Mir ist das auch schon aufgefallen. Man zahlt per Karte und plötzlich wird man auf dem Display gefragt, ob man 10, 15 oder 20 Prozent dazugeben möchte. Die Optionen leuchten oft grell, während das Feld für «Kein Trinkgeld» klein und unscheinbar ist. Es fühlt sich an, als wolle das Gerät einen überrumpeln. In einer Zeit in der digitales Bezahlen zur Selbstverständlichkeit wird, sind solche manipulativen Designtricks ein No-Go.
Ramona Pop vom Bundesverband der Verbraucherzentralen bringt es auf den Punkt: «Es muss auf den ersten Blick erkennbar sein, wie Gäste Trinkgeld ablehnen können.» Viele, so eine Umfrage, fühlen sich durch die auffälligen Vorschläge gedrängt. Dabei ist Trinkgeld eine freiwillige Wertschätzung. Ich erinnere mich an einen Abend, wo ich nach einem durchschnittlichen Service fast aus Versehen auf 15 Prozent tippte – nur weil die Schaltfläche so dominant war. Das hinterlässt einen faden Beigeschmack.
Solche Praktiken gehören nicht in die Gastronomie. Sie untergraben das Vertrauen und verwandeln eine Geste der Anerkennung in ein unangenehmes Pflichtgefühl. Die Forderung nach klaren, fairen Benutzeroberflächen ist mehr als berechtigt. Schließlich sollte am Ende des Essens die gute Erinnerung stehen, nicht das Gefühl, hinters Licht geführt worden zu sein.
- Manipulative Designtricks vermeiden
- Klare Benutzeroberflächen schaffen
- Freiwilliges Trinkgeld fördern
- Vertrauen in der Gastronomie stärken
- Unaufdringliche Zahlungsmethoden anbieten
- Gute Serviceerlebnisse belohnen
| Prozentsatz | Betrag |
|---|---|
| 10% | 5 Euro |
| 15% | 7,50 Euro |
| 20% | 10 Euro |