Gestern auf der A1 Richtung Hamburg – ein ganz normaler Nachmittag, bis er es plötzlich nicht mehr war. Kurz vor Elsdorf verdichtete sich die sonst so gleichmäßige Strömung zu einem blechernen Stillstand. Das Navi färbte sich rot, und bald wussten wir alle warum: Mindestens drei Fahrzeuge waren vor uns ineinandergekracht.
„Es hat laut geknallt, dann war nur noch Staub und Stille“, erzählt mir ein Ersthelfer später am Rand. Er spricht mit dieser ruhigen Stimme, die Schock und Handeln unter einen Hut bringt. Es ist diese plötzliche Stille mitten im Lärm des Verkehrs, die mir jedes Mal unter die Haut geht. Ich erinnere mich an ein ähnliches stockendes Gefühl vor Jahren auf einer anderen Autobahn – die Hilflosigkeit, einfach nur dazustehen und zu warten, während Blaulichter näher kommen.
Was dann folgte, war leider kein Einzelfall: Die Rettungsgasse bildete sich nur zögerlich und lückenhaft. Dabei ist sie doch die einfachste und wichtigste Lektion für uns alle auf der Autobahn.
- Jede Minute zählt für die Einsatzkräfte
- Jede blockierte Spur kostet buchstäblich Zeit
- Mehrere Menschen wurden verletzt
- Einer Person ging es schwer
- Die Fahrbahn Richtung Hamburg wurde voll gesperrt
- Momentan der Verletzlichkeit im Verkehrssystem
Solche Momente werfen ein grelles Licht auf unsere Verletzlichkeit im scheinbar perfekt geölten System Verkehr. Sie sind eine erschütternde Unterbrechung der Alltagsroutine und erinnern uns daran, dass Sicherheit auf der Straße kein Selbstläufer ist. Sie ist eine aktive Entscheidung – jeden Tag aufs Neue, von jedem Einzelnen von uns.