Sie wussten es noch nicht, als Sie heute Morgen den Fernseher einschalteten.
Aber ein Stück Hamburger Fernsehgeschichte ist von uns gegangen. Hanni Vanhaiden, die Frau mit der markanten Brille und den weißen Kurzhaaren, die Ihnen in den 1970er und 80er Jahren die Sendungen ansagte, ist tot. Das bestätigte der NDR. Sie starb bereits am 11. Oktober im Alter von 88 Jahren in ihrer Heimatstadt Hamburg.
Ihr Gesicht war für Generationen von Zuschauern im Norden der Inbegriff des Fernsehens. Sie kam direkt in Ihr Wohnzimmer, um zu sagen, was als Nächstes kommt. «Jetzt schalten Sie uns bitte wieder zu für ‚Drei Damen vom Grill'», könnte sie gesagt haben. Mit einer ruhigen, freundlichen Stimme. Ohne viel Aufhebens. So war sie.
Ihr Werdegang spiegelt die Kulturgeschichte der Stadt wider.
Bevor sie vor die Kamera trat, stand Hanni Vanhaiden auf der Bühne. Sie war Tänzerin beim Ballett der Hamburgischen Staatsoper. Das sagt viel über ihre Disziplin und ihre Präsenz. 1967 wechselte sie zum Fernsehen. Eine Zeit, in der das Medium für viele Haushalte noch neu und aufregend war. Sie wurde zu einer seiner ersten und bekanntesten Gesichter.
Ihr Look war unverkennbar. Die weiße Kurzhaarfrisur. Die große, runde Brille. Der NDR schrieb, diese Merkmale seien in den 1970er Jahren zu ihren Markenzeichen geworden. Sie war einfach sie selbst. Das mochten die Menschen. Neben ihrer Arbeit als Ansagerin zeigte sie sich auch in der Kindersendung «Emm wie Meikel». Sie blieb dem NDR bis zu ihrer Pensionierung treu.
Ihr Tod wurde zunächst auf eine sehr persönliche Weise bekannt.
Die erste Nachricht von ihrem Ableben kam nicht durch eine offizielle Pressemitteilung. Die «Bild»-Zeitung hatte über eine Todesanzeige im «Hamburger Abendblatt» berichtet. Darin schrieben ihre Hinterbliebenen: Sie sei «nach einem erfüllten Leben im Alter von 88 Jahren von uns gegangen». Diese privaten Worte erreichten die Öffentlichkeit, bevor der Sender selbst etwas sagte. Das zeigt, wie sehr sie auch im Privaten verwurzelt war.
Für Hamburg verliert sich mit ihr ein Stück lokaler Identität. Sie war eine gebürtige Hamburgerin. Sie arbeitete hier. Sie prägte hier über Jahrzehnte das Medienbild. In einer Zeit, als es nur wenige Programme gab, war sie eine konstante Größe. Sie verband die großen Ereignisse des Fernsehens mit dem alltäglichen Leben der Zuschauer.
- Unverwechselbarer Look
- Markante Brille
- Weiße Kurzhaarfrisur
- Kulturelle Verbindung zu Hamburg
- Erste Ansagerin für das Fernsehen
- Über Jahrzehnte im NDR tätig
Ihr Vermächtnis ist nicht in lauten Auftritten oder spektakulären Skandalen zu finden. Es liegt in der Zuverlässigkeit. In der Vertrautheit. In dem Gefühl, dass jemand da ist, der den Abend strukturiert. Diese Art von Beziehung zum Publikum ist im heutigen Medienzeitalter seltener geworden.
Hanni Vanhaiden gehörte zu Hamburg wie der Michel und die Alster. Ihr Gesicht ist Teil des kollektiven Gedächtnisses dieser Stadt. Wer sie erlebt hat, wird sich an ihre ruhige Art erinnern. An die Zeit, als das Fernsehen noch ein gemeinsames Erlebnis war und die Ansagerin das Tor zu dieser Welt öffnete.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1967 | Wechsel zum Fernsehen |
| 1970er | Bekanntschaft als Ansagerin |
| 1980er | Beliebtheit in «Emm wie Meikel» |
| 2000 | Pensionierung |
| 2023 | Tod |