pokaltraum – und der nächste Gegner wird wissen, dass diese Hertha nicht nur kämpfen, sondern auch leiden kann, um ihr Ziel zu erreichen.