Feuerwehreinsatz auf Hamburger Dom: 23 Menschen aus Kettenkarussell befreit
Eine typisch lebhafte Sommernacht auf dem Heiligengeistfeld wurde am Sonntagabend für 23 Menschen zu einer ungewollten, ungeplanten Höhenfahrt. Der sogenannte «Nordic Tower», eines der großen Kettenkarussells auf dem Hamburger Sommerdom, blieb gegen 22:30 Uhr aufgrund eines technischen Defekts in einer Höhe von etwa 35 Metern stehen. Statt des erwarteten Adrenalin-Kicks folgten Stunden der bangen Ungewissheit, ehe Höhenretter der Hamburger Feuerwehr die Besucherinnen und Besucher sicher zurück auf festen Boden bringen konnten.
Die Alarmmeldung traf gegen 22:40 Uhr in der Leitstelle ein. Der Nordische Turm, eine ikonische Attraktion des Volksfestes, hatte sich nicht wie programmiert wieder nach unten bewegt. Die Gondeln sind im oberen Bereich der Fahrt festgesetzt. Eine Eigenrettung war ausgeschlossen, erklärte ein Sprecher der Feuerwehr. Ein Szenario, das für die Betreiber wie für die Einsatzkräfte ein klares Bild hervorrief: Nur die speziell ausgebildeten Höhenretter der Hamburger Berufsfeuerwehr konnten hier helfen.
Sofort rückte ein umfangreiches Kontingent an. Neben den Höhenrettern selbst wurden weitere Feuerwehrfahrzeuge, ein Einsatzleitwagen und auch Rettungswagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) zur Einsatzstelle am Heiligengeistfeld entsandt. Die Rettung aus solcher Höhe ist ein komplexes, kraft- und zeitintensives Manöver. Die Feuerwehr ging von einer Einsatzdauer von mehreren Stunden aus.
Während die Einsatzkräfte vor Ort die Rettungsaktion vorbereiteten, stellten sich für die Feststeckenden Minuten der Ungewissheit in Minuten der Geduld um. Der Betreiber des Fahrgeschäfts konnte über die Lautsprecheranlage Kontakt zu den Passagieren aufnehmen, sie beruhigen und über das weitere Vorgehen informieren. Wichtig war auch die Frage der Versorgung. «Wir haben sofort mit der Feuerwehr abgestimmt und über die Lautsprecher gefragt, ob jemand dringend Wasser oder Medikamente benötigt», berichtete ein Mitarbeiter des Fahrgeschäfts. Über spezielle Leinen wurden dann auch Getränke zu den Gondeln hochgereicht.
Gegen Mitternacht war es dann so weit: Die ersten Höhenretter waren an der Spitze des Karussells angekommen und begannen mit der aufwändigen Rettung. Eine nach der anderen wurde mit speziellen Gurten gesichert, aus der Gondel geholt und behutsam an einem Seil hinabgelassen. Unten warteten bereits Sanitäter, um die Geretteten in Empfang zu nehmen und ihren Gesundheitszustand zu prüfen. Die Stimmung bei den Betroffenen war erwartungsgemäß angespannt, doch die professionelle Ruhe der Einsatzkräfte übertrug sich. «Die Feuerwehrleute waren absolut ruhig und sicher. Sie haben uns genau erklärt, was jetzt passiert und jeden Schritt begleitet», erzählte eine der geretteten Frauen später.
Gegen 03:00 Uhr in der Frühe des Montags war die schwierige Mission schließlich abgeschlossen. Alle 23 Personen – darunter auch mehrere Jugendliche – waren wohlbehalten gerettet. Zum Glück musste niemand verletzt in ein Krankenhaus gebracht werden. Die körperliche Unversehrtheit stand außer Frage, die psychischen Nachwirkungen einer solchen Nacht sind jedoch nicht zu unterschätzen. Die Einsatzkräfte und der ASB boten den Betroffenen im Anschluss noch psychosoziale Erstbetreuung an. «Solche Erlebnisse können belastend sein. Es ist wichtig, dass man direkt danach ein Angebot zum Gespräch macht», so ein Sprecher des Rettungsdienstes.
Nach der erfolgreichen Rettung begann für die Ermittler die Arbeit. Warum blieb der 35 Tonnen schwere «Nordic Tower» stecken? Erste Untersuchungen des Technischen Überwachungsvereins (TÜV) und der Feuerwehr deuteten schnell auf einen mechanischen Defekt im Antriebssystem hin. Konkretere Details nannten die Behörden zunächst nicht, um die laufenden Untersuchungen nicht zu gefährden.
| Fahrgeschäft Details | Zusammenfassung |
|---|---|
| Attraktion | Nordic Tower |
| Höhe | 35 Meter |
| Anzahl der Personen | 23 |
| Rettungszeit | Von 22:30 bis 03:00 Uhr |
| Rettungsteams | Höhenretter + ASB |
| Schadensursache | Mechanischer Defekt |
Für die 23 Betroffenen endete ein Dom-Besuch anders als geplant. Statt mit Erinnerungen an Lichter, Musik und Fahrspaß kehrten sie mit einer Geschichte nach Hause, die sie wohl ein Leben lang begleiten wird – eine Geschichte von unerwarteter Gefahr, aber auch vom beruhigenden Anblick der orangefarbenen Overalls der Hamburger Höhenretter, die Stück für Stück die Sicherheit zurückbrachten. Der Sommerdom selbst drehte unterdessen weiter seine Runden. Die Lichter der anderen Attraktionen leuchteten, als wäre nichts geschehen.