Ein Mittwochnachmittag in der Hamburger S-Bahn, auf der Linie zwischen den Elbbrücken und dem Hauptbahnhof, verwandelt sich in eine Szene der Gewalt. Ein 32-jähriger Mann, der bereits andere Fahrgäste und Kinder angeschrien hat, wird von zwei Mitarbeitern der DB Sicherheit zum Verlassen des Zuges aufgefordert. An der Station Elbbrücken eskaliert die Situation. Der Mann beleidigt die Sicherheitskräfte, dann schlägt er plötzlich zu. Mehrere Faustschläge treffen den 23-jährigen Mitarbeiter ins Gesicht.
Der junge Mann muss vor Ort von Rettungskräften behandelt werden. Gemeinsam gelingt es seinem 38-jährigen Kollegen und ihm jedoch, den Angreifer zu überwältigen und festzuhalten. Sie halten ihn fest, bis die Bundespolizei eintrifft. Auch die Polizeibeamten werden vom Mann beschimpft und bedroht. Er wird schließlich ins Revier am Hauptbahnhof gebracht.
Dort verweigert der 32-Jährige einen Atemalkoholtest. Nach mehreren Stunden in Gewahrsam wird er entlassen. Die Bundespolizei leitet nun ein Strafverfahren gegen ihn ein. Für den verletzten DB-Mitarbeiter bleibt ein Schock. Für Sie als Fahrgast stellt sich eine beunruhigende Frage. Wie sicher sind Sie und die Menschen, die für Ihre Sicherheit im Nahverkehr sorgen sollen?
Dieser Vorfall ist kein Einzelfall. Die Zahl tätlicher Angriffe auf Beschäftigte im öffentlichen Personennahverkehr steigt seit Jahren. Die Gewerkschaften sprechen von einer dramatischen Entwicklung. Sie fordern schärfere Gesetze und mehr Personal. Die Sicherheitsmitarbeiter stehen an vorderster Front. Sie sind es, die Konflikte schlichten und Regelverstöße ahnden sollen. Oft sind sie dabei schlecht ausgerüstet und auf sich allein gestellt.
Der Angriff an den Elbbrücken zeigt das Dilemma. Die Mitarbeiter haben ihre Aufgabe erfüllt. Sie haben einen störenden Fahrgast zur Rede gestellt. Sie haben versucht, die Ordnung für alle anderen aufrechtzuerhalten. Dafür wurden sie mit Fäusten attackiert. Die Folge ist nicht nur eine körperliche Verletzung. Es ist auch eine Botschaft an alle, die in diesem System arbeiten. Gewalt wird als Mittel der Auseinandersetzung immer normaler.
Für Hamburg bedeutet das ein ernstes Problem. Unser Nahverkehr ist das Rückgrat der Stadt. Millionen Menschen sind täglich auf Bus und Bahn angewiesen. Sie vertrauen darauf, sicher von A nach B zu kommen. Dieses Vertrauen bröckelt, wenn diejenigen, die für Sicherheit sorgen sollen, selbst zum Ziel werden. Die Stadt muss handeln. Sie muss die Sicherheitskräfte besser schützen. Das bedeutet:
- mehr Teams im Zweierteam
- bessere Kommunikationsmittel
- klare Rückzugsprotokolle
- Prävention
- sichtbare Präsenz
- niedrigschwellige Ansprechpartner
Es bedeutet aber auch, über Prävention nachzudenken. Viele Konflikte entstehen aus Überfüllung, Langeweile oder sozialen Spannungen. Ein freundlicheres Fahrgastklima ist keine Utopie. Die Politik in Hamburg und Berlin muss hier endlich liefern. Die Gesetze zum Schutz von Einsatzkräften müssen verschärft werden. Die Strafverfolgung muss konsequenter sein.
Der angegriffene Mitarbeiter am Elbbrücken wird sich erholen. Die körperlichen Wunden heilen. Die psychischen Folgen solcher Angriffe bleiben oft länger. Wir als Stadtgemeinschaft dürfen das nicht hinnehmen. Ihre Sicherheit im ÖPNV ist nicht verhandelbar. Die Sicherheit derer, die sie gewährleisten, erst recht nicht. Jeder Vorfall wie dieser ist einer zu viel. Er erfordert eine klare Antwort. Mehr Respekt. Mehr Schutz. Und die Gewissheit, dass Gewalt nie ohne Konsequenzen bleibt.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Vorfall | Angriff in der S-Bahn |
| Datum | Mittwochnachmittag |
| Ort | Zwischen Elbbrücken und Hauptbahnhof |
| Verletzter Mitarbeiter | 23-jährig |
| Angreifer | 32-jährig |
| Reaktion der Polizei | Festnahme und Strafverfahren |