An der Seitenlinie der Stuttgarter Arena zog sich Alexander Blessin die Kappe tief ins Gesicht. Der Dauerregen passte zu Gladbachs Saison. Sechs Niederlagen in Folge, das bedeutete Rekordgefahr. Dann der frühe Rückstand durch einen Fehler von Moritz Nicolas. In dieser Situation hätte die Mannschaft zerbrechen können. Stattdessen fand sie eine Antwort.
Joe Scallys Hackentor zum Ausgleich war der Wendepunkt. «Wir werden leiden und über unsere Grenzen gehen müssen», hatte Blessin vorher gesagt. Genau das taten seine Jungs. Mit zehn Ausfällen und einem Notaufgebot zeigten sie Charakter. Nach der Pause drehten Shuto Machino und der starke Wael Mohya das Spiel. Besonders Mohya war entscheidend, erst traf er die Latte, dann bereitete er ein Tor vor und erzielte selbst den 3:1-Treffer. VfB-Coach Sebastian Hoeneß, der nach dem Champions-League-Spiel stark rotiert hatte, fand mit seinen Offensivwechseln zu spät den Rhythmus. Demirovics zweiter Treffer blieb nur der Anschlusstreffer.
Für Blessin ist dieser erste Sieg mehr als drei Punkte. Es ist der Beweis, dass der Geist in der Mannschaft nicht gebrochen ist. In Stuttgart sah man eine geschlossene Truppe, die für den Trainer kämpfte. Für den VfB ist die Heimpleite ein Rückschlag. Die erhoffte Konstante im Ligaalltag stellt sich nicht ein. Gladbach hingegen hat den Befreiungsschlag. Die schwierige Aufgabe bleibt, aus diesem Gefühl jetzt eine Serie zu formen. Die Basis dafür wurde im Regen von Stuttgart gelegt.
- Alexander Blessin zeigt sich optimistisch
- Joe Scally erzielt den Ausgleich
- Wael Mohya brilliert in der zweiten Halbzeit
- VfB-Coach Sebastian Hoeneß rotiert stark
- Demirovics Treffer bleibt ohne Wirkung
- Gladbach will eine Serie bilden
| Team | Siege | Niederlagen | Status |
|---|---|---|---|
| Gladbach | 1 | 6 | Befreiungsschlag |
| VfB | 0 | 1 | Rückschlag |