Die Aussicht auf ein Pokalwiedersehen im Rudolf-Harbig-Stadion füllt die Herzen der Dynamo-Fans mit Vorfreude. Die Stadtverwaltung sieht die Ankunft von Schalke 04 jedoch mit großer Vorsicht. Am kommenden Mittwoch gilt für die Partie eine offizielle Einstufung als Hochrisikospiel. Die Folge ist ein dichtes Sicherheitsnetz, das sich über weite Teile des Stadtgebiets um das Stadion spannt.
Wer zu dem Spiel geht, muss mit einer massiven Polizeipräsenz rechnen. Bereits vor den vergangenen Heimspielen gegen den 1. FC Magdeburg und Hertha BSC griff die Stadt zu denselben Mitteln. Die Erfahrungen aus diesen Einsätzen waren positiv. Es blieb ruhig. Doch die Behörden verlassen sich nicht darauf, dass dies wieder so sein wird. Sie bereiten sich auf das Schlimmste vor.
Die konkreten Maßnahmen sind in einer Allgemeinverfügung festgehalten, die die Stadt am 23. Oktober veröffentlicht hat. Dieses Dokument hat rechtliche Bindungskraft. Es verbietet das Mitführen einer langen Liste von Gegenständen am Spieltag zwischen 15 und 23 Uhr.
In Ihrem Rucksack oder Ihrer Jackentasche dürfen sich keine pyrotechnischen Artikel befinden. Das schließt jede Art von Bengalos oder Rauchkörpern ein. Auch scharfe Gegenstände wie Messer sind tabu. Das Verbot geht jedoch deutlich weiter. Es erfasst alles, was zur Vermummung oder zum Schutz bei gewalttätigen Auseinandersetzungen dienen könnte.
- Sturmhauben
- Gesichtsmasken außer medizinischen Masken
- Schlauchschals
- Helme
- Schutzwesten
- Protektoren für Ellbogen und Knie
Das bedeutet: Lassen Sie Sturmhauben, Gesichtsmasken außer medizinischen Masken und Schlauchschals zu Hause. Auch Helme, Schutzwesten oder Protektoren für Ellbogen und Knie fallen unter das Verbot. Selbst spezielle Handschuhe, Boxerschutz oder ein Einwegoverall können Ihnen Probleme bereiten. Die Polizei wird diese Gegenstände nicht nur einziehen. Sie können auch eine Anzeige und ein Strafverfahren nach sich ziehen. Die Behörden wollen jede Möglichkeit unterbinden, die Identität von Personen zu verschleiern oder Verletzungen bei Zusammenstößen zu verringern.
Dieses Mitführverbot gilt nicht nur an den Kontrollen vor dem Stadion. Es ist räumlich weit ausgeweitet. Der gesamte Bereich um das Rudolf-Harbig-Stadion ist betroffen. Dazu zählen der Lennéplatz, die Parkstraße bis zur Zinzendorfstraße und die Lingnerallee. Auch die Grunaer Straße stadtwärts bis zum Straßburger Platz und die Lennéstraße zurück zum Lennéplatz gehören zur Verbotszone. Wenn Sie sich in diesem Gebiet aufhalten, müssen Sie damit rechnen, dass die Polizei Ihre Taschen kontrolliert.
Hinter diesen strikten Regeln steht eine klare Risikobewertung. Die Polizeidirektion Dresden stuft die Begegnung aufgrund der Fanhistorie beider Vereine und der nationalen Bedeutung des Spiels als besonders gefährlich ein. Es geht um die Ehre im DFB-Pokal und die Rivalität zwischen einem ambitionierten Zweitligisten und einem traditionsreichen Bundesligisten. Solche Konstellationen haben in der Vergangenheit immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen geführt.
Die Stadt und die Polizei wollen das verhindern. Der Plan sieht vor, die Fans beider Lager strikt voneinander zu trennen. Wie bereits beim Spiel gegen Magdeburg werden voraussichtlich Shuttlebusse eingesetzt, um die anreisenden Schalke-Anhänger gesammelt und unter Begleitung zum Stadion zu bringen. Ein Großaufgebot an Beamten der Dresdner Polizei, verstärkt durch Kräfte der Bundespolizei und möglicherweise anderer Länderbehörden, wird im gesamten Gebiet präsent sein. Ihre Aufgabe ist es, deeskalierend zu wirken und sofort einzugreifen, sollte es zu Zwischenfällen kommen.
Für Sie als Besucher bedeutet das eine sicherere Umgebung. Es bedeutet aber auch, dass Sie mit vielen Kontrollen und einer spürbaren Einschränkung Ihrer Bewegungsfreiheit rechnen müssen. Planen Sie mehr Zeit für den Weg zum Stadion ein. Kommen Sie frühzeitig, um lange Wartezeiten an den Sicherheitschecks zu vermeiden. Packen Sie nur das Nötigste ein und überprüfen Sie Ihre Tasche noch einmal auf verbotene Gegenstände.
Sportlich verspricht das Spiel einen packenden Abend. Die Erinnerung an den letzten Pokalclash 2014, als Dynamo den großen FC Schalke besiegte, ist lebendig. Die Mannschaft von Trainer Markus Anfang will diese Geschichte fortschreiben. Die Sicherheitsvorkehrungen sollen sicherstellen, dass der Fokus an diesem Mittwoch auf dem liegt, was auf dem Rasen passiert. Nicht auf dem, was drumherum geschehen könnte.
Die vollständigen Details der Allgemeinverfügung können Sie im elektronischen Amtsblatt der Landeshauptstadt Dresden nachlesen. Dort sind alle verbotenen Gegenstände genau aufgelistet und die Gültigkeitsbereiche kartographisch dargestellt. Informieren Sie sich vorab. Das ist der beste Weg, um unangenehme Überraschungen zu vermeiden und den Spielabend in vollen Zügen genießen zu können.
Die Hoffnung aller Beteiligten ist klar. Nach dem Spiel soll nur über Fußball gesprochen werden. Über eine mögliche Sensation, über leidenschaftliche Unterstützung und über einen friedlichen Verlauf. Die umfassenden Sicherheitsmaßnahmen sind der Preis dafür, in einer angespannten Lage genau dieses Ergebnis zu erreichen.
| Gegenstand | Verboten |
|---|---|
| Pyrotechnische Artikel | Ja |
| Scharfe Gegenstände | Ja |
| Sturmhauben | Ja |
| Gesichtsmasken (außer medizinisch) | Ja |
| Helme | Ja |
| Schutzwesten | Ja |