Wenn Borussia Mönchengladbach am Samstag nach Stuttgart reiste, konnte es eigentlich nur besser werden. Sechs Spiele, sechs Niederlagen – das war der bisherige Bundesliga-Alltag. Ein historisch schlechter Start, der die Mannschaft auf dem letzten Tabellenplatz festhielt.
Doch im Stadion des VfB Stuttgart, vor 60.000 Zuschauern, fand die Borussia endlich wieder zu sich. Mit einem mutigen 3:2 Sieg holte das Team von Trainer Alexander Blessin den ersten Dreier dieser Saison. Für Blessin selbst war es der erste Sieg überhaupt als Cheftrainer bei Gladbach.
Die Ausgangslage hätte schwieriger kaum sein können. Zehn Profis fehlten dem Team, darunter auch Abwehrspieler Kevin Diks, der kurz vor dem Spiel noch ausfiel. „Es hilft nicht, zu lamentieren“, sagte Blessin vor dem Anpfiff. „Wir werden leiden und über unsere Grenzen gehen müssen.“ Genau das taten seine Spieler dann auch.
Doch zunächst sah es nach dem gewohnten Muster aus. Stuttgart, das zuvor gegen den Hamburger SV verloren hatte und unzufrieden in die Partie ging, ging früh in Führung. Nach nur fünf Minuten nutzte Ermedin Demirovic einen Fehler von Gladbachs Keeper Moritz Nicolas zur 1:0 Führung für den VfB.
Die Borussia ließ sich davon nicht entmutigen. Auch wenn Nicolas kurz darauf mit einer wichtigen Parade ein zweites Gegentor verhinderte, arbeitete sich die Mannschaft ins Spiel zurück. In einer Phase, in der Stuttgarts Taktgeber Angelo Stiller nach einem Zusammenprall behandelt werden musste, fand Gladbach besser ins Spiel.
Der verdiente Ausgleich fiel in der 38. Minute. Joe Scally lenkte einen Schuss von Zento Uno mit der Hacke zum 1:1 ins Tor. Diese Schlagkraft nahm das Team mit in die zweite Halbzeit.
Kurz nach Wiederanpfiff drehte Gladbach das Spiel. In der 51. Minute erzielte Shuto Machino nach einer Vorlage von Wael Mohya das 2:1 für die Borussia. Mohya, der kurz vor der Pause noch an die Latte geschossen hatte, wurde dann selbst zum Torschützen. In der 66. Minute traf er zum 3:1 für Mönchengladbach.
Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß hatte nach der 1:1 Champions-League-Partie gegen Atlético Madrid seine Startelf auf sechs Positionen verändert und Stammkräften wie Deniz Undav eine Pause gegönnt. Jetzt reagierte er mit drei Offensivwechseln und einer Umstellung auf eine Dreierkette.
Doch erst spät gelang dem VfB noch der Anschlusstreffer. Demirovic köpfte in der 83. Minute zum 2:3. In der Nachspielzeit rettete Gladbachs Keeper Nicolas mit einer Parade gegen Bilal El Khannouss den knappen, aber verdienten Sieg.
Für Stuttgart bedeutet die Niederlage weitere Unsicherheit. Mit nur sechs Punkten aus sieben Spielen bleibt die Ausbeute mager. Für Gladbach hingegen ist dieser Auswärtssieg mehr als nur drei Punkte. Es ist die Befreiung aus einer historischen Negativserie und ein Beweis, dass dieses Team auch mit vielen Ausfällen kämpfen und gewinnen kann.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Sieger | Borussia Mönchengladbach |
| Verlierer | VfB Stuttgart |
| Schiedsrichter | N.N. |
| Ausgang | 3:2 für Gladbach |
| Zuschauer | 60.000 |
| Erster Sieg | Für Trainer Blessin |
Der Sieg in Stuttgart könnte der Wendepunkt sein, auf den die Borussia gewartet hat. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie über ihre Grenzen gehen kann. Jetzt gilt es, diesen Schwung mitzunehmen.
- Historisch schlechter Start der Saison
- Erster Sieg für Trainer Alexander Blessin
- 10 verletzte Spieler in der Anfangsphase
- Wichtige Parade von Moritz Nicolas
- Joe Scally erzielt den Ausgleich
- Shuto Machino und Wael Mohya treffen für Gladbach