Die Aufstellung, die Niko Kovac am Wochenende auf dem Teamzettel notiert, wird mehr als nur eine Woche lang im Fokus stehen. Der neue Trainer des BVB bestreitet sein erstes Pflichtspiel gegen Eintracht Frankfurt. Doch wer macht da mit? Die Frage nach dem Kader bringt direkt das große Dauerthema des Sommers zurück: den Spielermangel im Abwehrzentrum.
Aktuell ist die Situation eng. Mats Hummels ist weg. Nico Schlotterbeck und der langzeiterkrankte Julien Duranville fehlen verletzungsbedingt. Dazu kommt der nicht abgeschlossene Transfer von Waldemar Anton. Das bedeutet für die Innenverteidigung im Moment genau zwei einsatzfähige Profis: Niklas Süle und der junge Kjell-Arik Wätjen. Beide haben in der Vorbereitung zusammengespielt. Eine Premiere für diese Duo-Konstellation in einem offiziellen Spiel wäre es aber.
Hier wird Kovacs erste große Entscheidung sichtbar. Stellt er auf das, was da ist? Dann geht Süle mit dem neunzehnjährigen Wätjen in die Schlacht. Oder reagiert er taktisch und weicht auf ein Dreierkontrollsystem aus, um mehr Stabilität zu schaffen? Diese Frage zieht dann auch das Mittelfeld in Mitleidenschaft. Ein zusätzlicher Innenverteidiger könnte bedeuten, dass ein offensiverer Spieler auf der Bank Platz nimmt.
Die Frankfurter werden diese Schwachstelle kennen. Sie haben mit Omar Marmoush und Sasa Kalajdzic schnelle, körperlich starke Angreifer, die genau auf solche Unsicherheiten lauern. Ein Debüt für Wätjen in diesem Umfeld wäre ein harter Härtetest. Gleichzeitig zeigen die Trainingsberichte, dass Kovac den jungen Deutschen schätzt und fördert. Der Trainer steht vor dem klassischen Dilemma: Erfahrung und vielleicht Limitierung oder Vertrauen in die Jugend mit ungewissem Ausgang.
Im Mittelfeld sieht es etwas besser aus. Marcel Sabitzer und Salih Özcan gelten als gesetzt. Die größere Frage ist, wer die dritte Position im mutmaßlichen 4-3-3 besetzt. Julian Brandt wäre die naheliegende offensive Lösung. Oder Kovac setzt auf die physische Präsenz eines Felix Nmecha, um den Frankfurtern gleich entgegenzutreten.
Vorne gibt es weniger Rätsel. Karim Adeyemi und Donyell Malen werden wohl die Flügel besetzen. In der Spitze kämpfen Sebastien Haller und Youssoufa Moukoko um den Vorzug. Haller hat die Erfahrung. Moukoko zeigte in der Vorbereitung seine Qualitäten. Eine Entscheidung, die viel über Kovacs Spielphilosophie aussagt: Will er den klassischen Anspielpunkt oder mehr Beweglichkeit?
Der Kader ist also vor allem an einer Stelle dünn. Aber gerade das zwingt Kovac zu klaren Aussagen. Seine Aufstellung wird zeigen, wie er mit der Krise umgeht. Sucht er Sicherheit im Systemwechsel? Oder vertraut er den vorhandenen Spielern und ihrem jungen Gemisch? Die Antwort darauf gibt es Samstag ab 15:30 Uhr live bei Sky zu sehen. Sie wird nicht nur für diesen einen Spieltag gelten, sondern den Weg für die gesamte Anfangsphase unter dem neuen Trainer weisen.
Für Sie als Fan bedeutet das: Schauen Sie genau auf die Namen in der Startelf. Besonders auf die Positionen in der eigenen Hälfte. Wer dort steht, verrät, wie Kovac den BVB in dieser schwierigen Übergangsphase führen will. Es geht um mehr als drei Punkte. Es geht um die erste Richtungsentscheidung einer neuen Ära.
- Mats Hummels ist weg
- Nico Schlotterbeck verletzt
- Julien Duranville verletzt
- Waldemar Anton nicht transferiert
- Innenverteidigung hat nur zwei Profis
- Debüt für Kjell-Arik Wätjen möglich
| Position | Spieler |
|---|---|
| Innenverteidiger | Niklas Süle |
| Innenverteidiger | Kjell-Arik Wätjen |
| Mittelfeld | Marcel Sabitzer |
| Mittelfeld | Salih Özcan |
| Flügel | Karim Adeyemi |
| Flügel | Donyell Malen |