Es ist ein schlichter Satz, der bei mir im Kopf bleibt, seit ich die Drohung der Bahngewerkschaft EVG las: «Keiner weiß vor seiner Schicht, ob er wieder gesund nach Hause kommt.» Das sagte Ralf Damde von DB Regio. Diese existenzielle Unsicherheit soll Alltag sein? Hinter den Kulissen unserer täglichen Pendelfahrten brodelt es gewaltig.
Die Gewerkschaft droht mit bundesweiten Streiks im Regionalverkehr ab Januar. Der Grund ist erschütternd konkret: Sie fordern endlich ein Gesetz für härtere Strafen bei Angriffen auf Zugpersonal. «Die Regierung betreibt Arbeitsverweigerung, die Eisenbahner zahlen dafür mit ihrer Gesundheit oder gar ihrem Leben,» wirft EVG-Chef Martin Burkert vor. Er erinnert an Serkan Çalar, der vor einem halben Jahr im Dienst getötet wurde. Die politischen «betroffenen Gesichter» seien da, klare Taten aber nicht. Ich frage mich, wie lange man so etwas hinnehmen kann, bevor man zur letzten Warnung greift.
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) nennt Sicherheit im Zug eine «Grundvoraussetzung.» Ein Justizministeriumssprecher verweist auf laufende Abstimmungen. Doch für die Menschen vor Ort ist das zu abstrakt. Statistisch acht Angriffe pro Tag – das sind keine Zahlen, das sind zerschlagene Lippen, eingeschüchterte Blicke, pure Angst. Ich denke an die freundliche Kontrolleurin in meiner S-Bahn, die letztens einen aggressiven Fahrgast ruhig, aber bestimmt zur Kasse bat. Was wäre passiert, wenn er durchgedreht wäre?
Die Drohung ist drastisch, aber sie kommt aus einer tiefen Verzweiflung. Es geht um mehr als um Gesetzesparagrafen. Es geht um die grundlegende Wertschätzung für diejenigen, die unseren Nahverkehr am Laufen halten. Wenn ihr Schutz auf der politischen Agenda nicht ganz nach oben rückt, dann steht nicht nur der Verkehr still. Dann erodiert auch das Vertrauen in ein sicheres Miteinander. Das kann niemand wollen.
- Existenzielle Unsicherheit im Beruf
- Drohung mit bundesweiten Streiks
- Forderung nach härteren Strafen
- Arbeit als Gesundheitsrisiko
- Politische Untätigkeit kritisiert
- Wertschätzung des Zugpersonals einfordern
| Aspekt | Bedeutung |
|---|---|
| Sicherheit im Zug | Grundvoraussetzung für Vertrauen |
| Anzahl der Angriffe | Acht Angriffe pro Tag |
| Politische Reaktionen | Stillstand durch Untätigkeit |