Der Flughafen Berlin Brandenburg, kurz BER, ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für unsere Stadt. Wer schon einmal mit dem Taxi zum Flughafen gefahren ist oder dort angekommen ist, weiß, wie praktisch diese direkte Verbindung ist. Doch ab dem 1. Januar 2025 ändert sich für Berliner Taxis dort einiges. Die langjährige Vereinbarung mit dem umliegenden Landkreis Dahme-Spreewald ist gekündigt worden. Das hat konkrete Folgen für Fahrgäste und Fahrer.
Bisher konnten bis zu 550 Berliner Taxis am BER auf einem speziellen Wartestandplatz Fahrgäste abholen. Diese sogenannten Lizenzen wurden regelmäßig verlost. Ab dem neuen Jahr ist das nicht mehr möglich. Berliner Taxis dürfen dann nur noch zum Flughafen fahren, um jemanden abzuholen, wenn sie vorher einen konkreten Auftrag bekommen haben. Also eine Fahrt, die über eine App, telefonisch oder online gebucht wurde. Das sogenannte «Aufreißen» von der Warteschlange am Flughafen entfällt für sie.
Der Landkreis Dahme-Spreewald begründet die Kündigung mit der wirtschaftlichen Lage seiner eigenen Taxiunternehmen. Die Wartezeiten auf dem Flughafenvorfeld seien oft extrem lang, manchmal über drei Stunden, bevor ein Fahrgast einsteigt. Mit der neuen Regelung will der Landkreis die Situation für seine eigenen Fahrer verbessern. Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde von der CDU findet diese Entwicklung bedaurensWert. Sie betont, dass die Marktbedingungen für alle Taxiunternehmen rund um den BER schwierig sind.
Die Berliner Taxiinnung, die Vertretung der hiesigen Taxiunternehmen, sieht diese Entwicklung mit Sorge. Ihr Vorsitzender Leszek Nadolski befürchtet, dass Berliner Taxis ohne eine neue Lösung vom Flughafengeschäft weitgehend ausgeschlossen werden könnten. Denn wer bucht schon explizit ein Berliner Taxi, wenn er am BER ankommt? Meist ruft man einfach das nächste verfügbare Fahrzeug.
Deshalb hat die Innung jetzt einen konkreten Vorschlag gemacht. Sie schlägt die Einrichtung einer «Geozone» vor. Das ist ein gedachtes Gebiet in der Nähe des Flughafens, aber außerhalb des eigentlichen Vorfeldes. In dieser Zone könnten Berliner Taxifahrer warten, ohne lange Standgebühren zu zahlen oder stundenlang im Stau auf dem Flughafengelände zu stehen. Wenn dann ein Fahrgast am BER ein Taxi sucht, zum Beispiel über eine App, könnte das Vermittlungssystem gezielt auf diese wartenden Fahrzeuge in der Geozone zugreifen. Das Taxi könnte dann schnell zum Terminal fahren und den Gast abholen.
Dieser Vorschlag liegt nun den Berliner Politikern auf dem Tisch. Die Taxiinnung hat sich direkt an die verkehrspolitischen Sprecher Tino Schopf von der SPD und Kristian Ronneburg von der Linken gewandt. Sie fordert die möglichen künftigen Koalitionspartner in Berlin auf, gemeinsam mit dem Land Brandenburg und der Flughafengesellschaft FBB über diese Idee zu sprechen. Es geht darum, eine gerechte Lösung zu finden, die sowohl den Berlinern als auch den Brandenburger Taxiunternehmen eine Chance gibt.
- Praktische Vorteile für Sie als Fahrgast
- Größere Auswahl an Taxis
- Kürzere Wartezeiten
- Gesicherter Festpreis vom Flughafen in die Stadt
- Mehr Planungssicherheit
- Erhalt des städtischen Dienstes
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Geozonen-Vorschlag auf politische Unterstützung stößt. Die Zeit drängt, denn die alte Regelung läuft zum Jahresende aus. Sollte keine neue Einigung erzielt werden, werden Sie ab Januar am BER vor allem Taxis aus Brandenburg vorfinden, wenn Sie spontan eines suchen. Ein Berliner Taxi müssten Sie dann explizit vorher bestellen.
Diese Diskussion zeigt, wie sehr lokale Verkehrspolitik Ihr tägliches Leben berührt. Ob Sie geschäftlich reisen oder in den Urlaub fliegen, die Art und Weise, wie Sie vom Flughafen nach Hause kommen, sollte zuverlässig und fair geregelt sein. Die Berliner Taxiinnung kämpft hier für den Erhalt eines Stücks städtischer Dienstleistung. Es liegt nun an der Politik, eine moderne und ausgewogene Lösung für alle Beteiligten zu finden – für die Fahrer aus der Region und für Sie als Fahrgast.