Am Rheinufer spüre ich diese seltsame Ruhe. Wo normalerweise Schiffe wie rollende Häuser vorbeiziehen, herrscht jetzt eine fast gespenstische Langsamkeit. Die Niedrigwasserkrise von 2025 ist zurück – und sie hat sich eingenistet.
Andreas Roer von Contargo bringt es auf den Punkt: „Es ist gerade so ein Hansdampf in allen Gassen.” Seine Containerschiffe fahren nur zu 20 Prozent beladen. Ein bisschen Regen half kurz, aber es ist ein Tropfen auf den heißen Stein. „Wir kriegen die Container einfach nicht raus,” sagt er verzweifelt. Einige stehen seit Wochen in den Häfen und verursachen immense Kosten. Die Ausweichrouten über Schiene und Straße sind blockiert – durch Baustellen, Personalmangel und fehlende Kapazitäten. Ein Teufelskreis aus Wartezeit und explodierenden Preisen.
Ich erinnere mich an meinen letzten Spaziergang bei Kaub, der flachsten Stelle. Dort entscheidet sich alles. Man sieht den blanken Fels, wo sonst Wasser sein sollte. Roer erwartet normalen Betrieb erst im November. Das ist eine Ewigkeit in der Logistik. Seine Forderung klingt radikal, aber konsequent:
- Wir müssen über Schleusen nachdenken
- Um den Pegel zu kontrollieren
- Der Klimawandel ist kein Zukunftsgespenst mehr
- Er sitzt am Steuer
- Er drosselt das Tempo unserer gesamten Wirtschaft
- Das Wasser fehlt nicht nur im Fluss, sondern auch in den Köpfen der Planer
Wir brauchen Lösungen, die so robust sind wie ein voll beladenes Schiff – und genau die können derzeit nicht fahren.
| Faktor | Beschreibung |
|---|---|
| Niedrigwasserkrise | Ein Zeichen für die Schwierigkeiten in der Schifffahrt |
| Containerschiffe | Fahren nur zu 20 Prozent beladen |
| Blockierte Routen | Auf Schiene und Straße durch Baustellen |
| Wartezeit | Ein Teufelskreis der Logistik |
| Radikale Forderungen | Über Schleusen nachdenken |
| Klimawandel | Ein Einflussfaktor auf die Wirtschaft |