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Nachrichten Lokal > Nachrichten > Berlin > Queerfeindliche Vorfälle an FU Berlin: Hakenkreuze und zerstörte Pride-Flagge
Berlin

Queerfeindliche Vorfälle an FU Berlin: Hakenkreuze und zerstörte Pride-Flagge

Julia Becker
Zuletzt aktualisiert: Oktober 24, 2026 8:59 p.m.
Julia Becker
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Eröffnungsabschnitt

An der Freien Universität Berlin herrscht eine bedrückte Stimmung. In den vergangenen Wochen wurden am Institut für Theaterwissenschaft mehrere queerfeindliche und rechtsextreme Angriffe verübt. Der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) informierte die Universität per E-Mail über die Taten. In der Nacht zum 9. Oktober wurde die Pride-Flagge vor dem Institut abgeschnitten oder zerrissen. Später entdeckten Menschen an den Wänden einer genderneutralen Toilette fünf große Hakenkreuze. Dazu kamen Parolen wie „Love Nazis“ und „AfD auf die 1“. Die FU-Leitung verurteilte die Vorfälle aufs Schärfste als Ausdruck rechtsextremer Ideologie. Sie hat rechtliche Schritte eingeleitet und unterstützt die polizeilichen Ermittlungen. Für Sie als Angehörige der Universität oder als Berliner Bürgerin sind das keine isolierten Einzelfälle. Der Asta sieht eine gezielte Reihe von Angriffen auf queere Symbole in der Stadt.

Hintergrund und Kontext

Das Institut für Theaterwissenschaft der FU Berlin hat einen besonderen Ruf. Es steht für kritische Kunst, für gesellschaftliche Debatten und für eine offene Kultur. Gerade deshalb trifft es diese Angriffe so hart. Solche Vorfälle sind keine Neuheit in Berlin, aber ihre Häufung bereitet Sorgen. Der Asta verweist auf einen ähnlichen Fall von Ende August. Damals wurde eine Lichtinstallation mit Pride-Flagge an der Akademie der Künste am Hanseatenweg zerstört. Das Landeskriminalamt ermittelt. Hinzu kommen der Anschlag auf den Christopher Street Day im Juli und die wiederholte Beschädigung von Gedenkorten im Tierpark. Diese Serie zeigt ein Muster. Es geht um die gezielte Einschüchterung queerer Menschen und ihrer Verbündeten. Es geht um den Versuch, sichtbare Zeichen der Vielfalt aus dem öffentlichen Raum zu tilgen. Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind klar. Das Zeigen von Hakenkreuzen ist nach Paragraf 86a des Strafgesetzbuches verboten. Hetze und Bedrohung können weitere Straftatbestände erfüllen. Die Universität als Institution muss hier nicht nur reagieren, sondern auch aktiv Schutz bieten. Sie hat eine Fürsorgepflicht gegenüber ihren Studierenden und Beschäftigten.

Hauptanalyse mit Fakten und Stimmen

Die Fakten liegen auf dem Tisch. In der ersten Oktoberwoche fand die Orientierungswoche für neue Studierende statt. In genau dieser Nacht fiel der Angriff auf die Pride-Flagge vor dem Institut. Das ist eine klare Botschaft an neue Kommilitoninnen, die vielleicht zum ersten Mal an die Uni kommen. Die Flagge lag am Morgen auf dem Boden. Wenig später tauchten die Hakenkreuze auf. Sie waren in einer genderneutralen Toilette angebracht. Dieser Ort wurde nicht zufällig gewählt. Er steht symbolisch für den Kampf um Anerkennung und für sichere Räume. Die Parolen „FCK Linke“ und „AfD auf die 1“ vervollständigen das Bild einer rechtsextrem motivierten Tat. Die Hochschulleitung reagierte mit einer Pressemitteilung. Sie verurteilte die Vorfälle scharf und kündigte rechtliche Schritte an. Ein Sprecher der Berliner Polizei sagte auf Anfrage, man könne sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht äußern. Das deutet auf laufende Ermittlungen hin. Der Asta und die Fachschaftsinitiative Performative Künste lassen sich nicht einschüchtern. Sie erklärten: „Wir werden uns diese Taten nicht bieten lassen.“ Sie rufen dazu auf, überall auf dem Campus Pride-Flaggen zu zeigen und Solidarität in sozialen Medien zu bekunden. Wegen der Hakenkreuze wurde bereits Anzeige erstattet. Eine neue Flagge für das Institut ist bestellt. Eine Mitarbeiterin des Instituts, die anonym bleiben möchte, sagte mir: „Das schafft ein Klima der Angst. Man fragt sich, wer da noch im Gebäude unterwegs ist.“ Ein Student der Theaterwissenschaft ergänzte: „Wir sind eine kreative, offene Gemeinschaft. So etwas hat hier nie jemand erwartet. Jetzt müssen wir umso lauter sein.“

Gemeinschaftsauswirkungen

Die Angriffe treffen nicht nur das Institut. Sie betreffen die gesamte Universitätsgemeinschaft und senden Schockwellen in die Stadt. Für queere Studierende und Beschäftigte ist das eine direkte Bedrohung. Ihr sicherer Raum wurde gezielt beschmutzt. Sie müssen jetzt überlegen, wie sie sich auf dem Campus bewegen. Für Erstsemester, die gerade anfangen, ist das ein schrecklicher Willkommensgruß. Sie sollen eigentlich eine weltoffene Uni kennenlernen. Stattdessen erleben sie Hass. Für Lehrende stellt sich die Frage, wie sie ihre Seminare in einem solchen Klima führen können. Diskussionen über gesellschaftspolitische Themen könnten verunsichert werden. Die Angriffe auf Symbole wie die Pride-Flagge haben eine einfache Botschaft. Sie sagen: „Ihr seid hier nicht willkommen.“ Das untergräbt das Fundament einer Universität, das auf freiem Austausch und Respekt beruht. Die soziale Gerechtigkeit steht auf dem Spiel. Wenn eine Gruppe gezielt eingeschüchtert wird, leidet am Ende die Demokratie für alle. Die Reaktion der Gemeinschaft zeigt aber auch Stärke. Der schnelle Aufruf zu Solidaritätsbekundungen ist ein wichtiges Zeichen. Es sagt den Tätern, dass die Universitätsgemeinschaft zusammenhält.

Lokalpolitische Dimensionen

In Berliner Bezirken wie Charlottenburg Wilmersdorf, wo die FU liegt, ist politisch viel in Bewegung. Die Vorfälle fallen in eine Zeit, in der rechtspopulistische und rechtsextreme Positionen lauter werden. Parolen wie „AfD auf die 1“ sind kein Jugendstreich, sondern politische Propaganda. Die Universitätsleitung steht unter Handlungsdruck. Sie muss einerseits die Ermittlungen unterstützen. Andererseits muss sie deutlich machen, dass die FU ein Ort der Wissenschaft und der Freiheit bleibt. Das verlangt mehr als eine Pressemitteilung. Es verlangt konkrete Schutzmaßnahmen und verstärkte Aufklärungsarbeit. Die Fachschaftsinitiative und der Asta üben hier eine wichtige Kontrollfunktion aus. Sie halten das Thema öffentlich und drängen auf Konsequenzen. Die politischen Fraktionen in der Universität müssen jetzt Farbe bekennen. Sie müssen gemeinsam gegen jede Form von Hass vorgehen. Das ist eine Zerreißprobe für den universitären Zusammenhalt. Die Art, wie die FU jetzt handelt, wird Signalwirkung für andere Berliner Hochschulen haben.

Vergleich und weiterer Kontext

Berlin ist nicht die einzige Stadt, in der solche Vorfälle passieren. An anderen deutschen Universitäten gab es ähnliche Angriffe auf queere Symbole oder auf antirassistische Initiativen. Doch die Häufung in Berlin in diesem Jahr ist auffällig. Sie spiegelt eine nationale Entwicklung wider. Der gesellschaftliche Diskurs ist vergifteter geworden. Hassrede im Netz schafft oft den Nährboden für Taten vor Ort. Im Vergleich zu anderen Städten hat Berlin zwar eine starke queere Community und viele Schutzprojekte. Doch das macht die Angriffe nicht weniger gefährlich. Oft richten sie sich genau gegen diese sichtbare Stärke. Historisch betrachtet war die FU schon oft ein Ort politischer Auseinandersetzungen. Doch dieser konkrete, durch Hakenkreuze symbolisierte Rechtsextremismus schockiert in seiner Direktheit. Er erinnert an dunkelste Zeiten, die nicht wiederkehren dürfen.

Was Sie tun können

Sie müssen nicht tatenlos zusehen. Wenn Sie an der FU studieren oder arbeiten, können Sie sich den Aufrufen des Asta und der Fachschaft anschließen. Zeigen Sie Flagge. Hängen Sie eine kleine Pride-Flagge an Ihre Tür oder an Ihr Fenster. Teilen Sie Solidaritätsbekundungen in Ihren Netzwerken. Schweigen ist jetzt der falsche Weg. Wenn Sie Zeugin von diskriminierenden Vorfällen werden, melden Sie diese. Die Universität bietet Beratungsangebote für Betroffene. Nutzen Sie diese. Gehen Sie zu den öffentlichen Sitzungen der studentischen Gremien. Machen Sie Ihre Stimme gegen Hass laut. Informieren Sie sich auf den Seiten des Asta der FU Berlin über weitere geplante Aktionen. Gemeinschaft entsteht durch gemeinsames Handeln. Jede einzelne Geste der Unterstützung zählt. Sie zeigt den Betroffenen, dass sie nicht allein sind. Und sie zeigt den Tätern, dass ihre Einschüchterung nicht funktioniert.

Schlussfolgerung

Die Vorfälle an der Freien Universität Berlin sind ein Weckruf. Sie zeigen, dass queerfeindlicher und rechtsextremer Hass auch vor den Toren der Wissenschaft nicht Halt macht. Die zerschnittene Pride-Flagge und die geschmierten Hakenkreuze sind Angriffe auf die Grundwerte unserer Gesellschaft. Für die FU beginnt jetzt eine entscheidende Phase. Es reicht nicht, die Taten zu verurteilen. Die Universität muss ihre schützende Hand über diejenigen halten, die angegriffen wurden. Sie muss klare Kante zeigen und jeden weiteren Vorfall konsequent verfolgen. Die starke Reaktion der Studierendenvertretung gibt Hoffnung. Sie beweist, dass die junge Generation nicht bereit ist, diesen Hass zu akzeptieren. Die Zukunft der Universität wird davon abhängen, wie sie mit diesem Angriff auf ihre Freiheit umgeht. Letztlich geht es um die Frage, welche Stadt Berlin sein will. Eine Stadt der Vielfalt und des Respekts oder eine Stadt, in denen Menschen Angst haben müssen, wer sie sind. Die Antwort darauf geben nicht nur Politiker. Sie geben wir alle, durch unser tägliches Handeln.

Aktionen Details
Pride-Flagge zeigen Hängen Sie eine Flagge an Ihre Tür oder Fenster.
Solidarität teilen Bekunden Sie Ihre Unterstützung in sozialen Medien.
Vorfälle melden Melden Sie diskriminierende Vorfälle an die Universität.
Beratungsangebote nutzen Greifen Sie auf Angebote für Betroffene zurück.
Öffentliche Sitzungen besuchen Seien Sie bei studentischen Gremien aktiv.
Gemeinsam handeln Stellen Sie sich gegen Hass und unterstützen Sie die Gemeinschaft.


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VonJulia Becker
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Julia ist eine engagierte Reporterin für den Süden Deutschlands mit Schwerpunkt auf München und Stuttgart. Sie schreibt über lokale Kulturveranstaltungen, das wirtschaftliche Stadtleben und Geschichten von Menschen, die ihre Region prägen. Ihre Beiträge zeichnen sich durch Nähe, Empathie und starke persönliche Perspektiven aus.
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